Darius Cozmic Collection Special Edition (Nintendo Switch)

Seit Markteinführung der Nintendo Switch wurden bisher ca. 7,7 Millionen Geräte in Japan verkauft. Die PlayStation 4 schaffte es innerhalb von 5 Jahren auf ca. 8 Millionen Geräte (Standard- und Pro Modelle). Nintendo hat also nach nur 2 Jahren die PlayStation 4 bei den Verkaufszahlen (für den japanischen Markt) fast überholt.

Bei der Auswahl der Spiele sieht es hingegen anders aus. Die Dritthersteller haben den Erfolg der Hybrid-Konsole komplett verschlafen und bringen bisher fast nur Umsetzungen und kleine Indie Titel raus. Spätestens ab Herbst ist die Durststrecke vorbei. Bis dahin müssen wir uns noch mit dem zufrieden geben, was in naher Zukunft erscheint.

Für Shoot`em Up Fans ist die Nintendo Switch nämlich bereits jetzt schon interessant. Die japanischen Entwickler haben sich längst von der Xbox One verabschiedet. So hat sich das Blatt von Microsoft wieder in die Richtung zu Sony und Nintendo gewendet.

Inzwischen erschien bereits auf physikalischer Karte Psyvariar Delta oder die Psikyo Collection Vol. 1 & 2. Als Download im eShop ist z.B. Ikaruga erhältlich, das von der Möglichkeit im Tate Modus – die Konsole vertikal aufzustellen – profitiert.

Exklusive Neuerscheinungen für das aktuelle Nintendo System gibt es zwar auch im Shoot`em Up Genre noch nicht, allerdings ist seit dem 28. Februar zumindest eine Darius Collection als Japan Import erhältlich.

Ähnlich wie bei Fire Emblem Fates (für den 3DS) ist die Darius Cozmic Collection als Standard und Special Edition erhältlich, bei dem sich die physikalischen Karten unterscheidet. Während die Standard Edition nur mit 4 Spielen ausgestattet ist, sind auf der Special Edition satte 9 Teile (in insgesamt 13 verschiedenen Versionen) drauf:

Darius (Arcade)
Darius II (Arade)
Sagaia (Arcade) entspr. Darius 2 Overseas Version
Darius Gaiden (Arcade)
Darius Twin (Super Famicom) – Nur auf der Special Edition
Darius Force (Super Famicom) – Nur auf der Special Edition
Sagaia (Sega Master System) – Nur auf der Special Edition
Darius II (Mega Drive) – Nur auf der Special Edition
Darius Alpha (PC Engine) – Nur auf der Special Edition

Wer das Glück gehabt hatte, bekam noch über Amazon.jp einen Downloadcode für die GameBoy Version von Sagaia, der aber nur im japanischen eShop Account eingelöst werden kann.

In der Special Edition Box befindet sich außerdem noch eine Darius Soundtrack CD „The Omnibus II“, das Darius Odyssey Book und ein paar Acrylic Marquees in der Miniaturausführung. Eine rundum gelungene Collectors Box für Shoot`em Up Fans.

Leider ist die Darius Cozmic Collection bisher nicht als Download im eShop geplant. Die Special Edition (mit allen 9 Darius Teilen) ist neben der Bayonetta 2 „Non-Stop Climax Edition“ das bisher teuerste Nintendo Switch Spiel in Japan. Aufgrund der Tatsache, das bis kurz vor dem Release nicht bekannt war, ob für die zusätzlichen Spiele nur ein Downloadcode dabei ist, hatte der ein oder andere interessierte Käufer nicht vorbestellt. Inzwischen ist die o.g. Special Edition komplett vergriffen und über das Internet nur noch mit einem saftigen Aufpreis zu bekommen. Bisher sind auch noch nicht genügend Second Hand Exemplare in Japan im Umlauf, so das man die Preisentwicklung erst in wenigen Wochen abschätzen kann.

Fazit:
M2 liefert die gewohnt hohe Qualität ab. An den Umsetzungen gibt es nichts zu beanstanden, nur das man sich gewünscht hätte den Rand komplett abschalten zu können. So muss man das Spiel selbst auf 16:9 strecken und den Fernseher dann auf 4:3 einstellen, um das richtige Seitenverhältnis zu bekommen wenn man die Spiele ohne Wallpaper auf dem Bildschirm dargestellt haben möchte.

Warum müssen die Darius Teile immer zu Apothekerpreisen verkauft werden ? 200 bis 230 Euro für den Import (inklusive Zoll und Shipping) ist ein gewaltiger Betrag, bei dem selbst ein Sammler erstmal schlucken muss. Ich habe mir wirklich überlegt, wie hoch man mit einer neutralen Bewertung gehen sollte. Einerseits kostet die Special Edition als Hersteller UVP schon ca. 20 000 Yen und bietet auch wirklich gute bis sehr gute Spiele, andererseits haben klassische Retro Sammlungen von z.B. Sega oder Capcom ein deutlich besseres Preis/Leistungsverhältnis.

Bewertung: 7/10

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Resident Evil 2 (PS4)

Resident Evil 2 erschien erstmals im Januar 1998 für die PlayStation. Capcom konnte in den ersten 3 Tagen 380.000 Exemplare in Amerika verkaufen. Im Vergleich zum japanischen Biohazard war dieses mal die westliche Version ungeschnitten. Auch der für die japanische Version geplante George A. Romero Trailer wurde gestrichen. Die beiden Werbespots liefen ausschließlich im Fernsehen.

Das Sequel war in der Entwicklung bereits weit fortgeschritten, als sich Capcom entschlossen hatte, das Spiel nochmals komplett zu überarbeiten. Die ursprüngliche Beta-Version (als Resident Evil 1.5 bekannt) tauchte nach vielen Jahren als ISO im Internet auf.

Resident Evil 2 Remake 2019

Nach fast 20 Jahren entschloss sich Capcom, auf Wunsch der Fans, das Original zu überarbeiten. Der geplante Erscheinungstermin am 25. Januar wurde von den Händlern um einen Tag vorgezogen.

Capcom nutzte für das Spiel die gleiche Grafik-Engine wie auch schon bei Resident Evil 7. Die Grafik wurde aber noch deutlich verbessert und dem neuesten HDR Standard angepasst.

Das Spielprinzip und der Levelaufbau ist mit Resident Evil 7 vergleichbar. Die Rätselelemente wurden noch weiter ausgebaut und sind teilweise wirklich knackig zu lösen. Die Zahlencodes für die Tresore und Vorhängeschlösser sind sehr gut getarnt.

Neben Zusatzwaffen findet man auch Kombinationsteile für Items, um ein bestimmtes Rätsel lösen zu können. Auch ist es somit möglich, eine schwache Knarre aufzurüsten. Elektroschocker oder Flammenwerfer nehmen sogar zwei Plätze für die maximal tragbaren Items weg. Deshalb ist es ratsam, möglichst alle Rucksäcke mitzunehmen um das Inventar für die Items zu erweitern.

Im späteren Spielverlauf wird man ununterbrochen von Mr. X verfolgt, der nur vorübergehend außer Gefecht gesetzt werden kann.

Die Spielzeit im ersten Durchlauf ist relativ gering, weil nämlich die Story noch nicht komplett abgeschlossen ist. Es erfordert einen zweiten Durchgang (2nd Scenario) mit dem anderen Charakter, bei dem der Aufbau des Spieles sich von der Betrachtungsweise des anderen Helden auch unterscheidet. Erst dann trifft man auf dem Finalen Endgegner und bekommt den kompletten Abspann zu sehen. Das ist ein großartiges Feature von Resident Evil 2, wo man die Geschichte von beiden Charakteren erleben kann.

Seit kurzen sind kostenlose DLCs erhältlich, damit Resident Evil 2 auch nach zweimaligen durchspielen noch interessant bleibt.

Fazit:
Die Verkaufszahlen sind bisher nicht ganz so gut ausgefallen wie es Capcom sich eigentlich erhofft hatte. Das soll sich meiner Meinung nach durch den verspäteten Test ändern. Resident Evil 2 ist nicht nur ein Remake, sondern ein komplett neues Spiel. Capcom hat den Titel überarbeitet, um es auch für Kenner des Originals von 1998 interessant zu machen. Die z.T. zu großen Veränderungen mag vielleicht manch einen nicht ganz gefallen, aber es kommen immer wieder Spielabschnitte vor, wo man sich noch erinnert „Aha, das kenne ich auch noch“. Bis auf ein paar Kleinigkeiten wie z.B. der nicht so gute Soundtrack übertrifft Resident Evil 2 sowohl optisch als auch spielerisch das vor 2 Jahren erschienende Resident Evil 7.

Bewertung: 9/10

Preissenkung der PS4 / PS4 Pro zur TGS 2018 ?

Ein Spaziergang durch die Elektrofachmärkte- und Discounter zeigte in den letzten Wochen oft das gleiche Erscheinungsbild: Es sind kaum PlayStation 4 Konsolen vorrätig. In einigen Geschäften gab es zeitweise sogar keine Geräte mehr zu kaufen.

In den Sommermonaten ist es üblich, das die Händler die Lagerbestände bei Spielekonsolen kleiner halten. Die Liefermengen seitens der Hersteller müssen deshalb immer sehr lange vorher geplant werden, damit ab Herbst (oder zeitnah bei einem Release eines Systemsellers) wieder ausreichend Geräte in den Handel kommen. Die Menge der ausgelieferten PS4 & PS4 Pro Spider-Man Bundles vor einer Woche war allerdings nicht übermäßig viel…

Das lässt doch sehr viel Spielraum für Spekulationen. Warum sollte man zur beginnenden Saison kaum Hardware ausliefern ?

Alle Anzeichen deuten auf eine offizielle Preissenkung zur Tokyo Game Show 2018 hin, die in weniger als einer Woche stattfinden wird. Branchenintern spricht eigentlich alles dafür.

Die PS4 ist jetzt knapp 5 Jahre auf dem Markt und (bis auf zeitlich begrenzte Aktionen oder bestimmte Angebote bei Bundles) schon länger im Verkaufspreis unverändert. Seit kurzen ist aber ein überarbeitetes Modell, die CUH-2216 auf dem Markt. Das lässt vermuten, das die Herstellungskosten der Konsole gesenkt werden konnten, der niedrigere Herstellungspreis wurde allerdings noch nicht an den Endkunden weitergegeben.

Die knappe Auslieferungsmenge an Geräten könnte also bewusst von Sony gesteuert worden sein, um später einen größeren LWA (Lagerwertausgleich) zu vermeiden.

Eine andere Möglichkeit wären auch komplett neue Modelle mit einer größeren Festplatte.
Die Preise für mechanische Platten sind in den letzten Jahren enorm gesunken. Auch eine SSD kostet inzwischen halb soviel wie noch vor 4 Jahren (z. Zt. 1TB ca. 190 Euro).
Das „normale“ 500 GB Modell wird dann wahrscheinlich demnächst vom Markt verschwinden und durch eine 1TB Variante ersetzt werden. Auch die PS4 „Pro“ könnte dann zukünftig mit einer 2TB Festplatte ausgeliefert werden (und nicht einmalig bei der 500Mio Limited Edition). Vorausgesetzt, ich liege mit meiner Einschätzung richtig…

Update 3.11.2018:

Inzwischen wurde der Preis der PS4 Pro in Japan von 44980 Yen auf 39980 Yen gesenkt. Außerdem ist seit dem 26. Oktober das neue PS4 Pro Modell CUH-7216 erhältlich, dass momentan nur in Verbindung mit Red Dead Redemption 2 im Handel für 290 bis 440 Euro verkauft wird. Eine Preissenkung für den Europäischen Markt steht noch offen.

Update 25.11.2018:

Am Black Friday war die PS4 Pro inkl. Spiderman für 349 Euro im Angebot. Am darauffolgenden Tag wurde das Gerät für 349 Euro bei z.B. Amazon oder Müller gelistet. Vorraussichtlich ist das jetzt der neue UVP (50 Euro Preissenkung von 399 Euro auf 349 Euro). Man kann aber davon ausgehen, dass im Dezember nochmals eine Rabattaktion geben wird.

PlayStation 4 Neuerscheinungen im 1.Q 2018

Dieses Jahr werden einige sehr vielversprechende Spiele für die PS4 veröffentlicht. In diesem Monat erscheint God of War, im Mai Detroit: Become Human und Ende Oktober Red Dead Redemption II. Um die Wartezeit auf den einen oder anderen Titel zu verkürzen, gibt es noch zwei weitere empfehlenswerte Spiele, die vor kurzem in den Handel kamen.

Shadow of the Colossus

Neuauflagen von älteren Spielen gibt es für die PS4 inzwischen wie Sand am Meer. Oft halten sich die Verbesserungen in Grenzen, so dass sich ein Neukauf oft nicht rentiert, wenn man das Original schon kennt. Bei Shadow of the Colossus handelt es sich um eine 1:1 Umsetzung der ursprünglichen Fassung, die im Jahre 2006 für die PS2 erschienen ist, jedoch mit deutlich verbesserter Grafik und 4K Unterstützung.

Eine HD Version ist bereits vor ein paar Jahren für die PS3 erschienen. Außer einer höheren Auflösung, damit mehr Details von den Texturen zu erkennen sind, hat sich nichts geändert. Wer damals das Original auf der PS2 gespielt hatte und schon die Möglichkeit nutzen konnte, das Spiel über ein Komponentenkabel im Vollbildverfahren auf dem Fernseher darzustellen, wird festgestellt haben wie gut die Grafik bereits ausgesehen hat.

Die Geschichte von Shadow of the Colossus beginnt mit einer Legende, die von einen Verbotenen Land erzählt, das hier eine Macht existiert, die Seelen von den Toten zurückholen kann. Doch das betreten dieses Landes ist streng verboten…

Der Held des Spieles ist mit Pfeil und Bogen sowie einen besonderen Schwert ausgerüstet. In dem verlassenen Gebiet sind 16 Kolosse versteckt, die besiegt werden müssen damit die abgebildeten Gegenstücke im Tempel zerstört werden.

Hält man das Schwert in der richtigen Position im Himmel, dann bildet sich das Licht zu einem gebündelten Strahl, der die Richtung der teilweise sehr gut versteckten Kolosse anzeigt. Weil die Entfernungen zu den Ruinen oder Landschaften sehr weit sind, ist das Pferd Agro fast unverzichtbar.

Jeder Koloss hat unterschiedliche Schwachpunkte die vom Spieler herausgefunden werden müssen. Der Lichtstrahl des Schwertes zeigt nämlich nur auf die verwundbaren Stellen des Kolosses. Im Kampf bekommt man aber gelegentlich einen kleinen Tipp, welche Taktik man anwenden kann um zu der verwundbaren Stelle des Kolosses zu kommen. So muss man z.B. einen Koloss lange Zeit ärgern, damit er an Felsmauern schlägt und die dadurch herabfallende Steine seinen Panzer beschädigen. Erst dann ist der verwundbare Punkt zugänglich. Ein anderer Koloss fürchtet die brennende Fackel und muss zuerst aus dem Tempel herausgejagt werden.

Auf ein stärkeres Schwert oder Zusatzwaffen wird komplett darauf verzichtet. Den meisten Schaden richtet man an, wenn man an den verwundbaren Punkt lange genug den Button für das Schwert gedrückt hält und dann rechtzeitig loslässt. Neben der Energieanzeige gibt es eine Ausdaueranzeige, wie lange man sich am einen Koloss festhalten kann. Deshalb sollte man immer genau aufpassen und jede Möglichkeit im Kampf nutzen, sich kurzzeitig loszulassen damit die Ausdauerenergie wieder regeneriert werden kann.

Wer sich hier schwer tut, sollte in der Landschaft nach Früchten an den Bäumen und Eidechsen Ausschau halten. Hier kann die Lebens- und Ausdauer Energieanzeigen erweitert werden.

Fazit:
Leider besitze ich noch kein Pro-Modell um das Spiel in der bestmöglichsten Grafik spielen zu können. Aber auch ohne einen 4K Fernseher sieht Shadow of the Colossus auf einer „normalen“ PS4 sehr gut aus. Fumito Ueda hat ein besonderes Kunstwerk abgeliefert, bei dem es bis heute kein vergleichbares Spiel dieser Art gibt.

Bewertung: 10/10

Life is Strange – Before the Storm

Life is Strange von den französischen Entwicklern Dontnod Entertainment war ein Ausnahmespiel und bekam vor zwei Jahren eine Bestbewertung. Seit dem 9. März ist „Before the Storm“ mit allen Episoden endlich als physikalische Version im Handel erhältlich. Wie schon damals gibt es das Spiel zunächst nur als Limited Edition, die wahrscheinlich später durch eine normale Variante ersetzt wird.

Die Geschichte von „Before the Storm“ wird noch vor dem ersten fünf „Life is Strange“ Episoden erzählt. Chloe Price trifft an einem Abend auf einen Punkkonzert die Mitschülerin Rachel Amber und sind seitdem gute Freundinnen.

Das Hauptfeature in diesem Spiel ist ein sog. Dialogsystem. Die aufeinanderfolgenden Textpassagen müssen jeweils richtig beantwortet werden, um z.B. bei einem Türsteher vorbeizukommen. Weiterhin kann man wie im Vorgänger eigene Entscheidungen treffen. Ansonsten kann die Geschichte nicht groß beeinflusst werden und auch die Rätsel sind keine richtige Herausforderung. Das Spiel ist also eher zu vergleichen mit einer Erzählung. In den 3 Haupt-Episoden wird daher kaum auf die Geschichte mit Max und Chloe eingegangen.

Trotzdem ist es den Entwicklern von Deck Nine gelungen, ein weiteres Emotionales Adventure herauszubringen. Wer an den ersten fünf Originalepisoden gefallen hatte, sollte sich „Before the Storm“ nicht entgehen lassen.

Fazit:
Jetzt wird es kritisch: Hatte ich vor zwei Jahren „Life is Strange“ noch mit voller Punktzahl bewertet und die physikalische Handelversion gelobt, müsste die Bewertung für das Prequel annähernd ähnlich sein. Doch genau hier liegt das Problem auf der Hand: Before the Storm ist mit den 3 Hauptepisoden deutlich kürzer als sein Vorgänger. Ärgerlich ist auch die nicht ganz gut durchdachte Handelsversion, welche in Europa derzeit ausschließlich als zu teure Limited Edition erhältlich ist. Eine etwas längere Wartezeit, die Bonus-Episode „Lebewohl“ zusätzlich auf die Disc mit draufzupacken anstatt einen Downloadcode beizulegen, wäre im Nachhinein die bessere Entscheidung gewesen. Aber aus Marketinggründen musste die Handelsversion unbedingt gleichnah mit dem Erscheinen der Bonus-Episode veröffentlicht werden.

Mit diesem Spiel macht man keinen Fehlkauf, doch ich empfehle etwas zu warten bis der Preis runtergeht, denn 39,99 Euro für den gebotenen Spielumfang ist etwas zuviel.

Bewertung: 7/10

Nintendo Switch gekauft !!!

Über die Nintendo Switch gelangten lange Zeit keine Informationen an die Öffentlichkeit. Erstmals wurde das Gerät nicht auf der E3 vorgestellt, sondern am 20. Oktober 2016 in einen ca. 4 Minuten langen Trailer. Fast 3 Monate später wurde die Konsole am 13. Januar 2017 in Tokyo ausführlich präsentiert. Neben dem Veröffentlichungsdatum wurden noch Spiele, Zubehör und Preise genauer bekanntgegeben.

Am 3. März 2017 wurde die Nintendo Switch zusammen mit den Spielen Super Bomberman R, 1-2-Switch, Just Dance 2017 und The Legend of Zelda – Breath of the Wild in Deutschland veröffentlicht. Gleichzeitig erschien die Konsole auch in den anderen wichtigsten Märkten (Amerika, Japan und weiteren Europäischen Ländern) mit z. T. einer etwas größeren Auswahl an Spielen.

Nintendo lieferte eine beachtliche Menge an Konsolen und Spielen aus. Obwohl ein großer Teil davon im freien Verkauf verfügbar war, gab es in nahezu fast allen Geschäften spätestens am Samstag gar keine Geräte mehr zu kaufen.

In Japan war über viele Monate die Nintendo Switch nicht im freien Verkauf erhältlich. Auch bei meinen letzten Aufenthalt (Juni 2017) hätte ich sie nur mit etwas Glück an einen Tag kaufen können. In Europa hingegen gab es nur zeitweise Lieferengpässe, die sich ab Herbst lockerten.

Trotz allen Unkenrufen von Analysten und Brancheninsidern hat es die Firma Nintendo mit dem großen Erfolg der Konsole wieder einmal bewiesen, dass sich das Geschäft mit einer eigenen Hardware rentiert, auch wenn man in den letzten 20 Jahren nicht immer ganz erfolgreich damit war. Nachdem sich die Japaner mit der WiiU einen Flop geleistet haben (ca. 13,5 Mio verkaufte Konsolen innerhalb von 4 Jahren) und sich der 3DS außerhalb Japans nur knapp über dem Durchschnitt verkauft hat, gab es immer wieder Gerüchte, das Nintendo in diesen Geschäftsbereich zukünftig nur noch als Dritthersteller tätig sein wird. Mit den Apps für Smart Geräte und einigen Wii Ports für Nvidia Shield TV (vorerst nur in China) erwartet man lediglich nur eine zusätzliche Einnahmequelle.

Hybrid Konsole: Handheld-, Tablet- und TV Mode

Zunächst einmal ist die Nintendo Switch ein Handheld und somit der inoffizielle Nachfolger zum New 2DS/3DS. Nintendo selbst sieht die Konsole hingegen als ein stationäres System und soll offiziell die WiiU ablösen. Schliesslich möchte das Unternehmen solange es noch geht den New 2DS XL und die dazugehörigen Spiele als Einsteigermodell verkaufen.

Die Bedienungsanleitung erinnert an die Club Nintendo Ausgaben der 90er Jahre…

Die Konsole kann Stationär und Portabel betrieben werden. Im TV Mode wird das Gerät mit der Dock-Station verbunden. Die beiden Joy-Cons können sowohl im TV- als auch im Tablet-Mode entweder einzeln oder zusammen mit Hilfe eines Griffhalterung bedient werden. Alternativ wird ein separat erhältlicher Pro-Controller für ca. 70 Euro angeboten. Im Handheld-Mode werden die Joy-Cons seitlich mit der Konsole verbunden. Ist die Nintendo Switch mit keinem Netzteil verbunden, hält der Akku etwa 3 Stunden.

Normalerweise kann jedes Spiel in allen drei o.g. Varianten gespielt werden, doch da gibt es auch Ausnahmen. So ist z.B. Voez wegen der Touchscreensteuerung nur im Handheld-Mode spielbar.

Die Technik…

Mit einer leistungsstarken Heimkonsole wie z.B. die XboxOne-X kann man die Nintendo Switch natürlich nicht vergleichen. In der Konsole ist ein modifizierter Nvidia Tegra X1 Processor verbaut und somit liegt die Leistung über der WiiU. Obwohl die Nintendo Switch mehr kann, als was man es bei den derzeit erhältlichen Spielen sieht, hängen die grafischen Möglichkeiten natürlich von den jeweiligen Programmierern ab, wie gut die Spiele der Hardware angepasst werden.

Jeder Joy-Con ist mit einen Beschleunigungsmesser und Kreiselinstrument für die Bewegungssteuerung ausgestattet. Außerdem befindet sich jeweils eine sog. haptische Feedback-Engine für die HD-Rumble Funktion. Im rechten Joy-Con ist zusätzlich eine NFC Schnittstelle für die Amiibos sowie eine Infrarot-Bewegungskamera verbaut, die Objekte und Bewegungen erkennen kann.

Max 32 Giga Pro-Gear Spec

Nintendo Switch Spiele werden auf Rom-Karten ausgeliefert. Somit ist es die erste stationäre Konsole seit dem Nintendo 64, die wieder auf Cartridges setzt. Durch den Verzicht von optischen Speichermedien und einer mechanisch rotierenden Festplatte sind die Zugriffszeiten bedeutend schneller als auf z.B. auf der PS4 und die lästige Vor-Installation der Spiele entfällt. Derzeit gibt es Karten mit unterschiedlichen Speicherkapazitäten, davon maximal 32 GB, die bisher nur von Dragon Quest Heroes 1 & 2 genutzt wird. Größere Karten mit 64 GB Speicherkapazität sollen erst ab 2019 kommen.

Trotzdem sind einige Dritthersteller nicht bereit, den Preis einer 32 GB Karte zu bezahlen und nehmen stattdessen die minimal günstigeren 16 GB Karten. So kamen inzwischen Spiele mit sogenannter Dongle-Funktion in den Handel, die nur ca. die hälfte der Daten beinhalten. L.A. Noire benötigt einen zusätzlichen Download von 14 GB und für NBA 2k18 müssen 17 GB an Daten heruntergeladen werden, damit das Spiel überhaupt erst spielbar ist, obwohl es auf einer 32 GB Karte Platz gehabt hätte. Das macht eine Handelsversion nicht nur relativ sinnlos, sondern ist in meinen Augen eine Kundentäuschung.

Der interne Speicher für Downloadspiele kann mit handelsüblichen Micro SD Karten erweitert werden. Das ist ein großer Vorteil gegenüber der PS Vita, wo die dazugehörigen Speicherkarten ausschließlich auf das System zugeschnitten waren und seitens Sony dafür absurde Preise verlangt wurden (z.B. für eine 32 GB Speicherkarte 79,99 Euro in Europa).

Eine Konsole ohne Spiele ist wie ein Auto ohne Benzin.

Die Dritthersteller sind vom Erfolg überrascht worden und können nach anfänglicher Zurückhaltung natürlich nicht von heute auf morgen die entsprechenden Spiele auf dem Markt bringen. Bis auf ein paar Umsetzungen ist noch nicht viel passiert.

Mit Super Mario Odyssey, Splatoon 2, The Legend of Zelda – Breath of the Wild, Mario Kart 8 Deluxe, Blaster Master Zero, Mario + Rabbids Kingdom Battle, Xenoblade Chronicles 2 oder Arms bspw. erschienen im ersten Jahr schon ein paar sehr gute Spiele.

Nach der Nintendo-Direkt vom 11. Januar 2018 ist zukünftig auch mit weiteren leicht verbesserten WiiU Ports zu rechen. Ob die Umsetzungen einem zusagen hängt natürlich vom persönlichen Geschmack auch davon ab, ob man die Vorgängerkonsole besitzt. Nintendo geht nämlich davon aus, dass viele Käufer der Nintendo Switch die WiiU Versionen nicht kennen.

Im April erscheint „Nintendo Labo“, das ein völlig neues Spielprinzip bietet und die Fähigkeiten der Joy-Cons voll ausnutzt. Mit weiteren Ankündigungen ist erst auf der E3 im Juni zu rechnen.

Keine Regionalsperre und mehrere Accounts möglich

Aufgrund heftiger Kundenproteste (der 3DS ist in vier Ländercodes unterteilt) wurden die strengen Richtlinien für die Nintendo Switch überdacht. Auf jedem weltweit verkauften Gerät können alle Rom-Karten abgespielt werden. Die Konsole kann auf allen Sprachen umgestellt werden und das Netzteil ist mit einer Eingangsspannung von 100 V bis 240 V kompatibel.

Wurde ein Nintendo Account mit einer alten Nintendo Network ID (z.B. vom 3DS) verbunden, ist der Account an das Land der NNID verknüpft. Mit einem Account, der keiner alten Nintendo Network ID zugewiesen wurde, kann die Region jederzeit gewechselt werden. Daher ist es nicht zwingend notwendig, für jede Region einen eigenen Account zu erstellen. Allerdings verfällt das aktuelle Guthaben bei einem Wechsel unwiderruflich. Von einem amerikanischen Account kann nur auf eine andere Region gewechselt werden, wenn kein Restguthaben mehr vorhanden ist oder man sich direkt an den amerikanischen Kundenservice wendet. Aus diesen o.g. Gründen wird das erstellen eines Zweitaccounts empfohlen.

Preise und Folgekosten

Im Laufe dieses Jahres wird der Onlineservice kostenpflichtig sein. Die Maut für 30 Tage beträgt 3,99 Euro, für 90 Tage 7,99 Euro und eine Jahresvignette wird dann 19,99 Euro kosten.

Laut einer Umfrage auf ntower.de finden mehr als die Hälfte der Befragten Teilnehmer die Konsole und v.a. das Zubehör als zu teuer. Für ein Joy-Con Set müssen ca. 80 Euro oder für die separat erhältliche Dockstation ca. 90 Euro auf dem Ladentisch hingelegt werden. Ähnlich sieht es mit dem Plastik-Zubehör aus. Der Joy-Con Griff mit Ladefunktion kostet stolze 30 Euro.

Mit 329 Euro ist die Nintendo Switch in Europa verhältnismäßig teuer. Im Vergleich zu dem Preis in Japan für 29 800 Yen (ca. 230 Euro beim derzeitigen Umrechnungskurs) ergibt sich ein Unterschied von ca. 100 Euro. Zum Vergleich: Eine PS4 Pro kostet in Japan beim derzeitigen Umrechnungskurs ca. 345 Euro und liegt durch die letzten Angebote der Flächenmärkte (285 Euro bis 319 Euro) sogar zeitweise über dem Preis in Deutschland.

Während die Konsole eine einmalige Investition ist und man beim Kauf mit Angeboten bei den Flächenmärkten 20-30 Euro sparen kann, sollten meiner Meinung die Zubehörpreise gesenkt werden um den Markt nicht zu sehr zu beschränken.

Fazit:

Die Nintendo Switch übertrifft meine Erwartungen, auch wenn das derzeitige Angebot an Spielen noch ausbaufähig ist.