1. Advent 2016

Veröffentlicht: 27. November 2016 in Allgemeines

Wie die Zeit vergeht. In 4 Wochen ist Weihnachten und dann ist das Jahr auch schon fast wieder vorbei. Wer in den letzten Monaten oder noch länger den Blog nicht besucht hatte, dann gibt es viel zum nachlesen. Tests zu Spielen wie z.B. Live is Strange oder Dead or Alive Xtreme 3 Fortune, Berichte über die Spielhallen in Italien, Gameshopping in Paris oder die Vorstellung des NES mini. Einfach mal die bis zu 1 Jahre alten Blogbeiträge nachlesen ;)

Um den Blog nicht ganz einseitig zu halten, ist zur Abwechslung eine neue Off-Topic Kategorien geplant. Noch dieses Jahr wird der erste Beitrag dazu veröffentlicht.

Die Verkaufsliste wurde Aktualisiert – Es gibt derzeit aber nicht viel Auswahl :)

Vor 2 Wochen erschien die PS4-Pro und mit der bereits erhältlichen VR-Brille brachte Sony eine weitere Neuheit für die PlayStation 4 auf dem Markt.

Nintendo pfeift hingegen auf Virtual Reality und veröffentlicht die „Nintendo Switch“ wie geplant im März 2017. Die Umsätze zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft werden größtenteils mit dem New 3DS XL, der „Sparversion“ 2DS sowie den Pokemon Spielen gemacht. Ganz ohne neue Hardware wollte man dann doch nicht alleine dastehen und bringt stattdessen eine Neuauflage des NES (als Nintendo Classic Mini: Nintendo Entertainment System, kurz NES mini) in die Märkte.

Hierbei handelt es sich um eine Miniaturausgabe der 8-Bit Konsole, in dem bereits 30 Spiele installiert sind. Weitere Titel können nicht nachträglich hinzugefügt werden. Um den neuen Fernsehstandard gerecht zu werden, ist die Konsole Serienmäßig mit einem HDMI Anschluss ausgestattet.

Das NES mini ist vom Konzept ähnlich vergleichbar wie die „kleinen“ Atari 2600- oder Mega Drive Nachbauten, die es seit einigen Jahren schon zu kaufen gibt. Der Unterschied ist jedoch, dass man das Originaldesign der Konsole aus dem 80er Jahren beibehalten hatte und das ganze wesentlich hochwertiger verarbeitet ist als bei den Mitbewerbern.

Nintendo hat bei den Spielen eine gute Auswahl getroffen. Spielspaßgurken gibt es so gut wie fast gar nicht. Zu den Klassikern gehören vor allem die Zelda- und Super Mario Spiele, sowie Bubble Bobble, Castlevania, Super C (aka Probotector 2), Ice Climber und vor allem Mega Man 2.

Die Nachfrage nach der Retrokonsole ist jedenfalls sehr groß. Ein Elektrofachmarkt zwischen München und Passau hätte am Erscheinungstag locker 70 Konsolen verkaufen können, wenn Nintendo diese auch geliefert hätte. Nintendo hat sich für die Veröffentlichung des NES mini genau den richtigen Zeitpunkt herausgesucht und Retrogaming Massenmarkttauglich gemacht. Diesen Retro-Trend konnte man bereits vor ein paar Jahren bei der Vinyl Schallplatte beobachten.

Nintendo Classic Mini: Nintendo Entertainment System

In der Konsole sind handelsübliche Standardbauteile wie z.B. ein 4-Kern-SoC mit ARM-Architektur verbaut. Die NES Spiele laufen über eine Emulation ab. Das Gehäuse ist sehr sauber verarbeitet und die Controller entsprechen größtenteils dem Original von 1985 (abgesehen von anderen Stecker).

Lieferumfang:
Leider befindet sich wieder kein Netzteil im Lieferumfang. Glücklicherweise kann man ein handelsübliches 5V USB Netzteil mit mindestens 1 Ampere Strombelastbarkeit verwenden und ist nicht wie beim 3DS auf spezielle Netzteile angewiesen. Ansonsten sind noch jeweils ein USB- und HDMI Kabel, sowie ein Controller und die Bedienungsanleitung in der Verpackung mit dabei.

Das Kabel ist zu kurz

Die Kabellänge des Controllers (ca. 70cm, beim alten NES noch 2,30 Meter) finde ich eine Zumutung. In Zeiten, wo sich in den Haushalten Flachbildfernseher mit einer Durchschnittsgröße von 50“ befinden ist es mir schleierhaft, was sich Nintendo eigentlich dabei gedacht hat.

Menü:
Über das Menü wurde schon auf anderen Internetseiten ausführlich berichtet. Die Möglichkeit, den Spielstand über die Reset-Taste manuell zu sichern finde ich als sehr praktisch, speziell bei den Spielen Kid Icarus und Metroid.

Bilddarstellung:
Das NES mini gibt eine Auflösung von 720p aus. Die Spiele entsprechen der amerikanischen Version und laufen in der Originalgeschwindigkeit im 60 Hz Modus ab. Zur Auswahl gibt es den CTR Modus, den 4:3 und eine Pixelgenaue Darstellung.

Bildvergleich SMB3:

Bild 1: NES via Composite Video auf einer Röhre, Bild 2: NES mini im CTR Modus auf dem LCD

Bildvergleich Dr. Mario:

Bild 1: NES via Composite Video auf einer Röhre, Bild 2: NES mini im CTR Modus auf dem LCD

Der CTR Filter ist etwas unschärfer und dunkler als die normale Video Bildausgabe des „alten“ NES auf einem Röhrenfernseher. Die vertikalen Kanten sind sauberer mit weniger störenden sog. „Perlketteneffekten“. Im 4:3 Modus ist das Bild bei Spielen mit horizontalen Scrolling unsauber. Einwandfrei, wenn auch etwas zu scharf, ist die Pixelgenaue Darstellung. Leider verzichtete man auf eine Option, für alle drei verfügbaren Bildoptionen sog. „Scanlines“ manuell einzustellen. Diese sind nur im CTR Modus vorhanden, die aber bei Fernsehern mit einer nativen Auflösung von 1360×768 (z.B. Samsung R8 Serie) leicht ungleichmäßig dargestellt werden.

Bei den Spielen selbst gibt es noch eine minimale Änderung. Die Blitz-Effekte bei Mega Man 2 (nachdem eine Spielstufe ausgewählt oder in den Dr. Wily Stages ein Boss besiegt wurde), der flackernde Game Over Screen bei Zelda 2 oder die schnell wechselnden Bilder bei Kirby`s Adventure (als Crash-Kirby) wurden geändert, abgeschwächt oder wegrationalisiert. Der Grund liegt vermutlich daran, um bei bestimmten Personen Epilepsie-Anfälle zu vermeiden.

Musikausgabe:
Die Tonausgabe ist weniger gut gelungen. Einige Musikstücke werden nicht ganz akkurat abgespielt (z.B. Kid Icarus 1. Level) oder einige Soundeffekte verzögert wiedergegeben (z.B. der Peitschenschlag bei Castlevania oder das Sprunggeräusch bei Super Mario Bros.). Hier hat Nintendo leider geschlampt. Wer die Originalspiele nicht in- und auswendig kennt, wird den Unterschied kaum feststellen.

Fazit:

Für ca. 60 bis 70 Euro ist das NES mini trotz nicht ganz perfekter Emulation und kleineren unnötigen Mängeln (z.B. zu kurzes Kabel bei den Controllern) ein schönes Weihnachtsgeschenk.

Kaufempfehlung: 7/10

Das dümmste was Nintendo jetzt machen kann, ist nicht genügend Geräte auszuliefern. Das NES mini muss spätestens Mitte Dezember beim Obletter, Saturn und Co. in ausreichenden Mengen in den Regalen stehen und nicht erst wieder im Februar, wo das Weihnachtsgeschäft vorbei ist. Und derzeit sieht es leider so aus, dass viele Kunden leer ausgehen werden…

Gameshopping an der Adria (Italien)…

Veröffentlicht: 2. November 2016 in Videogames

…mit Kurzausflug nach Salzburg.

Zwischen Eisdielen, Restaurants, Supermärkten, Leder- und Bademodengeschäfte, Il Gazzettino, Sali e Tabacchi und (seit ein paar Jahren) die Indian Fashion Stores gibt es in den italienischen Touristenorten noch eine beachtliche Anzahl an Spielwarenläden.

Video- und Computerspiele sind in den Geschäften so gut wie fast nicht vorhanden. Das einzige Elektrogeschäft an der Via delle Costellazioni in Bibione (ungefähr gegenüber vom ehemaligen „Sahnigen“) das in den 90er Jahren Videospiele hatte, existiert schon lange nicht mehr.

In den vergangenen Jahren versuchte man es trotzdem immer wieder, Videospiele mit einem saftigen Touristenaufschlag anzubieten.

Telefonladen ca. 2009-2011

Bereits im Jahre 2009 sind mir die Preise negativ aufgefallen. Zwei Vodafone bzw. Telekommunikation Läden hatten Videospiele (größtenteils für die Handhelds) im Angebot gehabt. Schon der Name von der Vitrine bedeutet nichts Gutes. Dort befinden sich Wortwörtlich Ladenhüter (!)

Foto 1-3: Elettroservice im Jahre 2012

Für eine Saison wurde im Elettroservice (rechts neben der Pizzeria Atmosphera) ebenfalls Wii, DS und 3DS Spiele zu Apothekerpreisen angeboten.

Das älteste Spielwarengeschäft in Bibione ist meines Wissens der Berti. Dort gibt es teilweise noch alte Spielsachen aus den 80er Jahren wie z.B. Originalverpackte Masters of the Universe Figuren. Dazu relativ unbekannte LCD Spiele und Spielzeugkonsolen.

Foto 1-4: Berti

In der Premium Vitrine stehen immer noch etliche amerikanische Ghost`n Goblins für den GameBoy Advance oder ein paar normale GameBoy Spiele wie z.B. 4in1 oder Daedalian Opus. Das Super Vision gab es für 299 Euro und ein Master of Illusion (in Deutschland als „Know-how der Zauberkunst“ bekannt) stand für 179,90 Euro in der Vitrine.

Foto 1-3: Telefonladen in Lignano 2015 und 1016

In Lignano Sabbiadoro wird man bei einem Vodafone Laden in der Viale Gorizia fündig. Essential Titel für die PSP zum dreifachen Preis waren ebenso selbstverständlich wie PS3 und 3DS Titel mit ca. 10 bis 15 Euro Aufschlag. PS2 Spiele für 19,90 Euro sind gerade noch akzeptabel wenn man bedenkt, dass die Konsole inzwischen schon zu den Retrosystemen dazugehört. Die Fotos stammen noch vom letzten Jahr. Preislich hat sich aber bis auf einen kleinen Rabattnachlass nichts geändert. Interessanterweise gab es auch hier die Konsolen zum Normalpreis.

Restpostenabverkauf im Spätsommer 2016:

In diesem Jahr gab es eine kleine Sensation. In den drei Geo-Toys Läden im Zentrum (von der Corso del Sole, Viale delle Costellazioni bis zur Viale Aurora) in Bibione gab es Sonderposten für die aktuelle und letzte Konsolengeneration.

Foto 1-4: Geo-Toys Läden in Bibione

Beispiele: New Super Mario Bros. U für 7,90 Euro, Bayonetta 2 für 7,50 Euro, Skylanders und Wario Move jeweils 5 Euro (für die Wii), verschiedene ältere XboxOne und PS4 Titel ab 5 Euro und vieles mehr. Die WiiU Spiele sind in einer sehr großen Menge verfügbar und reichen noch bis ins Jahr 2025 wenn der Switch Nachfolger längst erschienen ist :-D

Einkaufszentren in den Gewerbegebieten:

Außerhalb der Touristenorte werden die Preise wieder realistischer. Bis nach Venedig oder zum Tiare-Shopping Einkaufszentrum in Villesse, wo sich u.a. der Media World (italienischer Media Markt) befindet, hatte ich bei dem schönen Wetter und der Autobahngebühren keine Lust dazu gehabt hinzufahren.

Wie in den letzten Jahren bin ich an einem Vormittag nach Portogruaro in das Gewerbegebiet gefahren, wo sich auch das Einkaufszentum „Centro Commerciale Adriatico2“ mit ca. 80 Geschäften befindet. Außerdem gibt es dort noch eine Tankstelle, MC Donalds, Decathlon, den SME und noch viele andere Geschäfte.

Von der SS14 fährt man nicht wie beschildert nach Portoguardo zur 1. Ausfahrt raus, sondern erst weiter geradeaus zur 3. Ausfahrt raus. Im Kreisverkehr geht es sofort nach rechts, über die Brücke und bei der Bushaltestelle gleich nach rechts Richtung Expert. Zurück ist es etwas einfacher.

Den Expert kann man sich sparen, hier gibt es inzwischen nur noch eine Handvoll Artikel, die irgendwas mit Konsolen zu tun haben. Im Adriatico2 gab es letztes Jahr noch einen An- und Verkauf Indie-Gameshop, der sich aber nicht halten konnte (keine Überraschung für mich bei der Preispolitik).

Im italienischen GameStop sind die Spiele mit relativ unüblichen Preisen ausgezeichnet wie z.B. 50,98 Euro für Super Mario Maker, 40,98 Euro für 3DS Neuerscheinungen oder 70,98 Euro für einige PS4 Titel. Hardware und Zubehör gab es zum Normalpreis. Die Artikelverfügbarkeit in den Stores auf der Internetseite funktionierte wie schon in Deutschland nicht richtig. Song of the Deep für die PS4 war laut Karte in Portogruaro verfügbar. Im Geschäft war nur eine Leerhülle ausgestellt. Als ich es kaufen wollte, wurde ich freundlichst darauf hingewiesen, das Spiel bitte Online zu bestellen. Dankeschön meinerseits und nichts wie raus.

Foto 1 und 2: Carrefour in Portogruaro

Carrefour ist ein Supermarkt. Hier gibt es nicht übermäßig viele Spiele zur Auswahl, aber teilweise sehr gute Angebote. Letztes Jahr gab es z.B. Pikmin 3 für 27,80 Euro, Captain Toad für 23,80 Euro oder Mario Kart 8 für 37,80 Euro d.h. schon ein Jahr vor Markteinführung der günstigen Selects-Reihe.

SME ist so was wie ein Gemischtwarenkaufhaus, nur ohne Lebensmittel und Bekleidung. Das Sortiment beinhaltet Haushaltswaren, Spielwaren, Unterhaltungselektronik, Klimaanlagen, Möbelstücke, Campingartikel, Fahrräder, Gartenwerkzeug, Schreibwaren und natürlich auch Videospiele.

Foto 1 und 2: SME in Portogruaro

Die Preise sind ungefähr die gleichen wie auch in Deutschland, jedoch sind auch schon mal ein paar Unterschiede festzustellen. Kid Icarus Uprising für den 3DS ist relativ günstig zu bekommen und Heroes of Ruin stand dort für 9,90 Euro im Regal. Interessant ist die Tatsache, dass man sich hier auch ein wenig an den Preisen im PSN orientiert. Trackmania Turbo konnte ich glücklicherweise für 19,90 Euro bekommen, als in dieser Woche die Downloadversion im Angebot war.

Foto 1-4: SME in San Donà di Piave

Ein paar Kilometer weiter zum Einkaufszentrum “Centro Piave” in San Donà di Piave ist noch ein weiterer SME Markt. Dort hat mir die Videospielabteilung am besten gefallen. In den Vitrinen werden die Nintendo Artikel sehr schön ausgestellt und auch schon das NES Classic Mini beworben. In beiden SME Märkten gibt es noch viele PS3 und PSP Spiele, oft auch die Erstauflage. Die Restposten werden teilweise relativ billig rausgehauen (z.B. Gradius Collection für 4,90 Euro) oder nur gering reduziert (z.B. Zelda Skyward Sword für 39,90 Euro).

Foto 1 und 2: Ipercoop in San Donà di Piave

Im Ipercoop hangen noch viel ältere PSP und PS3 Spiele im Regal, die auch nicht sonderlich interessant waren und die Preise seit dem Release kaum angepasst wurden. Von dem Wii Sports Resort Bundle (in der alten Auflage mit großen USK Zeichen und Wii MotionPlus Adapter) waren noch mindestens 15 Stück vorhanden und die Verpackungen auch schon sehr schmutzig und verstaubt.

Im GameStop in San Donà di Piave war es leider das gleiche Trauerspiel wie in Portogruaro, auch wenn man Fairerweise dazu sagen muss, das der Laden sehr schön und sauber eingerichtet ist.

Zum Schluß:

Konsolen bzw. Hardware aus der letzten Generation (PS3, PSP, Wii und DS) waren leider nicht mehr zu bekommen. Das Angebot bei SME und Co. sagt natürlich noch lange nichts über den italienischen Videospielemarkt aus. Sobald ich auch mal woanders hinkomme, erfolgt sofort Berichterstattung.

Auf dem Rückweg nach Salzburg:

In Salzburg kenne ich mich leider nicht so gut aus. Vor über 20 Jahren gab es mal einem großen Quelle, wo ich mir zum Releasezeitpunkt ein Mortal Kombat 3 für das SNES gekauft hatte.

Im Europark (kurz vor Grenzübergang Walserberg nähe Messezentrum) ist ein Saturn. Die Preise sind nicht höher als in Deutschland und auch die Auswahl geht in Ordnung. Leider wird auch dort der Schrott von der Softwarepyramide mit USK-Zeichen angeboten.

Am Hauptbahnhof befindet sich das Shopping-Center Forum 1. Videospiele gibt es hier beim GameStop, Libro (wenig Auswahl) und dem Drogeriemarkt Müller. Wer bisher soweit gedacht hat, an einem Wochenende bequem in den Zug einzusteigen und nach dem Christkindlmarktbesuch noch ein paar Pegi Spiele mit 10% Rossmann Gutscheinen beim Müller mitzunehmen, wird absolut enttäuscht sein. Genau genommen gibt es in Österreich das gleiche Angebot (Preise und USK Versionen) wie in Deutschland.

Gameshopping in Paris

Veröffentlicht: 31. Oktober 2016 in Retrogames

Paris – Die Stadt der Liebe. Jedes Jahr kommen hier 16 Millionen Touristen, um die berühmten Sehenswürdigkeiten wie z.B. den Eifelturm oder das Louvre Museum zu besuchen. Wer dann noch Geld zum einkaufen übrig hat, verbringt die Zeit in den bekannten Meilen wie z.B. die Rue de Rennes oder die Champs-Elysées. Videospiel interessierte Kunden gehen in diesen Orten meist leer aus, denn trotz hoher Bekanntheit sind die meisten Geschäfte im Modebereich vertreten.

Grund für meinen 4-Tägigen Aufenthalt in Paris war neben den Sehenswürdigkeiten auch eine besondere Straße, die von Touristen weitgehend noch nicht bekannt ist und bisher in keinen Reiseführer erwähnt wurde. Die Rede ist von der Boulevard Voltaire, dem kleinen Europäischen Akihabara. Im Gegensatz zu Tokyo gibt es hier weder Maid Cafes, noch große Ketten, die sich über mehrere Stockwerke erstrecken, sondern schlicht und einfach reine Video- und Computerspielläden und das ein oder andere Hobby-, Manga- und Figurengeschäft.

Paris ist außerhalb Japans der beste Ort, wo es viele Fachgeschäfte gibt, die eine große Auswahl an alten Videospielen- und Konsolen führen. Man merkt in Frankreich auch immer sehr deutlich, dass Videospiele viel selbstverständlicher als Kulturgut betrachtet werden, als das in Deutschland der Fall ist. Im bekannten Louvre Museum wird sogar der Nintendo 3DS als Audioguide bzw. Museumsführer verwendet.

Boulevard Voltaire – Das Europäische Akihabara

Zwischen den Metro Stationen République und Oberkampf sind auf dem Boulevard Voltaire die meisten eigenständigen Videospielläden zu finden. Außerdem befindet sich dort noch das ein oder andere Hobby- und Merchandise Geschäft, die oft auch noch ein paar Spiele anbieten.

Foto 1 und 2: Trader Games

Steigt aus der Metro Station République aus und geht Richtung der Pizzeria Pino. Gleich am Anfang befindet sich auf der rechten Seite der Trader Games. Im Erdgeschoß befinden sich die aktuellen Systeme. Bei den Neuspielen aus dem Standardsortiment wird in der Regel nur ein Exemplar in der Vitrine ausgestellt. Beim Kauf bekommt Ihr dann eins aus dem Lager ausgehändigt. Teilweise gibt es die Spiele in zwei verschiedenen Versionen zur Auswahl, d.h. eine einheimische Französische und eine Englische UK Auflage. Importspiele sind durchwegs zu vernünftigen Preisen zu bekommen. Caladrius Blaze als Asia Version (PS4) kostet 44,99 Euro und in etwa genauso teuer als wenn man es selbst aus Hong Kong importiert. Ein New 3DS LL (japanische Version) ist mit 249 Euro auch ein guter Preis wenn man bedenkt das bei einer Bestellung aus einem Drittland normalerweise noch Porto und EUSt. dazukommen. 129 Euro für die Rockman E-Limited Edition oder 79 Euro für eine gebrauchte, aber im 1A Top-Zustand erhaltene Hyrule Warriors LE war jetzt auch nicht übertrieben.

Foto 1-4: Trader Games

Im Obergeschoß befinden sich die Spiele aus den vergangenen Konsolengenerationen. Wie in Japan wird der Zustand von Originalverpackten Spielen nach Einstufungen wie z.B. mit geringen Gebrauchsspuren, durchschnittlichen Gebrauchsspuren oder starken Gebrauchsspuren (A, B und C) gekennzeichnet.

Gleich gegenüber auf der linken Seite der Blvd. Voltaire, wo sich die meisten Geschäfte befinden, steht im Untergeschoß des japanischen Merchandise Geschäft „Mangarake“ eine kleine Vitrine mit ein paar Videospielen.

Foto 1-3: Maxxi Games

Nebenan ist der Maxxi-Games nicht zu übersehen. Im Erdgeschoss konnte man zu diesem Zeitpunkt (vermutlich wegen Umstellung der Regale) leider nicht ganz weit nach hinten gehen. Im Keller sind die Retrospiele ausgestellt. Trotz großer Auswahl gab es praktisch so gut wie kein Originalverpacktes SNES Spiel zum vernünftigen Preis. Realistischer waren da schon die Preise für lose Module. Leider ist Maxxi-Games ein teurer Laden, der selbst für manche Neuerscheinungen 5 Euro mehr verlangt als der marktübliche Verkaufspreis. Für Chibi-Robo Zip-Lash, das es bei uns in jeder Müller Filiale für 19,99 Euro gibt, wollte man dort stolze 79 Euro. In Frankreich gibt es mehrere Maxxi-Games Geschäfte. Inwieweit sich diese vom Sortiment und den Preisen unterscheiden ist mir nicht bekannt.

Mod Fusion

Ein paar Meter weiter nach links in die Rue Rampon ist an der Kreuzung zur 44, rue de Malte der „Mod Fusion“. Leider ist der Laden ziemlich chaotisch und heruntergekommen, hatte aber das ein oder andere gebrauchte Spiel zum niedrigen Preis gehabt.

Ein weiteres interessantes Geschäft ist „Tronix“, das Reparaturen und Ersatzteile für Konsolen anbietet. Das Ladenlokal hat eine schöne Ausstellung, wo sämtliche Geräte und Zubehörteile auseinandermontiert angesehen werden können.

Foto 1-3: Retrogameplay

Retrogameplay bietet ebenso eine große Auswahl an aktuellen und älteren Systemen. Tokyo Mirage Sessions #FE in der Fortissimo Edition, die in Deutschland schon kurz nach dem Erscheinungstag vergriffen war, standen hier noch mehrmals in der Vitrine.

Stockgames ist eher nur bei der aktuellen und letzten Konsolengeneration interessant. Im Keller befindet sich zwar auch eine Abteilung mit Retro Systemen, diese ist aber nicht so groß wie bei den anderen Geschäften. Im Manga Story und Hobby One lohnt es sich auch mal reinzuschauen. Zumindest einer der beiden Läden hatte auch Videospiele gehabt.

Sat. Elite Videogames hat nebeneinander mehrere Geschäftsräume. Für jeden Konsolenhersteller (Microsoft, Sony, Nintendo) gibt es ein eigenes Ladenlokal. Außerdem sind die DVD- und BluRay Filme nochmals woanders untergebracht. Der Level Up liegt ebenfalls auf dem Weg. Das Geschäft dürfte es aber inzwischen nicht mehr geben, da zu meinen Aufenthaltszeitpunkt ein Räumungsverkauf stattgefunden hatte.

Geht man durch die Passage du Jeu de Boules, ist gleich links um die Ecke (47 Rue de Malte) der „Game Them All“ in einer Seitengasse versteckt. Man merkt, dass der Inhaber sein Hobby zum Beruf gemacht hat, denn er spielt den ganzen Tag am liebsten auf dem Neo Geo AES. Die Auswahl ist bedeutend weniger als woanders, dafür sind viele Spiele im sehr guten Zustand.

Foto 1 und 2: Recycle Store

Das letzte Geschäft ist etwas weiter auf der rechten Seite, kurz vor der Station Oberkampf. Im Recycle Store sind manche Spiele etwas günstiger zu bekommen. Raritäten wie z.B. Ginga Fukei Densetsu Sapphire für die PC-Engine gehören ebenso zum Sortiment dazu wie normale Standardware.

Die für mich interessantesten Geschäfte waren Trader-Games, Game Them All und der Recycle Store. Die Manga- und Figurengeschäfte hatten eine tolle Atmosphäre als wäre man jetzt in Japan und nicht in Frankreich. Überhaupt legen die meisten (Videospiel) Shops in Paris bei den LE`s viel Wert auf eine gut erhaltene Originalverpackung. Beschädigungen mit einem Diebstahl-Sicherungsband, wie es leider in vielen Geschäften in Deutschland gehandhabt wird, konnte ich in Paris nur bei Fnac feststellen.

Abseits gelegene Shops:

Wenn man nicht schon von der gigantischen Auswahl durcheinander ist, das man sich nicht mehr erinnern kann in welchen Geschäften welches Spiel in der Vitrine stand, kann auf dem Weg gleich noch woanders vorbeischauen.

Steigt von dort aus in die Metro Station Oberkampf und fährt zwei Stationen bis zur Metro Station Voltaire. Hier geht man südlich die Avenue Ledru Rollin runter. Gleich rechts (in die 41 Rue Basfroi) ist noch der recht nette Retrogame-Shop.

Foto 1-3: Retrogame-Shop

Anschließend geht Ihr die Avenue Ledru Rollin noch etwas weiter südlich bis zur gleichnamigen Metro Station Ledru-Rollin. Dort befindet sich an der Kreuzung ein Book-Off, der ganz wenig Spiele zur Auswahl hat, aber die Konsolen relativ günstig zu bekommen sind. Eine PS3 kostet dort 60 Euro und eine WiiU gibt es für ungefähr die Hälfte des derzeitigen Neupreises. In der 71 Rue Crozatier gibt es noch den Neo-Legend. Hier werden aber größtenteils nur Bauteile und Dienstleistungen für Spielautomaten angeboten.

Weitere Fachgeschäfte:

Wer von Museumsbesuchen genug hat, kann auch an anderen Orten vorbeischauen. Beispielsweise gibt es in der Gegend um die Metro Station Cluny-La Sorbonne diverse Comic-, Manga- und Merchandiseläden. Viele der Läden sind in der Rue Dante und an der Kreuzung Rue Saint- Jacques & Blvd. Saint Germain. Der Game Corner befindet sich in der 15 Rue Saint-Jacques. Etwas weiter südöstlich befindet sich in der 6 Rue des Écoles der Replay Jussieu und ein paar Meter weiter der Stock Games Replay.

Flächenmärkte und Ketten:

Für Elektronikmärkte und große Kaufhäuser war die Aufenthaltszeit in Paris natürlich viel zu kurz. Trotzdem habe ich es in zumindest in jeweils einer Filiale geschafft.

Unschwer zu erkennen: Fnac

Fnac ist ein Medienkaufhaus, die ebenfalls mehrere Standorte in Frankreich bzw. Paris haben, Die kleinen Fnac Zweigstellen in den Bahnhofsgebäuden haben nur ganz wenige Spiele und Konsolen. Eine größere Auswahl gab es in einer Filiale an der Rue des Rennes. Die Preise sind in etwa in dem Bereich angesiedelt, wie die Spiele in den letzten Jahren in den Karstadt Kaufhäusern gekostet hatten. Dafür gab es ein paar gute Zeitlich befristete Sonderangebote. Mirrors Edge Catalyst oder die Uncharted Collection waren mit jeweils 19,99 Euro ein Schnäppchen.

Micromania ist das französische GameStop. Dementsprechend richtet sich das Angebot auch an einer anderen Zielgruppe. Im Gegensatz zu Deutschland oder Amerika waren Neuspiele größtenteils noch in der Originalfolie eingepackt oder geöffnete Ausstellungsstücke in einer Hartbox eingeschlossen.

Preise und vorläufiges Fazit:

Über die Preise von Spielen für ältere Systeme möchte ich nicht wieder groß darüber das diskutieren anfangen. Ein gut informierter Sammler, der sich über sehr viele Jahre hinweg damit beschäftigt hat, weiß ganz genau dass die Preise für Retrospiele derzeit grundsätzlich übertrieben teuer sind.

In Paris werden leider teilweise sogar absurde Preise dafür verlangt. Hier entsteht für mich der Eindruck, das man wohl mit Absicht den Preis bei bestimmten Spielen derart hoch angesetzt hat, nur um der Kundschaft zeigen zu wollen welche tolle Sachen man im Regal stehen hat aber eigentlich keine Interesse daran besteht, ernsthaft verkaufen zu wollen.

Ramschpreise wie in Japan oder Angebote wie bei uns in den Flächenmärkten kann man sich zumindest in der Blvd. Voltaire abschminken. Für Elektronikmärkte, Kaufhäuser und Einkaufsarkaden war die Zeit zu kurz um überhaupt mal zu schauen, wie dort die Auswahl, Angebote und die Preise sind. Bei der nächsten Reise nach Paris plane ich das dann aber mit ein.

Update 18. Oktober

Veröffentlicht: 18. Oktober 2016 in Allgemeines

Die Verkaufsliste wurde Aktualisiert, ich bin bereit für Verhandlungen. Die Spiele müssen weg !
Wegen Krankheit ist der Trip nach Hong Kong leider nicht mehr möglich gewesen.
Artikel für Gameshopping in Paris und Italien folgen demnächst, spätestens in der ersten November Woche.