Razion Ex (Nintendo Switch)

Das deutsche Entwicklerteam NG.Dev aus Hannover veröffentlichte bereits im Jahre 2014 das Shoot`em Up Razion für das Neo Geo. Ende April wurde eine Umsetzung für die Nintendo Switch mit Verbesserungen angekündigt. Das Spiel konnte kurze Zeit später über dem hauseigenen Onlineshop bestellt werden.

Die ersten Exemplare waren innerhalb von wenigen Minuten bereits ausverkauft. Eine weitere Chance bekommt man am heutigen Samstag den 5. Juni um 19:00 Uhr. Die hohe Nachfrage hat auch einen Grund: Razion Ex wird nicht über dem eShop als Download angeboten, sondern ausschließlich als verpackte Retailversion auf 2800 Exemplare limitiert. Die hälfte davon ist als Bundle mit Soundtrack erhältlich.

Tim und Rene Hellwig haben fast in Selbständigkeit ein Hyper Shooting Game programmiert, dass mit größeren Titeln anderer Spielefirmen ebenbürtig ist.

Bei der Grafik wurde auf ein (Vor) Gerendertes Design gesetzt, das bei vielen Spielen etwa Mitte der 90er Jahre üblich war. Trotzdem sieht das Spiel nicht gealtert aus. Die 6 Levels sind gut gelungen, kommen aber am Aufbau und Abwechslung wie z.B. Axelay nicht ganz heran.

Ein Extrawaffensystem gibt es leider nicht. Der Standardschuß ist 3-Fach gefächert und mit Missiles ausgestattet. Feuert man einen Beam ab, so wird die Bewaffnung des Schiffes auf einem einfachen Strahl begrenzt, solange bis sich der Energiebalken wieder aufgeladen hat. Durch aufsammeln von grünen Würfeln beschleunigt man die Aufladung. Gelbe Würfel bringen nur Punkte.

Technisch wurde die Umsetzung korrekt mit guten CRT Filter ausgestattet, der auch im Handheld-Mode einwandfrei funktioniert.

Fazit:
Endlich ein Shoot`em Up, das man wieder auf „Erlebnis“ durchspielen kann und der Kugelhagel sich auf einem erträglichen Niveau hält. Mit bis zu 10 freispielbaren Continues und 3 Schwierigkeitsgraden ist das Spiel mit ein wenig Übung auch für Normalspieler zu schaffen. Razion Ex bietet nichts neues, ist aber nach dem unzähligen Bullet Hell Spielen eine willkommene Abwechslung.

Bewertung: 8/10

Markteinführung von Xbox Series X und PlayStation 5

Nach 7 Jahren wurde am 12. November bzw. am 19. November 2020 die neue Konsolengeneration eingeläutet. Noch nie war es so schwierig, an einem dieser Geräte heranzukommen. Das ist sehr ärgerlich, doch dieses mal lohnt es sich wirklich abzuwarten bis die entsprechende Software auf dem Markt kommt, denn bis jetzt (inzwischen sind 2 Monate nach der Markteinführung vergangen) war es der bisher langweiligste Konsolenlaunch.

Xbox Series X und S

In der letzten Generation war Microsoft mit der Xbox One eindeutig der Verlierer. Das änderte sich auch nicht mehr, als man die ursprünglich geplanten DRM Maßnahmen sofort wieder verworfen hatte und den technischen Rückstand mit der Xbox One X (ein technisch verbessertes Modell vgl. ähnlich zur PS4 Pro) wieder aufholte.

Mit der Xbox Series X und S (die 4. Xbox Generation) hat Microsoft am 12. November gleich zwei Modelle auf dem Markt gebracht.

Die Xbox Series X ist die derzeit technisch beste Konsole und der PlayStation 5 leicht überlegen. Sie kostet 499 Euro und ist mit einem optischen Laufwerk komplett ausgestattet.

Die Series S hingegen ist ein technisch deutlich abgespecktes Modell ohne optischen Laufwerk. Dafür ist sie mit 299 Euro sogar günstiger als die 4 Jahre alte Nintendo Switch. Die schwächere Konsole ist eher für Gelegenheitsspieler gedacht, für die eine echte 4K Auflösung und bessere Grafik nicht so wichtig sind.

Beide Modelle sind übrigens zum Vorgänger, die Xbox One, zu 100% Abwärtskompatibel. Bei der Series S natürlich nur auf digitale Downloads beschränkt. Soweit die Fakten. Leider hatte man zur Markteinführung der neuen Geräte an die Spielesoftware nicht gedacht. Es gibt zum jetzigen Zeitpunkt kein einziges exklusives „Series“ Spiel, das für die neuen Konsolen zugeschnitten ist. Man stelle sich mal an einem Beispiel vor, Nintendo bringt das N64 mit einer Abwärtskompatibilität zum SNES heraus, aber zur Markteinführung sind weder Pilotwings 64 noch Mario 64 am Start. Stattdessen laufen SNES Spiele wie z.B. Super R-Type oder Gradius 3 ohne Ruckler auf der neuen Konsole ab.

Der Generationssprung wird bei Microsoft nämlich nicht mehr durch neue Konsolen komplett getrennt. Die Spiele sind derzeit noch in beide Richtungen kompatibel, also nicht nur Abwärts-, sondern auch Aufwärtskompatibel. Mit den Series-Modellen ist es vergleichbar, als kauft man sich einen neuen PC mit besserer Grafikkarte. Die neuen Spiele sind zwar auch auf älteren Konsolen kompatibel, laufen allerdings viel schlechter ab.

Damit hat sich Microsoft natürlich etwas dabei gedacht. Einerseits sind bei vielen Indie-Spielen, die nicht die Leistung der neuen Konsolen benötigen, nicht mehr zwanghaft zwei getrennte Versionen pro Konsole notwendig, andererseits sind die Entwicklungskosten von größeren Spielen sehr hoch geworden und man möchte diese möglichst vielen Kunden zugängig machen. Merke: Nicht jeder kann sich einfach mal unters Jahr für 500 Euro und mehr ein neues Spielsystem kaufen. Deshalb kann man die Microsoft exklusiven Spiele auch auf dem PC spielen. Sony sieht das ein wenig anders und gibt z.B. einen sog. „Game Pass“ vorerst eine Absage. Damit steht Microsoft nicht mehr ganz in Konkurrenz zu Sony. Das Konzept der Xbox ist ein ganz anderes als das der PlayStation 5.

Wer an einer Xbox Series S oder X interessiert ist, sollte sich den Youtube Kanal von OwnGalaxy anschauen. Julian hat einen guten und vor allem neutralen Vergleich der beiden Modelle gemacht.

PlayStation 5

Während man (zumindest hier in Deutschland) in den großen Elektromärkten rein gar nichts von der Xbox Series S/X mitbekam, lieferte Sony bereits eine Woche vor Verkaufsstart der PlayStation 5 die Spiele und das Zubehör an den stationären Handel aus. Die Konsole selbst wird derzeit ausschließlich nur Online über die großen Anbieter verkauft. Der Vorverkauf fand ohne Vorwarnung auf ein Zeitfenster statt, so dass viele Kunden, die um diese Zeit den normalen Arbeitsverpflichtungen nachgingen, das Gerät nicht bestellen konnten. Wer es aber bis dahin schaffte, eine Bestellung z.B. bei Mediamarkt oder Saturn aufzugeben, hat das Gerät auch nicht pünktlich am Erscheinungstag geliefert bekommen. Einige Kunden gingen bis heute leer aus, so dass inzwischen die Verbraucherzentrale Sachsen wegen z.B. unwirksamer AGBs oder irreführender geschäftlicher Handlungen die Elektrohandelskette Saturn abgemahnt hat.

Wegen der Pandemie ergab es durchaus einen Sinn, den Vorverkauf auf Onlinebestellungen zu beschränken um große Menschenansammlungen am Erscheinungstag zu vermeiden. Warum man die Verkaufspolitik weiterhin auf einen reinen Onlinevertrieb setzt und nicht zumindest eine Teillieferung dem stationären Handel zu Verfügung stellt, ist mir angesichts der großen Menge an Controllern (die ohne der Konsole nichts bringen und jetzt in den Regalen verstauben) mehr als schleierhaft. Zu Recht sind viele Kunden wütend, dass die Geräte nur in einer sehr kurzen Zeit überhaupt bestellbar waren und sich ein großer Teil davon sog. Scalper durch Kauf-Bots ergattern konnten. Eine persönliche Vorbestellung im Handel mit Aushändigung eines Abholscheines wäre ein guter Kompromiss gewesen. Diese Möglichkeit ist durch dem jetzigen Lockdown inzwischen eingeschränkt, aber in einigen Müller Filialen mit geöffneter Multimedia Abteilung, bei der Real Handelskette oder eine Abholung durch den Kunden („Klick and Collect“) wäre durchaus machbar gewesen. Mein guter Rat: Kaufen Sie nicht bei Wiederverkäufern.

Hardware:

Das Design der PlayStation 5 ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Im Gegensatz zur Xbox Series S/X sind beide Versionen (mit oder ohne optischen Laufwerk) technisch identisch. Der Preis beträgt 499 Euro (Standardausführung), sowie 399 Euro für die Variante ohne Laufwerk (Digital Edition)

Sony hat mit der PlayStation 5 ein gutes Gerät auf dem Markt gebracht. Die Kühlung ist mit dem großzügig dimensionierten Kühlkörper in Verbindung von flüssigen Metall zum Hauptprozessor sehr gut gelungen. Auch die Idee, dass man zum reinigen der Konsole das Gehäuse ohne Verlust der Herstellergarantie öffnen kann, ist überzeugend. Mängel wie Spulenfiepen oder unterschiedlich laute Betriebsgeräusche durch dem Lüfter (je nach verbauten Herstellertyp) müssen noch behoben werden.

Spiele:

Bei den Spielen, die es exklusiv für die neue Konsole gibt, sieht es ein wenig besser aus als bei Microsoft. Aber außer einem Remake von Demon`s Souls oder das bereits installierte Astro`s Playroom verpasst man derzeit nichts.

Kurz nach Markteinführung wurden schon die ersten 10 Spiele beim Media Markt in der „3 für 2 Aktion“ beworben. Das bestätigt meine Vermutung, dass das Interesse an PS5 Spielen schon im Vorverkauf nicht groß genug war (die Werbung musste schon viel früher in die Wege geleitet werden) und die Konsole derzeit nur wegen der guten Abwärtskompatibilität zur PS4 (z.B. schnellere Ladezeiten durch die SSD) gekauft wird. Zum Vergleich: In Japan wurden ca. 118 000 Geräte innerhalb den ersten 4 Tagen verkauft. Nur jeder dritte Käufer der Konsole hat sich ein Spiel dazu gekauft.

Fazit:

Sowohl die Xbox Series X als auch die PlayStation 5 sind technisch sehr gute Konsolen, wobei Microsoft bei der Hardware und vor allem bei den Betriebsgeräuschen die Nase leicht vorne hat

Vergleicht man die derzeit erhältlichen Launchtitel, wird man schnell feststellen, dass keines dieser Spiele grafisch nach einer nächsten Generation aussieht. Die neue Konsolengeneration wird erst aus dem Dornröschenschlaf erwachen, wenn Spiele wie z.B. Gran Turismo 7, Horizon Forbidden West oder Halo Infinite erschienen sind. Bis dahin sollte Sony mit einer überarbeiteten Baureihe nachgebessert haben.

Downloadspiele als Limitierte Retailversion

Mit der Xbox360 von Microsoft wurde bei einer Spielekonsole erstmals ein neuer Vertriebsweg eingeführt: Der Kauf von digitalen Inhalten und Spielen.

So gut und einfach es auch ist, eine Weitergabe wegen Nichtgefallen ist ausgeschlossen. Bei einem Verkauf der Konsole sind die gekauften Spiele praktisch wertlos, da sie nicht „greifbar“ sind und an einem personalisierten Account oder einer Seriennummer gebunden sind.

Aktuelles Problem

Nintendo hat die Server für digitale Einkäufe beim DSi und der Wii bereits eingestellt. Die Downloadspiele sind an der Seriennummer der Konsole gebunden. Geht das Gerät einmal kaputt, sind die gekauften Spiele unwiderruflich verloren. Bei der Nintendo Switch wurde aus diesen Grund ein Account System eingeführt. Trotzdem ist es nicht vorhersehbar, ob der Service länger als für 10 Jahre angeboten wird.

Nur wenige Spiele werden von den großen Publishern später erneut für andere Systeme veröffentlicht (z.B. Okami). Oft werden sogar Downloadspiele aus dem Store entfernt, wenn eine Lizenz abgelaufen ist (z.B. Duck Tales Remastered oder After Burner Climax) oder sind nur in bestimmten Ländern verfügbar.

Limited Publisher

Onlineshop von Limited Run Games – Zahlung per Paypal oder Kreditkarte

Die Firma Limited Run Games aus Amerika hat das Problem erkannt. Downloadspiele, die normalerweise nicht in den regulären Handel kommen, werden als limitierte physikalische Version für PS4 und Nintendo Switch auf der Webseite direkt an den Endkunden verkauft. Wegen der Produktionseinstellung von PSVita Spielen ist davon auszugehen, dass ab nächstes Jahr mit steigender Tendenz auch Spiele für die PS3 angeboten werden.

Onlineshops mit vergleichbaren Angebot sind z.B. V-Blank Entertainment, Special Reserve Games, Super Rare Games in England, Play-Asia in Hong Kong, Red Art Games in Frankreich und Strictly Limited Games in Deutschland. Außerdem gibt es mit First Press Games einen weiteren Anbieter aus Deutschland, die demnächst das erste Nintendo Switch Spiel ausliefern werden.

Trotzdem hat das Geschäftsmodell auch seine Schattenseiten. Wie der Firmenname der meisten (Limited) Publisher schon sagt, sind die Spiele in der Regel nur in einer limitierten Auflage erhältlich. Die Stückzahlen sind bei der Nintendo Switch in der Regel größer als auf der PlayStation 4, da die Mindestabnahme für die Rom-Karten bei Nintendo deutlich höher ist als die Discs bei Sony. Für den Europäischen Markt kann bei Sony in Österreich schon eine Auflage ab 1000 Stück im Auftrag gegeben werden. Bei Nintendo müssen derzeit mindestens ca. 3000 Stück abgenommen werden und die Produktionslaufzeiten sind deutlich länger.

Leider wurden bei den Stückzahlen schon viele Fehlentscheidungen getroffen. Besonders bei sehr gefragten Spielen wie z.B. Night Trap für die PS4 war die angebotene Stückzahl deutlich zu niedrig, so dass viele Kunden den Zuschlag nicht bekamen. Oft sind die Spiele schon innerhalb von wenigen Minuten ausverkauft. Wer bei Limited Run nicht pünktlich um 16:00 MEZ das Spiel in den Warenkorb legt, geht oft leer aus. Allerdings bekommt man ein paar Stunden später nochmals eine zweite Chance.

Alternative: Open Preorder

Seit der Nintendo Switch sind Auftragsbestellungen möglich (eine sog. Open-Preorder), so dass jeder interessierte Kunde das gewünschte Spiel bekommt. Mit Ausnahme von Sammlereditionen kann in einem angegebenen Zeitraum von 2 oder 4 Wochen eine Bestellung mit beliebig vielen Exemplaren aufgegeben werden. Nach Ablauf des Zeitfensters werden die Spiele in der Menge anhand der eingegangenen Vorbestellungen produziert. Allerdings dauert es dann noch ca. 3 Monate bis das gewünschte Spiel ausgeliefert wird.

Die längere Wartezeiten sind auch ein weiterer Grund dafür, weshalb die Limited Publisher eine Daseinsberechtigung haben. Kauft man heute im Geschäft einen Mainstream Titel, ist oft ein „Day-1“ Update mit einer Datenmenge von mehreren Gigabyte notwendig. Bei Limited Run und Co. wird in der Regel darauf geachtet, dass sich die wichtigsten Patches und Bug-Fixes schon auf dem Datenträger befinden. Manchmal erscheinen die Spiele auch bedeutend später als geplant, um noch einen wichtigen DLC mit draufzupacken (z.B. Celeste).

Aber auch bestimmte Spiele, die bereits in anderen Ländern erschienen sind, bringt Limited Run dann ein weiteres mal auf dem amerikanischen Markt. Zum Beispiel bekommt man Rabi-Ribi für die PS4 hierzulande schon längst für ca. 15 Euro im Abverkauf, aber für Sammler ist nur die amerikanische Version von Limited Run interessant. Wegen der vielen Verzögerungen in der Veröffentlichung erschien das Spiel erst dann, als sich die Versionsnummer 1.04 auf der Disc mit drauf befand, die einen sehr wichtigen Patch beinhaltet, bei dem große Fehler behoben wurden.

Warum trotzdem nicht im Handel ?

Diese Schmankerl haben Hausverbot bei Media Markt und Saturn

Obwohl der ein oder andere zugkräftige Titel sicherlich auch im normalen Stationären Handel einen guten Umsatz bringen könnte, werden Europäische bzw. Deutsche Kunden diese Spiele trotzdem niemals in einer der bekannten Elektromarktketten kaufen können. Außerdem müsste der Publisher für die Märkte oft ein Rückgaberecht bzw. Lagerwertausgleich anbieten, dass ein erhebliches Risiko darstellt.

Ein weiterer Grund dafür ist, dass in Europa zu viele Firmen und Vertriebe die Hände aufhalten, so dass für die Softwarefirma bzw. dem Entwickler selbst vom Verkauf nur noch wenig übrig bleibt. Die Handelsversion von z.B. Monster Boy ist deshalb ausschließlich in Amerika erhältlich, obwohl das Spiel in Deutschland programmiert wurde. Diese und andere Hürden sind auch der Grund dafür gewesen, warum in Europa nur ein Bruchteil der in Japan und Amerika erschienenen 3DS Spiele in den deutschen bzw. europäischen Handel kamen.

Ausnahmen…

Eine Ausnahme ist der Publisher Inin Games, die genauso wie Strictly Limited Games zur United Games GmbH dazugehören. Ende September erschien bereits Ninja Saviors für PS4 und Switch im Handel. Im Laufe dieses Jahres kommen noch Bud Spencer & Terence Hill: Slaps and Beans sowie Bubble Bobble 4 Friends dazu. Dadurch, dass diese Spiele viel früher in den normalen Handel zu kaufen gibt, entzieht sich Strictly Limited Games Ihr eigenes Geschäftsmodell.

Für den amerikanischen Markt hat Limited Run einen Deal mit Best-Buy abgeschlossen, ausgewählte Nintendo Switch Spiele in die Stores zu bringen. Die Auflage ist auch limitiert, aber im Gegensatz zu Strictly Limited Games darf Best-Buy die Spiele nicht früher verkaufen und sind auch nicht woanders (Amazon, Gamestop etc.) erhältlich.

Und warum schon wieder Japan ?

Importspiele haben in Deutschland bzw. Europa längst keine so große Bedeutung mehr als noch bis zu den späteren 90er Jahren. Heute erscheinen fast alle wichtigen Spiele unzensiert und fast gleichzeitig in den wichtigsten Märkten. Trotzdem ist der japanische Markt nicht ganz uninteressant geworden. Spiele wie z.B. die Bayonetta 2 „Non-Stop Climax Edition“ beinhalten den ersten Teil auf einer Karte, während in der Europäischen Version nur ein Downloadcode beiliegt. Einige Spiele wie z.B. Battle Princess Madelyn sind dort schon seit Januar „draußen“, andere wie z.B. Parappa the Rapper sind für wenig Geld zu bekommen. In Asien erscheinen auch viele Spiele, die ursprünglich für den japanischen Markt bestimmt sind als englische und/oder chinesische Version wie z.B. Summer Lesson oder Dead or Alive Xtreme 3.

Abschließend

Durch das Verkaufskonzept der Limited Publisher ist man gezwungen -sofern das jeweilige angebotene Spiel einem zusagt- gleich sofort zuzuschlagen oder man geht das Risiko ein, zum späteren Zeitpunkt den Titel nur noch mit einem Aufschlag auf eBay und Co. kaufen zu können. Trotzdem sind mit einigen Ausnahmen viele der limitieren Spiele derzeit noch im akzeptablen Preisniveau zu bekommen. Auch viele der z.B. Play-Asia.com Eastasiasoft Spiele sind über längeren Zeitraum noch lieferbar. Manchmal wird auch das ein oder andere Spiele in anderen Ländern nochmals veröffentlicht (z.B. Cursed Castilla Ex in Spanien unter dem Namen Maldita Castilla).

Übersicht der wichtigsten Limited Publisher

Name: Limited Run Games
URL: Limitedrungames.com
Firmensitz: USA

Versandkosten nach Deutschland: ab 15 US Dollar (z.B. 1-2 PS4 Spiele oder 3 Switch Spiele) bis 22 US Dollar
Steuer/Zollgebühren: Keine. Die Kosten und Abwicklung übernimmt Limited Run Games. Die Sendungen werden in der EU angemeldet und als EU Einschreibbrief oder DHL Paket weitergeleitet.
Laufzeit der Sendungen: ca. 2-3 Wochen
Kundenservice (z.B. bei Anfragen oder Reklamationen): sehr gut
Info: Spiele sind Amerikanische Version mit englischer Anleitung aber oft mit deutscher Lokalisierung. Qualität bzgl. Ausstattung (Anleitung, Verpackung etc.) oft sehr gut.

Name: Special Reserve Games
URL: Specialreservegames.com
Firmensitz: USA

Versandkosten nach Deutschland: keine Angabe
Steuer/Zollgebühren: 19% bei nachträglicher Verzollung in Deutschland bei persönlicher Abholung im lokalen Zollamt (keine Bearbeitungsgebühr) oder über die Post (+ 6 Euro Bearbeitungsgebühr) bei Zustellung.
Laufzeit der Sendungen: ca. 2 bis 4 Wochen
Kundenservice (z.B. bei Anfragen oder Reklamationen): keine Angabe
Info: Spiele sind Amerikanische Version mit englischer Anleitung aber oft mit deutscher Lokalisierung. Gelegentlich sind einige Titel mit anderen Cover und ohne zusätzliche Ausstattung auch bei Limited Run bestellbar.

Name: Play-Asia.com
URL: Play-Asia.com
Firmensitz: Hong Kong

Versandkosten nach Deutschland: Bei Werbeaktionen oder Play-Exclusive bzw. Eastasiasoft Spiele keine Versandkosten. Ansonsten ab ca. 5-7 Euro
Steuer/Zollgebühren: 20% bei Vorverzollung (nur über die Versandart Airmail DDP, Tax-Free), 19% bei nachträglicher Verzollung in Deutschland bei persönlicher Abholung im lokalen Zollamt (keine Bearbeitungsgebühr) oder über die Post (+ 6 Euro Bearbeitungsgebühr) bei Zustellung.
Laufzeit der Sendungen: mit ein wenig Glück ca. 10 Tage, ansonsten bis zu 4 Wochen
Kundenservice (z.B. bei Anfragen oder Reklamationen): gut
Info: Neben limitierten Play-Exclusiven Spielen gibt es hier auch englische Asia Versionen.

Name: Strictly Limited Games
URL: Strictlylimitedgames.com
Firmensitz: Deutschland

Versandkosten: 5 Euro, Altersprüfung ab 18 bei Zustellung
Steuer/Zollgebühren: Entfällt bei Firmensitz in Deutschland, alle Preise inkl. 19% MwSt.
Laufzeit der Sendungen: 2 Werktage
Kundenservice (z.B. bei Anfragen oder Reklamationen): gut bis mäßig
Info: Einige der angebotenen Spiele sind auch als japanische Version erhältlich oder kommen über „Inin Games“ auch im normalen Handel. Qualität der Ausstattung (z.B. Anleitung, Innenseitencover, Verpackung etc.) bisher eher mäßig. Angekündigte Lieferzeiten zum Zeitpunkt der Bestellung werden oft nicht eingehalten und ziehen sich bis zu 6 Monate hin. Allerdings will man zukünftig mit einem externen Versanddienst und größeren Lager die Versandzeiten verkürzen.

Name: Red Art Games
Firmensitz: Frankreich
URL: Redartgames.com

Versandkosten nach Deutschland: ab 6 Euro
Steuer/Zollgebühren: keine, da innerhalb der EU
Laufzeit der Sendungen: keine Angabe
Kundenservice (z.B. bei Anfragen oder Reklamationen): bisher noch nicht in Anspruch genommen
Info: Französische Europäische Versionen, oft mit deutscher und englischer Lokalisierung.

Name: Super Rare Games
Firmensitz: England
URL: Superraregames.com

Versandkosten nach Deutschland: 8 Britisches Pfund + UK Tax
Steuer/Zollgebühren: keine für den deutschen Zoll, da sich Großbritannien derzeit noch in der EU befindet. Ausgang des Brexit ungewiss. Bei Bestellschluss fallen allerdings zusätzlich Steuern an.
Laufzeit der Sendungen: keine Angabe
Kundenservice (z.B. bei Anfragen oder Reklamationen): keine Angabe
Info: Nur Spiele und Merchandise für Nintendo Switch, Spiele englische UK Versionen, oft mit deutscher Lokalisierung. Ware zum Bestellzeitpunkt bereits auf Lager und wird schnell versendet.

FIFA 20 – Zum Sonderpreis

Alle Jahre wieder veröffentlicht Electronic Arts für die aktuellen Konsolen und PC ein neues Fußballspiel auf dem Markt. Diese Sportspielserie gehört zu den wichtigsten Umsatzstärksten Video- bzw. Computerspielen im Jahr und ist sozusagen ein Selbstläufer, bei dem normalerweise kein großes Marketing nötig ist.

Trotzdem investiert Electronic Arts viel Werbung für den Verkauf. Das Spiel wird auch in einem Bundle mit der PlayStation 4 Konsole (Standard- und Pro Modelle) verkauft, was nicht überraschend ist, denn die PS4 Version hat die mit deutlichen Abstand größten Verkaufszahlen.

Dem Handel freut es, denn er kann für den anstehenden Verkauf beim Hersteller eine große Menge bestellen, ohne das Risiko einzugehen auf unverkaufte Ware sitzen zu bleiben. Ein Verkaufsflop ist mit einem neuen FIFA ebenso fast ausgeschlossen wie bei den bekannten Nintendo Marken wie z.B. Zelda oder Super Mario.

FIFA 20 Verkaufsstart in Deutschland

Eigentlich sollte es ein schönes Verkaufswochenende für den Handel werden, bei dem man ohne großen Aufwand durch den Verkauf der Spiele auch mal etwas daran verdient, hätte da nicht die Media-Saturn-Holding GmbH einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Abgesehen davon, dass der Erscheinungstermin am Freitag den 27.9. nicht eingehalten wurde und die Ware in den Märkten schon am Donnerstag im Verkauf war, wurde die Absatzstärkste PS4 Version Bundesweit für 55 Euro beworben.

MediaMarkt/Saturn kann sich so eine Aktion durch den Hersteller mit einem Werbekostenzuschuss natürlich erlauben. Alle anderen Mitbewerber, die nicht diese Einkaufskonditionen bekommen bzw. ausgehandelt hatten, wird die Möglichkeit genommen, an dem Verkauf mit zu verdienen (vorausgesetzt, man will ebenfalls zum konkurrenzfähigen Preis verkaufen). So ist z.B. die Drogeriemarktkette Müller mit dem Preis von 54,99 Euro nachgezogen, obwohl das Angebot für 59,99 Euro im Werbeflyer (Briefkastenwerbung) für die KW40 längst gedruckt war.

Verzichtet also MediaMarkt/Saturn auf einen ordentlichen Gewinn, ein umsatzstarkes Videospiel mit einer Hersteller UVP von 69,99 Euro bereits am Erscheinungstag für 55 Euro als Werbeangebot „zu verramschen“, wenn es sich in den ersten 2 Wochen genauso gut für 59,99 Euro oder sogar 64,99 Euro verkauft hätte ?
Hier geht es nur darum, mit aller Gewalt so viele Stückzahlen wie möglich schnell durch zu verkaufen, viele Kunden in dem Markt zu bringen – die dann bei der günstigen Gelegenheit hier auch noch etwas anderes kaufen- und Mitbewerber immer weiter zu verdrängen…

Dem Kunden freut es, denn schließlich ist er nicht blöd und kauft dort ein, wo es am billigsten ist. Doch hinter den Kulissen gibt es unter dem Händlern und kleineren Ketten Unmut, denn es ist nicht der erste Titel, der von dem „Großen“ am Erscheinungstag zum „Nulltarif“ verkauft wurde.

Sport ist bekanntlich Mord, doch wer immer wieder ohne Gewinn verkauft, begeht auf längere Zeit einen schleichenden Selbstmord. In diesem Sinne….

Alles nur ein Versehen…? Ja klar doch !

Ein großer Aufreger am vorletzten Wochenende war eine Wiederveröffentlichung der Klassiker Doom 1, 2 und 3 für die aktuellen Konsolen XboxOne, PS4 und Nintendo Switch als Digitaler Download.

Abgesehen davon, dass Doom 1 & 2 mit zu langsamen Sound ablaufen und die Portierung im allgemeinen nicht gut umgesetzt wurde, benötigt man zum Freischalten der Spiele zwingend einen zusätzlichen Account bei Bethesda.net (die momentanen Rechteinhaber der Doom Spiele). Zudem wurde u.a. die Abwärtskompatibilität der älteren Xbox360 Spiele entfernt.

Das führte zu einer gewaltigen Kritik. Bethesda Softworks hat nach dem Shitstorm in Internet die Notbremse gezogen und will in naher Zukunft einen Patch nachreichen, mit dem die alten Klassiker ohne DRM spielbar sind. Die Xbox360 Versionen sind inzwischen wieder auf der XboxOne kompatibel.

DRM bei 20+ Jahre alten Retrospielen und das auch noch bei mobilen Konsolen ?

Mit dem Plug&Play Vorteilen einer Spielekonsole hat so etwas nichts mehr zu tun. Den digitalen Einkauf tätigt man z.B. im eShop von Nintendo, die auch das Geld dafür kassieren. Da sollte es -weil Konsolen (im Gegensatz zum PC) geschlossene Systeme sind- doch von normalen Menschenverstand aus so geregelt sein, dass die normale Registrierung im eShop ausreicht. Alles andere kann Nintendo (oder bzw. auch Sony und Microsoft) mit Bethesda untereinander ausmachen.

Das Kleingedruckte…

Auf der Internetseite von Nintendo of America steht Kleingedruckt geschrieben, dass ein Bethesda.net Account benötigt wird. Der Hinweis ist allerdings sehr klein geschrieben, das es der normale Durchschnittskunde, der mit so etwas eher unbedarft ist, den Hinweis leicht übersehen kann. Meiner Meinung hätte diese Information deutlicher und mindestens in normaler Schriftgröße stehen müssen.

Schöne neue Digitale Welt, bei dem man nur noch den Kopf schütteln kann welche Nadelstreifen-Nieten hier wieder Vorarbeit geleistet haben und ob es überhaupt keine Qualitätskontrolle mehr für Spiele Software gibt.

Mir ist schleierhaft, wie Bethesda im nachhinein behaupten kann, alles wäre nur ein Versehen gewesen und die Registrierung sollte und soll nur optional für Mitglieder des „Slayer-Clubs“ gedacht sein…