Unclaimed – Item Returned To Sender

Veröffentlicht: 20. April 2017 in Off-Topic

Internetbestellungen aus dem Ausland können manchmal ganz schön aufregend sein. Laufzeiten von 4 Tagen (Express) bis 6 Wochen (Seeweg) sind normal. Oft liegen die Sendungen dann länger im Inland (zwischen IPZ Frankfurt und Aschheim) als die eigentliche Laufzeit beim überqueren des großen Teichs.

Richtig ärgerlich ist es erst dann, wenn eine Sendung von Amerika bis zur Zieladresse nur 2 Wochen unterwegs ist und dann völlig überraschend und ohne Ankündigung zurückgeschickt wird. Grund: Die Sendung konnte nicht zugestellt werden.

Ein Nachforschungsauftrag beim Kundenservice International der Deutschen Post konnte auch nicht weiterhelfen. Als dann nach 6 Wochen die Sendung endlich den Absender wieder erreicht hat, war ich über den Rücksendegrund schon sehr erstaunt: Die Sendung wurde in der Postfiliale nicht abgeholt.

Ich hatte keine Benachrichtigung erhalten und auch in der Sendungsverfolgung war nicht ersichtlich, dass die Sendung bei der Postfiliale zur Abholung eingeliefert wurde. Auch die Zusteller konnten sich nicht an den Brief erinnern.

Auf Anfrage, wer jetzt für den Schaden aufkommt (das Porto von Amerika nach Deutschland müsste nochmals bezahlt werden) wurde ich nur abgewimmelt. Weder in der Postfiliale im Elektrofachmarkt war man bereit mir weiterzuhelfen, noch beim telefonischen Kundenservice der Deutschen Post kam man mir entgegen. Eine Haftung gibt es nämlich nur bei Beschädigung oder Verlust. Das Porto müsste also nochmals aus eigener Tasche bezahlt werden, obwohl der Fehler eindeutig an der Deutschen Post bzw. in der regionalen Zustellung lag. Auf weitere Diskussionen wurde nicht darauf eingegangen sondern das Telefongespräch einfach abgebrochen.

Das der Brief mich erst nach 4 ½ Monaten endgültig erreicht hatte lag daran, das die Sendung auf meinen Wunsch eigentlich an eine US-Adresse zugesendet werden sollte (der Empfänger hätte sie für mich bei seiner Einreise nach Deutschland mitgenommen), was aus irgendwelchen Gründen in der Vorweihnachtszeit übersehen wurde. Glücklicherweise wurde dann doch das Porto für die wiederholte Zusendung vom Verkäufer aus Kulanz übernommen.

Einzelfall ?

Der Fall ist nur ein Beispiel von vielen Ärgernissen mit der Deutschen Post AG. Man könnte natürlich annehmen, dass die Benachrichtigungskarte vielleicht versehentlich mit einer Werbung im Altpapier gelandet ist, aber der Status in der Sendungsverfolgung sagte etwas anderes. In der Nachbarschaft ist übrigens mit einer Inlandssendung das gleiche passiert. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass es kein einmaliger Fehler war, sondern schlicht und einfach eine Schlamperei. Die Post wird nämlich auch immer wieder mal falsch zugestellt.

Schließung von Postfilialen

Letztes Jahr erreichte die Stadt Waldkraiburg eine Hiobsbotschaft: Das Postbank-Finanzcenter am Berliner Platz schließt überraschend und damit auch die Postfiliale.

Im Gegensatz zu den Pressemeldungen bietet die neue Postfiliale im Elektrofachmarkt vielleicht schon die gleichen Dienstleistungen an, wie ursprünglich versprochen wurde, aber das ist nur die halbe Wahrheit.

Es gibt keinen Briefmarkenautomaten, der praktische Autobriefkasten wurde abmontiert, die Parkplatzverfügbarkeit ist schlechter (viele Kunden nutzen noch die Parkplätze auf dem alten Gelände), der Kontoauszugsdrucker bzw. das Serviceterminal für Überweisungen steht ungünstig das jeder Einsicht hat und generell ist der Platz in der neuen Postfiliale viel zu eng.

Der größte Kritikpunkt ist die nicht vorhandene Diskretion. Man bekommt in der Warteschlange alles mit z.B. welchen Betrag ein Kunde am Schalter abheben will. Vom Brief und Bankgeheimnis keine Spur. Diese Umstände sind Inakzeptabel und sollten schnellstmöglich beseitigt werden.

Dass die Postbank dem Elektrofachmarkt einen Geldautomaten verweigert hat, überrascht mich nicht. Einen Geldautomaten aufzustellen macht für eine Bank wirtschaftlich nur Sinn, wenn er 24 Stunden am Tag zugänglich ist oder an einem Ort, wo eine hohe Kundenfrequenz vorhanden ist, wie z.B. im Kaufland.

Schließfächer und Postbank Serviceterminal nicht mehr 24/7

Wozu also Geld in einen Umbau des Geschäftes investieren, damit die Voraussetzungen erfüllt werden können ? Natürlich geht es hier mal wieder um das liebe Geld und nicht im Interesse der Bürger für eine zeitgemäße Grundversorgung, die man für die zweitgrößte Stadt in Südostbayern mit 23 000 Einwohnern eigentlich erwartet.

Das Interesse dürfte auch von der Stadt aus nicht sehr groß sein, zukünftig etwas zu ändern, obwohl die Möglichkeiten durchaus gegeben sind. Die seit kurzen hier untergebrachten Schließfächer sind nämlich auch nur noch im vorgegebenen Zeitfenster begrenzt zugänglich. Das ist nicht gut für viele Firmen und Berufstätige…

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Nintendo Switch

Veröffentlicht: 5. März 2017 in Videogames

Nintendo Switch – so heißt die neue Konsole von Nintendo, die am vergangenen Freitag am 3. März veröffentlicht wurde und lange Zeit unter dem Arbeitsnamen NX bekannt war.

Eine weitere stationäre TV Konsole auf dem Markt zu bringen, war den Japanern nach dem Misserfolg der WiiU und der inzwischen konkurrenzlos am Markt etablierten PS4 dann doch als zu riskant. Deshalb entschied man sich für eine Hybrid-Lösung.

Obwohl die Nintendo Switch als tragbare Heimvideospielkonsole vermarktet wird, ist das Gerät eher ein inoffizieller 3DS Nachfolger. Mit diesem Konzept unterscheidet man sich deutlich von den Mitbewerbern.

Nintendo lieferte im Gegensatz zur Markteinführung der Nintendo Classic Mini eine verhältnismäßig große Menge an Geräten aus. Bei einem Media Markt in Alpenvorland (Südostbayern) bspw. gab es angeblich 80 Konsolen, davon war ein großer Teil im freien Verkauf verfügbar. In nahezu fast allen Geschäften gab es spätestens am Samstag gar keine Geräte mehr zu kaufen.

Obwohl der Verkaufsstart sehr erfolgreich war, ist es noch nicht vorhersehbar ob die Nachfrage anhält, da es bisher eindeutig zu wenig Spiele zur Auswahl gibt. Mit Zelda BotW, Super Bomberman R, 1-2-Switch und Just Dance 2017 sind in Europa gerade einmal vier Spiele im Handel verfügbar. Davon ist Zelda BotW (das einzige interessante Spiel) in fast identischer Qualität auch für die bereits abgekündigte WiiU erhältlich.

Nintendo erhoffte, durch den Titel „1-2-Switch“ die Zielgruppe der sog. Casualspieler wieder zurückzugewinnen. Eine deutliche Fehleinschätzung, denn die Märkte blieben auf einer sehr großen Stückzahl unverkaufter 1-2-Switch Module drauf sitzen. Somit dürfte Nintendo endlich kapiert haben, das die Zeiten von Minispielen endgültig vorbei ist bzw. sich diese nicht mehr zum Vollpreis verkaufen lassen.

Fazit: Wer eine WiiU besitzt, hat mit der Nintendo Switch noch nichts verpasst. Das derzeit erhältliche und kommende Sortiment an Spielen ist zunächst für den japanischen Markt gedacht und für Kunden, die keine WiiU besitzen.

Weihnachten 2016 und Jahreswechsel 2016/2017

Veröffentlicht: 24. Dezember 2016 in Allgemeines

Das Jahr 2016 neigt sich dem Ende entgegen und ich wünsche allen Lesern meines Blogs ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2017.

Lieferengpässe zum Weihnachtsgeschäft

Veröffentlicht: 11. Dezember 2016 in Videogames

Man stelle sich folgendes Horrorszenario vor: Weihnachten steht vor der Tür und keiner kann liefern. Ausgerechnet in den umsatzstärksten Wochen vor Weihnachten, wo z.B. bei Spielwaren mehr als 25% des Jahresumsatzes entfallen, ist keine Ware im Handel vorrätig.

Glaubt man den Aussagen der Elektromärkte, so wurden bisher allerhöchstens 30% der bei Nintendo bestellen „NES Classic mini“ Konsolen ausgeliefert. Viele Händler haben sogar deutlich weniger oder gar nichts bekommen. Die Verfügbarkeit der Zusatzcontroller ist nicht der Rede wert gewesen.

Die kleineren Indie Läden, welche die Ware über einen Zwischen- bzw. Großhändler beziehen, gingen fast leer aus. Der größte „Großhandel für Videospiele“ in Deutschland hatte von 2400 bestellten Geräten bei Nintendo zum Marktstart gerade einmal 39 Stück erhalten. Das finde ich eine ungerechte Verteilung.

Nintendo hingegen gibt die Schuld der überraschend hohen Nachfrage. Man versprach zwar, nach und nach mehr Ware an den Handel auszuliefern, aber die Menge wird bei weitem nicht den Bedarf decken können. Über die Nachlieferungsmenge bekommt man bei Nintendo bisher keine richtige Auskunft darüber. Angeblich sind die Controller erst wieder ab Januar 2017 lieferbar, wo das Weihnachtsgeschäft längst gelaufen ist.

Bei Sony sieht es nicht besser aus. Die Virtual Reality Brille für die PS4 findet man kaum im freien Verkauf. Vorführgeräte gibt es zwar in jeden Media Markt, doch die Situation ist mehr als lächerlich, wenn der Kunde die groß beworbene VR-Brille nicht kaufen kann. Da werden sich einige Händler und Elektrofachmarkt-Ketten ganz schön ärgern.

Wenn ein Hersteller nicht liefern kann, dann hat es mehrere Gründe. Die Gründe können Versorgungsengpässe bei den Bauteilen sein, die Nachfrage ist größer als man sich erwartet hat oder das Kontingent wird bevorzugt auf andere Märkte z.B. Amerika verteilt. Lieferengpässe und knappe Ware gab es also schon immer, sogar bei Lego Steinen.

Die derzeit hohe Nachfrage könnte sehr schnell wieder zurückgehen wenn die Hersteller die Chance nicht nutzen, rechtzeitig genügend Ware an den Handel auszuliefern.

Das NES Classic mini ist ein schönes Weihnachtsgeschenk, dass genau zum richtigen Zeitpunkt veröffentlicht wurde. Im Frühjahr 2017, zur Markteinführung der Nintendo Switch und der großen Anzahl angekündigter Spiele Neuerscheinungen für die PlayStation 4, könnte die Retro-Konsole schnell wieder uninteressant werden.

Bei der VR-Brille mit einer zwingend notwendigen Kamera und mindestens einen Spiel kommt man auf ca. 500 Euro (ohne der PS4-Konsole für nochmals ca. 300 bis 400 Euro, je nach Modell) die zu Weihnachten eher schneller ausgegeben werden als einfach mal so unters Jahr.

Da hat sich Sony und Nintendo zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft wirklich was entgehen lassen…

Vor 2 Wochen erschien die PS4-Pro und mit der bereits erhältlichen VR-Brille brachte Sony eine weitere Neuheit für die PlayStation 4 auf dem Markt.

Nintendo pfeift hingegen auf Virtual Reality und veröffentlicht die „Nintendo Switch“ wie geplant im März 2017. Die Umsätze zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft werden größtenteils mit dem New 3DS XL, der „Sparversion“ 2DS sowie den Pokemon Spielen gemacht. Ganz ohne neue Hardware wollte man dann doch nicht alleine dastehen und bringt stattdessen eine Neuauflage des NES (als Nintendo Classic Mini: Nintendo Entertainment System, kurz NES mini) in die Märkte.

Hierbei handelt es sich um eine Miniaturausgabe der 8-Bit Konsole, in dem bereits 30 Spiele installiert sind. Weitere Titel können nicht nachträglich hinzugefügt werden. Um den neuen Fernsehstandard gerecht zu werden, ist die Konsole Serienmäßig mit einem HDMI Anschluss ausgestattet.

Das NES mini ist vom Konzept ähnlich vergleichbar wie die „kleinen“ Atari 2600- oder Mega Drive Nachbauten, die es seit einigen Jahren schon zu kaufen gibt. Der Unterschied ist jedoch, dass man das Originaldesign der Konsole aus dem 80er Jahren beibehalten hatte und das ganze wesentlich hochwertiger verarbeitet ist als bei den Mitbewerbern.

Nintendo hat bei den Spielen eine gute Auswahl getroffen. Spielspaßgurken gibt es so gut wie fast gar nicht. Zu den Klassikern gehören vor allem die Zelda- und Super Mario Spiele, sowie Bubble Bobble, Castlevania, Super C (aka Probotector 2), Ice Climber und vor allem Mega Man 2.

Die Nachfrage nach der Retrokonsole ist jedenfalls sehr groß. Ein Elektrofachmarkt zwischen München und Passau hätte am Erscheinungstag locker 70 Konsolen verkaufen können, wenn Nintendo diese auch geliefert hätte. Nintendo hat sich für die Veröffentlichung des NES mini genau den richtigen Zeitpunkt herausgesucht und Retrogaming Massenmarkttauglich gemacht. Diesen Retro-Trend konnte man bereits vor ein paar Jahren bei der Vinyl Schallplatte beobachten.

Nintendo Classic Mini: Nintendo Entertainment System

In der Konsole sind handelsübliche Standardbauteile wie z.B. ein 4-Kern-SoC mit ARM-Architektur verbaut. Die NES Spiele laufen über eine Emulation ab. Das Gehäuse ist sehr sauber verarbeitet und die Controller entsprechen größtenteils dem Original von 1985 (abgesehen von anderen Stecker).

Lieferumfang:
Leider befindet sich wieder kein Netzteil im Lieferumfang. Glücklicherweise kann man ein handelsübliches 5V USB Netzteil mit mindestens 1 Ampere Strombelastbarkeit verwenden und ist nicht wie beim 3DS auf spezielle Netzteile angewiesen. Ansonsten sind noch jeweils ein USB- und HDMI Kabel, sowie ein Controller und die Bedienungsanleitung in der Verpackung mit dabei.

Das Kabel ist zu kurz

Die Kabellänge des Controllers (ca. 70cm, beim alten NES noch 2,30 Meter) finde ich eine Zumutung. In Zeiten, wo sich in den Haushalten Flachbildfernseher mit einer Durchschnittsgröße von 50“ befinden ist es mir schleierhaft, was sich Nintendo eigentlich dabei gedacht hat.

Menü:
Über das Menü wurde schon auf anderen Internetseiten ausführlich berichtet. Die Möglichkeit, den Spielstand über die Reset-Taste manuell zu sichern finde ich als sehr praktisch, speziell bei den Spielen Kid Icarus und Metroid.

Bilddarstellung:
Das NES mini gibt eine Auflösung von 720p aus. Die Spiele entsprechen der amerikanischen Version und laufen in der Originalgeschwindigkeit im 60 Hz Modus ab. Zur Auswahl gibt es den CTR Modus, den 4:3 und eine Pixelgenaue Darstellung.

Bildvergleich SMB3:

Bild 1: NES via Composite Video auf einer Röhre, Bild 2: NES mini im CTR Modus auf dem LCD

Bildvergleich Dr. Mario:

Bild 1: NES via Composite Video auf einer Röhre, Bild 2: NES mini im CTR Modus auf dem LCD

Der CTR Filter ist etwas unschärfer und dunkler als die normale Video Bildausgabe des „alten“ NES auf einem Röhrenfernseher. Die vertikalen Kanten sind sauberer mit weniger störenden sog. „Perlketteneffekten“. Im 4:3 Modus ist das Bild bei Spielen mit horizontalen Scrolling unsauber. Einwandfrei, wenn auch etwas zu scharf, ist die Pixelgenaue Darstellung. Leider verzichtete man auf eine Option, für alle drei verfügbaren Bildoptionen sog. „Scanlines“ manuell einzustellen. Diese sind nur im CTR Modus vorhanden, die aber bei Fernsehern mit einer nativen Auflösung von 1360×768 (z.B. Samsung R8 Serie) leicht ungleichmäßig dargestellt werden.

Bei den Spielen selbst gibt es noch eine minimale Änderung. Die Blitz-Effekte bei Mega Man 2 (nachdem eine Spielstufe ausgewählt oder in den Dr. Wily Stages ein Boss besiegt wurde), der flackernde Game Over Screen bei Zelda 2 oder die schnell wechselnden Bilder bei Kirby`s Adventure (als Crash-Kirby) wurden geändert, abgeschwächt oder wegrationalisiert. Der Grund liegt vermutlich daran, um bei bestimmten Personen Epilepsie-Anfälle zu vermeiden.

Musikausgabe:
Die Tonausgabe ist weniger gut gelungen. Einige Musikstücke werden nicht ganz akkurat abgespielt (z.B. Kid Icarus 1. Level) oder einige Soundeffekte verzögert wiedergegeben (z.B. der Peitschenschlag bei Castlevania oder das Sprunggeräusch bei Super Mario Bros.). Hier hat Nintendo leider geschlampt. Wer die Originalspiele nicht in- und auswendig kennt, wird den Unterschied kaum feststellen.

Fazit:

Für ca. 60 bis 70 Euro ist das NES mini trotz nicht ganz perfekter Emulation und kleineren unnötigen Mängeln (z.B. zu kurzes Kabel bei den Controllern) ein schönes Weihnachtsgeschenk.

Kaufempfehlung: 7/10

Das dümmste was Nintendo jetzt machen kann, ist nicht genügend Geräte auszuliefern. Das NES mini muss spätestens Mitte Dezember beim Obletter, Saturn und Co. in ausreichenden Mengen in den Regalen stehen und nicht erst wieder im Februar, wo das Weihnachtsgeschäft vorbei ist. Und derzeit sieht es leider so aus, dass viele Kunden leer ausgehen werden…