Archiv für die Kategorie ‘Retrogames’

Vor 2 Wochen erschien die PS4-Pro und mit der bereits erhältlichen VR-Brille brachte Sony eine weitere Neuheit für die PlayStation 4 auf dem Markt.

Nintendo pfeift hingegen auf Virtual Reality und veröffentlicht die „Nintendo Switch“ wie geplant im März 2017. Die Umsätze zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft werden größtenteils mit dem New 3DS XL, der „Sparversion“ 2DS sowie den Pokemon Spielen gemacht. Ganz ohne neue Hardware wollte man dann doch nicht alleine dastehen und bringt stattdessen eine Neuauflage des NES (als Nintendo Classic Mini: Nintendo Entertainment System, kurz NES mini) in die Märkte.

Hierbei handelt es sich um eine Miniaturausgabe der 8-Bit Konsole, in dem bereits 30 Spiele installiert sind. Weitere Titel können nicht nachträglich hinzugefügt werden. Um den neuen Fernsehstandard gerecht zu werden, ist die Konsole Serienmäßig mit einem HDMI Anschluss ausgestattet.

Das NES mini ist vom Konzept ähnlich vergleichbar wie die „kleinen“ Atari 2600- oder Mega Drive Nachbauten, die es seit einigen Jahren schon zu kaufen gibt. Der Unterschied ist jedoch, dass man das Originaldesign der Konsole aus dem 80er Jahren beibehalten hatte und das ganze wesentlich hochwertiger verarbeitet ist als bei den Mitbewerbern.

Nintendo hat bei den Spielen eine gute Auswahl getroffen. Spielspaßgurken gibt es so gut wie fast gar nicht. Zu den Klassikern gehören vor allem die Zelda- und Super Mario Spiele, sowie Bubble Bobble, Castlevania, Super C (aka Probotector 2), Ice Climber und vor allem Mega Man 2.

Die Nachfrage nach der Retrokonsole ist jedenfalls sehr groß. Ein Elektrofachmarkt zwischen München und Passau hätte am Erscheinungstag locker 70 Konsolen verkaufen können, wenn Nintendo diese auch geliefert hätte. Nintendo hat sich für die Veröffentlichung des NES mini genau den richtigen Zeitpunkt herausgesucht und Retrogaming Massenmarkttauglich gemacht. Diesen Retro-Trend konnte man bereits vor ein paar Jahren bei der Vinyl Schallplatte beobachten.

Nintendo Classic Mini: Nintendo Entertainment System

In der Konsole sind handelsübliche Standardbauteile wie z.B. ein 4-Kern-SoC mit ARM-Architektur verbaut. Die NES Spiele laufen über eine Emulation ab. Das Gehäuse ist sehr sauber verarbeitet und die Controller entsprechen größtenteils dem Original von 1985 (abgesehen von anderen Stecker).

Lieferumfang:
Leider befindet sich wieder kein Netzteil im Lieferumfang. Glücklicherweise kann man ein handelsübliches 5V USB Netzteil mit mindestens 1 Ampere Strombelastbarkeit verwenden und ist nicht wie beim 3DS auf spezielle Netzteile angewiesen. Ansonsten sind noch jeweils ein USB- und HDMI Kabel, sowie ein Controller und die Bedienungsanleitung in der Verpackung mit dabei.

Das Kabel ist zu kurz

Die Kabellänge des Controllers (ca. 70cm, beim alten NES noch 2,30 Meter) finde ich eine Zumutung. In Zeiten, wo sich in den Haushalten Flachbildfernseher mit einer Durchschnittsgröße von 50“ befinden ist es mir schleierhaft, was sich Nintendo eigentlich dabei gedacht hat.

Menü:
Über das Menü wurde schon auf anderen Internetseiten ausführlich berichtet. Die Möglichkeit, den Spielstand über die Reset-Taste manuell zu sichern finde ich als sehr praktisch, speziell bei den Spielen Kid Icarus und Metroid.

Bilddarstellung:
Das NES mini gibt eine Auflösung von 720p aus. Die Spiele entsprechen der amerikanischen Version und laufen in der Originalgeschwindigkeit im 60 Hz Modus ab. Zur Auswahl gibt es den CTR Modus, den 4:3 und eine Pixelgenaue Darstellung.

Bildvergleich SMB3:

Bild 1: NES via Composite Video auf einer Röhre, Bild 2: NES mini im CTR Modus auf dem LCD

Bildvergleich Dr. Mario:

Bild 1: NES via Composite Video auf einer Röhre, Bild 2: NES mini im CTR Modus auf dem LCD

Der CTR Filter ist etwas unschärfer und dunkler als die normale Video Bildausgabe des „alten“ NES auf einem Röhrenfernseher. Die vertikalen Kanten sind sauberer mit weniger störenden sog. „Perlketteneffekten“. Im 4:3 Modus ist das Bild bei Spielen mit horizontalen Scrolling unsauber. Einwandfrei, wenn auch etwas zu scharf, ist die Pixelgenaue Darstellung. Leider verzichtete man auf eine Option, für alle drei verfügbaren Bildoptionen sog. „Scanlines“ manuell einzustellen. Diese sind nur im CTR Modus vorhanden, die aber bei Fernsehern mit einer nativen Auflösung von 1360×768 (z.B. Samsung R8 Serie) leicht ungleichmäßig dargestellt werden.

Bei den Spielen selbst gibt es noch eine minimale Änderung. Die Blitz-Effekte bei Mega Man 2 (nachdem eine Spielstufe ausgewählt oder in den Dr. Wily Stages ein Boss besiegt wurde), der flackernde Game Over Screen bei Zelda 2 oder die schnell wechselnden Bilder bei Kirby`s Adventure (als Crash-Kirby) wurden geändert, abgeschwächt oder wegrationalisiert. Der Grund liegt vermutlich daran, um bei bestimmten Personen Epilepsie-Anfälle zu vermeiden.

Musikausgabe:
Die Tonausgabe ist weniger gut gelungen. Einige Musikstücke werden nicht ganz akkurat abgespielt (z.B. Kid Icarus 1. Level) oder einige Soundeffekte verzögert wiedergegeben (z.B. der Peitschenschlag bei Castlevania oder das Sprunggeräusch bei Super Mario Bros.). Hier hat Nintendo leider geschlampt. Wer die Originalspiele nicht in- und auswendig kennt, wird den Unterschied kaum feststellen.

Fazit:

Für ca. 60 bis 70 Euro ist das NES mini trotz nicht ganz perfekter Emulation und kleineren unnötigen Mängeln (z.B. zu kurzes Kabel bei den Controllern) ein schönes Weihnachtsgeschenk.

Kaufempfehlung: 7/10

Das dümmste was Nintendo jetzt machen kann, ist nicht genügend Geräte auszuliefern. Das NES mini muss spätestens Mitte Dezember beim Obletter, Saturn und Co. in ausreichenden Mengen in den Regalen stehen und nicht erst wieder im Februar, wo das Weihnachtsgeschäft vorbei ist. Und derzeit sieht es leider so aus, dass viele Kunden leer ausgehen werden…

Gameshopping in Paris

Veröffentlicht: 31. Oktober 2016 in Retrogames

Paris – Die Stadt der Liebe. Jedes Jahr kommen hier 16 Millionen Touristen, um die berühmten Sehenswürdigkeiten wie z.B. den Eifelturm oder das Louvre Museum zu besuchen. Wer dann noch Geld zum einkaufen übrig hat, verbringt die Zeit in den bekannten Meilen wie z.B. die Rue de Rennes oder die Champs-Elysées. Videospiel interessierte Kunden gehen in diesen Orten meist leer aus, denn trotz hoher Bekanntheit sind die meisten Geschäfte im Modebereich vertreten.

Grund für meinen 4-Tägigen Aufenthalt in Paris war neben den Sehenswürdigkeiten auch eine besondere Straße, die von Touristen weitgehend noch nicht bekannt ist und bisher in keinen Reiseführer erwähnt wurde. Die Rede ist von der Boulevard Voltaire, dem kleinen Europäischen Akihabara. Im Gegensatz zu Tokyo gibt es hier weder Maid Cafes, noch große Ketten, die sich über mehrere Stockwerke erstrecken, sondern schlicht und einfach reine Video- und Computerspielläden und das ein oder andere Hobby-, Manga- und Figurengeschäft.

Paris ist außerhalb Japans der beste Ort, wo es viele Fachgeschäfte gibt, die eine große Auswahl an alten Videospielen- und Konsolen führen. Man merkt in Frankreich auch immer sehr deutlich, dass Videospiele viel selbstverständlicher als Kulturgut betrachtet werden, als das in Deutschland der Fall ist. Im bekannten Louvre Museum wird sogar der Nintendo 3DS als Audioguide bzw. Museumsführer verwendet.

Boulevard Voltaire – Das Europäische Akihabara

Zwischen den Metro Stationen République und Oberkampf sind auf dem Boulevard Voltaire die meisten eigenständigen Videospielläden zu finden. Außerdem befindet sich dort noch das ein oder andere Hobby- und Merchandise Geschäft, die oft auch noch ein paar Spiele anbieten.

Foto 1 und 2: Trader Games

Steigt aus der Metro Station République aus und geht Richtung der Pizzeria Pino. Gleich am Anfang befindet sich auf der rechten Seite der Trader Games. Im Erdgeschoß befinden sich die aktuellen Systeme. Bei den Neuspielen aus dem Standardsortiment wird in der Regel nur ein Exemplar in der Vitrine ausgestellt. Beim Kauf bekommt Ihr dann eins aus dem Lager ausgehändigt. Teilweise gibt es die Spiele in zwei verschiedenen Versionen zur Auswahl, d.h. eine einheimische Französische und eine Englische UK Auflage. Importspiele sind durchwegs zu vernünftigen Preisen zu bekommen. Caladrius Blaze als Asia Version (PS4) kostet 44,99 Euro und in etwa genauso teuer als wenn man es selbst aus Hong Kong importiert. Ein New 3DS LL (japanische Version) ist mit 249 Euro auch ein guter Preis wenn man bedenkt das bei einer Bestellung aus einem Drittland normalerweise noch Porto und EUSt. dazukommen. 129 Euro für die Rockman E-Limited Edition oder 79 Euro für eine gebrauchte, aber im 1A Top-Zustand erhaltene Hyrule Warriors LE war jetzt auch nicht übertrieben.

Foto 1-4: Trader Games

Im Obergeschoß befinden sich die Spiele aus den vergangenen Konsolengenerationen. Wie in Japan wird der Zustand von Originalverpackten Spielen nach Einstufungen wie z.B. mit geringen Gebrauchsspuren, durchschnittlichen Gebrauchsspuren oder starken Gebrauchsspuren (A, B und C) gekennzeichnet.

Gleich gegenüber auf der linken Seite der Blvd. Voltaire, wo sich die meisten Geschäfte befinden, steht im Untergeschoß des japanischen Merchandise Geschäft „Mangarake“ eine kleine Vitrine mit ein paar Videospielen.

Foto 1-3: Maxxi Games

Nebenan ist der Maxxi-Games nicht zu übersehen. Im Erdgeschoss konnte man zu diesem Zeitpunkt (vermutlich wegen Umstellung der Regale) leider nicht ganz weit nach hinten gehen. Im Keller sind die Retrospiele ausgestellt. Trotz großer Auswahl gab es praktisch so gut wie kein Originalverpacktes SNES Spiel zum vernünftigen Preis. Realistischer waren da schon die Preise für lose Module. Leider ist Maxxi-Games ein teurer Laden, der selbst für manche Neuerscheinungen 5 Euro mehr verlangt als der marktübliche Verkaufspreis. Für Chibi-Robo Zip-Lash, das es bei uns in jeder Müller Filiale für 19,99 Euro gibt, wollte man dort stolze 79 Euro. In Frankreich gibt es mehrere Maxxi-Games Geschäfte. Inwieweit sich diese vom Sortiment und den Preisen unterscheiden ist mir nicht bekannt.

Mod Fusion

Ein paar Meter weiter nach links in die Rue Rampon ist an der Kreuzung zur 44, rue de Malte der „Mod Fusion“. Leider ist der Laden ziemlich chaotisch und heruntergekommen, hatte aber das ein oder andere gebrauchte Spiel zum niedrigen Preis gehabt.

Ein weiteres interessantes Geschäft ist „Tronix“, das Reparaturen und Ersatzteile für Konsolen anbietet. Das Ladenlokal hat eine schöne Ausstellung, wo sämtliche Geräte und Zubehörteile auseinandermontiert angesehen werden können.

Foto 1-3: Retrogameplay

Retrogameplay bietet ebenso eine große Auswahl an aktuellen und älteren Systemen. Tokyo Mirage Sessions #FE in der Fortissimo Edition, die in Deutschland schon kurz nach dem Erscheinungstag vergriffen war, standen hier noch mehrmals in der Vitrine.

Stockgames ist eher nur bei der aktuellen und letzten Konsolengeneration interessant. Im Keller befindet sich zwar auch eine Abteilung mit Retro Systemen, diese ist aber nicht so groß wie bei den anderen Geschäften. Im Manga Story und Hobby One lohnt es sich auch mal reinzuschauen. Zumindest einer der beiden Läden hatte auch Videospiele gehabt.

Sat. Elite Videogames hat nebeneinander mehrere Geschäftsräume. Für jeden Konsolenhersteller (Microsoft, Sony, Nintendo) gibt es ein eigenes Ladenlokal. Außerdem sind die DVD- und BluRay Filme nochmals woanders untergebracht. Der Level Up liegt ebenfalls auf dem Weg. Das Geschäft dürfte es aber inzwischen nicht mehr geben, da zu meinen Aufenthaltszeitpunkt ein Räumungsverkauf stattgefunden hatte.

Geht man durch die Passage du Jeu de Boules, ist gleich links um die Ecke (47 Rue de Malte) der „Game Them All“ in einer Seitengasse versteckt. Man merkt, dass der Inhaber sein Hobby zum Beruf gemacht hat, denn er spielt den ganzen Tag am liebsten auf dem Neo Geo AES. Die Auswahl ist bedeutend weniger als woanders, dafür sind viele Spiele im sehr guten Zustand.

Foto 1 und 2: Recycle Store

Das letzte Geschäft ist etwas weiter auf der rechten Seite, kurz vor der Station Oberkampf. Im Recycle Store sind manche Spiele etwas günstiger zu bekommen. Raritäten wie z.B. Ginga Fukei Densetsu Sapphire für die PC-Engine gehören ebenso zum Sortiment dazu wie normale Standardware.

Die für mich interessantesten Geschäfte waren Trader-Games, Game Them All und der Recycle Store. Die Manga- und Figurengeschäfte hatten eine tolle Atmosphäre als wäre man jetzt in Japan und nicht in Frankreich. Überhaupt legen die meisten (Videospiel) Shops in Paris bei den LE`s viel Wert auf eine gut erhaltene Originalverpackung. Beschädigungen mit einem Diebstahl-Sicherungsband, wie es leider in vielen Geschäften in Deutschland gehandhabt wird, konnte ich in Paris nur bei Fnac feststellen.

Abseits gelegene Shops:

Wenn man nicht schon von der gigantischen Auswahl durcheinander ist, das man sich nicht mehr erinnern kann in welchen Geschäften welches Spiel in der Vitrine stand, kann auf dem Weg gleich noch woanders vorbeischauen.

Steigt von dort aus in die Metro Station Oberkampf und fährt zwei Stationen bis zur Metro Station Voltaire. Hier geht man südlich die Avenue Ledru Rollin runter. Gleich rechts (in die 41 Rue Basfroi) ist noch der recht nette Retrogame-Shop.

Foto 1-3: Retrogame-Shop

Anschließend geht Ihr die Avenue Ledru Rollin noch etwas weiter südlich bis zur gleichnamigen Metro Station Ledru-Rollin. Dort befindet sich an der Kreuzung ein Book-Off, der ganz wenig Spiele zur Auswahl hat, aber die Konsolen relativ günstig zu bekommen sind. Eine PS3 kostet dort 60 Euro und eine WiiU gibt es für ungefähr die Hälfte des derzeitigen Neupreises. In der 71 Rue Crozatier gibt es noch den Neo-Legend. Hier werden aber größtenteils nur Bauteile und Dienstleistungen für Spielautomaten angeboten.

Weitere Fachgeschäfte:

Wer von Museumsbesuchen genug hat, kann auch an anderen Orten vorbeischauen. Beispielsweise gibt es in der Gegend um die Metro Station Cluny-La Sorbonne diverse Comic-, Manga- und Merchandiseläden. Viele der Läden sind in der Rue Dante und an der Kreuzung Rue Saint- Jacques & Blvd. Saint Germain. Der Game Corner befindet sich in der 15 Rue Saint-Jacques. Etwas weiter südöstlich befindet sich in der 6 Rue des Écoles der Replay Jussieu und ein paar Meter weiter der Stock Games Replay.

Flächenmärkte und Ketten:

Für Elektronikmärkte und große Kaufhäuser war die Aufenthaltszeit in Paris natürlich viel zu kurz. Trotzdem habe ich es in zumindest in jeweils einer Filiale geschafft.

Unschwer zu erkennen: Fnac

Fnac ist ein Medienkaufhaus, die ebenfalls mehrere Standorte in Frankreich bzw. Paris haben, Die kleinen Fnac Zweigstellen in den Bahnhofsgebäuden haben nur ganz wenige Spiele und Konsolen. Eine größere Auswahl gab es in einer Filiale an der Rue des Rennes. Die Preise sind in etwa in dem Bereich angesiedelt, wie die Spiele in den letzten Jahren in den Karstadt Kaufhäusern gekostet hatten. Dafür gab es ein paar gute Zeitlich befristete Sonderangebote. Mirrors Edge Catalyst oder die Uncharted Collection waren mit jeweils 19,99 Euro ein Schnäppchen.

Micromania ist das französische GameStop. Dementsprechend richtet sich das Angebot auch an einer anderen Zielgruppe. Im Gegensatz zu Deutschland oder Amerika waren Neuspiele größtenteils noch in der Originalfolie eingepackt oder geöffnete Ausstellungsstücke in einer Hartbox eingeschlossen.

Preise und vorläufiges Fazit:

Über die Preise von Spielen für ältere Systeme möchte ich nicht wieder groß darüber das diskutieren anfangen. Ein gut informierter Sammler, der sich über sehr viele Jahre hinweg damit beschäftigt hat, weiß ganz genau dass die Preise für Retrospiele derzeit grundsätzlich übertrieben teuer sind.

In Paris werden leider teilweise sogar absurde Preise dafür verlangt. Hier entsteht für mich der Eindruck, das man wohl mit Absicht den Preis bei bestimmten Spielen derart hoch angesetzt hat, nur um der Kundschaft zeigen zu wollen welche tolle Sachen man im Regal stehen hat aber eigentlich keine Interesse daran besteht, ernsthaft verkaufen zu wollen.

Ramschpreise wie in Japan oder Angebote wie bei uns in den Flächenmärkten kann man sich zumindest in der Blvd. Voltaire abschminken. Für Elektronikmärkte, Kaufhäuser und Einkaufsarkaden war die Zeit zu kurz um überhaupt mal zu schauen, wie dort die Auswahl, Angebote und die Preise sind. Bei der nächsten Reise nach Paris plane ich das dann aber mit ein.

Spielhallen in Italien – Sommer 2016

Veröffentlicht: 17. September 2016 in Retrogames, Videogames

Seit dem ersten Bericht über die Spielhallen (bekannt auch unter Sala Giochi oder Spiel Saal) in Bibione bzw. Italien sind immerhin schon 7 Jahre vergangen. Da ich dieses Jahr zweimal meinen Urlaub an der Adria verbracht hatte, ist es Zeit für eine größere Zusammenfassung.

Meine ersten beiden Beiträge könnt Ihr unter folgenden Links nochmals nachlesen:

https://playoffline.wordpress.com/2009/06/29/salagiochi/
https://playoffline.wordpress.com/2013/09/08/darkescape4d/

Einleitung

Die japanischen oder italienischen Spielhallen, sog. Arcades, werden von vielen Laien mit den Glücksspielcentern in Deutschland verwechselt. Dennoch unterscheiden sich die Spielhallen in Italien nochmals mit deren in Japan, denn das Angebot ist in erster Linie für ein Familienpublikum ausgerichtet. Außerhalb der Spielhallen befinden sich z.B. Reitpferde oder eine Mini Kartbahn für die kleinen Kinder. In Kreta und Spanien waren die Spielhallen vor ca. 20-23 Jahren vergleichbar mit Italien. Ob sich diesbezüglich inzwischen etwas geändert hat, ist mir nicht bekannt.

Grundsätzlich hat jeder Touristenort in Italien, also z.B. Bibione, Lignano, Caorle oder Lido di Jesolo Spielhallen. Normalerweise sind die Spielhallen nur ab der Urlaubsaison bis zum 25. September geöffnet. Einige Spielhallen schließen Ihre Türen erst zur Hauptsaison ab ca. Mitte Juni auf. Das komplette Angebot (dazu gehört z.B. auch der Luna Park oder viele Supermärkte und Geschäfte) gibt es bis einschließlich zum letzten Wochenende der Sommerferien in Bayern.

Allgemeines Angebot in Italien:

Vor ca. 20 Jahren wurden noch jedes Jahr aktuelle Automaten aufgestellt. Irgendwann kam der Zeitpunkt, wo immer wenig neue Videospielautomaten erschienen sind, gleichzeitig aber die Anschaffungskosten für einen neuen Automat enorm gestiegen sind und deshalb für viele Spielhallenbesitzer nicht mehr zu bezahlen war.

In den letzten Jahren hat sich aus den bereits genannten Gründen das Angebot nicht groß geändert. Die klassischen Jamma Cabinets gibt es schon lange nicht mehr. Man findet aber noch Dedicated Cabinets (die für ein bestimmtes Spiel gedacht sind) und vereinzelt auch Naomi Cabinets. Größtenteils sind alle gängigen Deluxe- oder Cockpit Cabinets ab Baujahr 1995 wie z.B. Sega Rally 1-3, Club Cart, Cyber Cycles, House of the Dead, 3 & 4, Rambo und weitere Racer, Musikspiele und Lightgun Shooter mehrfach vorhanden.

Leider sind viele Automaten nach 10-20 Jahren Betriebszeit in abgenutzten Zustand. Viele Bildschirme funktionieren altersbedingt nicht mehr richtig, einige Automaten sind sogar defekt oder mutwillig beschädigt. Trotzdem wurden viele Spielautomaten mit einen neuen 16:9 LCD oder Plasma Fernseher wieder repariert. Ein Urlauber erkennt nicht, dass in den Gehäusen früher 4:3 Monitore eingebaut waren.

Derzeit kommen immer mehr sog. “Ticket Redemption” Automaten in die Spielhallen, oft auch in Kombination mit bekannten Spiele Titeln wie z.B. Candy Crush Saga. Neue Videospielautomaten ohne Gewinnmöglichkeiten werden nicht mehr so häufig erworben. Trotzdem gab es mit einen Jahr Verspätung Dark Escape 4D oder Moto GP in vielen Spielsälen.

Die Klassischen Flipper Automaten dürfen natürlich auch nicht fehlen. Hier sind noch viele alte Geräte im Betrieb.

Bibione, Lignano oder Caorle ?

Bibione

In Bibione gibt es derzeit 15 Spielhallen – 9 davon befinden sich im Zentrum (in der Corso del Sole, Viale delle Costellazioni und Viale Aurora), drei im außerhalb gelegenen Stadtteil Pineda, eine in Lido dei Pini (von der Corsa Europa aus gesehen die Corso del Sole überqueren und den hoch gelegten Fußgängerweg entlang gehen, vorbei an der Pizzeria „Ed Altro“), eine befindet sich in der Nähe vom Luna Park in der Via Lemene und die letzte in der Viale Italia im Stadtteil Lido del Sole.

Übrigens: Das erste Arcade Videospiel, welches ich noch in den 80er Jahren in Bibione gespielt hatte, war der für damalige Verhältnisse äußerst faszinierende „Out Run“ Automat mit Hydrauliksitz.

Arcade in Pineda

Retro, Retro, Retro…

Letztes Jahr wurde das Eiscafe „Cortina“ durch die Übernahme des Sohnes vom Besitzer in eine Spielhalle umgebaut.

Aus zwei macht eins: HotD 4 in einen HotD 3 Gehäuse

Röhren sind in der Regel im guten Zustand

Family Entertainment Center – 2 Stöckige Arcade

Lignano Sabbiadoro

In der Fußgängerzone im Standteil Sabbiadoro (ab der Via Udine durch die Viale Venezia bis zum Piazza Gino Ursella auf der Viale Centrale) gibt es 4 große Spielhallen. Im Gegensatz zu Bibione sind die meißten Automaten im optisch sehr guten Zustand. Man findet in der Big Ben Arcade viele Neuerscheinungen und Kuriositäten aus Japan wie z.B. Elevator Action, After Dark, Mario Kart Arcade DX oder Mario & Sonic Rio 2016.

Von Bibione nach Lignano fährt man mit dem Auto schätzungsweise 20-30 Minuten. Kostenlose Parkmöglichkeiten gibt es z.B. in der Via Porpetto. Nach Pineta und Riviera habe ich es leider zeitlich nicht mehr geschafft sich dort umzuschauen. Das wird im nächsten Jahr nachgeholt.

Caorle

Caorle sollte man möglichst an einen Samstag vermeiden, weil der große Parkplatz zwischen der Touristeninformation und dem Aquapark wegen dem Wochenmarkt gesperrt ist.

Die erste Spielhalle findet man von der Str. Nuova Richtung Altstadt beim Kreisverkehr nach rechts am Hafen vorbei, die Fondamenta Pescheria entlanggehen bis zum Piazza Matteotti. Weitere Spielhallen befinden sich in der Via Dal Moro Luigi und der Viale Santa Margherita (bis zum Ristorante Sporting).

Nur wegen den Spielhallen lohnt es sich nicht nach Caorle zu fahren. Es gibt keine Spiele, die nicht in Bibione oder Lignano vorhanden gewesen wären. Saisonalbedingt war die eine oder andere Spielhalle noch nicht geöffnet.

Geschlossene Arcades

In den letzten Jahren konnten sich fast alle Spielhallen in Bibione irgendwie halten, auch wenn es mir ein Rätsel ist, wie die kleineren Arcades außerhalb des Zentrums über die Runden kommen. Exoten wie z.B. Lupin werden deswegen nur auf Nachfrage eingeschaltet, denn der Stromverbrauch im „No Coin“ Betrieb dürfte höher sein als die Einnahmen.

Eine Spielhalle ist noch komplett mit dem Inventar ausgestattet, gehört angeblich einen 80 Jahre alten Mann und wurde schon vor ca. 15-20 Jahren auf Polizeiliche Anordnung geschlossen. Seitdem verstauben dort alte Videospiel- und Flipperautomaten. Weil über der Spielhalle Wohnungen sind, wurde zum Glück bisher noch nichts geplündert. So manch ein Sammler könnte sich die Finger daran lecken.

Fragen an die Leser meines Blogs: Wer kennt noch andere Spielhallen in den o.g. Orten bzw. in Italien ?

8 Bit Music Power (NES, japan)

Veröffentlicht: 6. März 2016 in Retrogames

Die ersten Video- und Computerspiele hatten nur Soundeffekte oder nerviges Gedudel als akustische Begleitung zum Spielablauf. Inzwischen gehört eine gute und thematisch passende Musik zu fast jedem Spiel dazu. Zu den bekanntesten Melodien zählt bspw. die Hintergrundsmusik zu Super Mario Brothers oder Korobeiniki (A-Type) bei der Game Boy Version von Tetris. Neben dem großen Angebot an zusätzlich kaufbaren Soundtrack Alben gibt es viele Limitierte Editionen, wo oft eine OST CD mitgeliefert wird.

In Japan erschien am 31. Januar ein „8 Bit Music Chiptune Album“ über Columbus Circle auf einem Modul für das Nintendo Famicom. Die äußerst ungewöhnliche Art, ein Musikalbum auf einer Cartridge für eine über 30 Jahre alte Videospielkonsole zu veröffentlichen ist für einen ganz bestimmten Kundenkreis gedacht. Das Konzept ist vergleichsweise mit der klassischen Vinyl Schallplatte, die in den letzten Jahren wieder auf dem Markt zurückgekommen ist.

Für die Musikausgabe ist ausschließlich der in der Konsole verbaute Soundprozessor RP2A03 zuständig. Es befindet sich kein Zusatzchip auf dem Modul, welche die Soundfähigkeiten des Famicom verbessern. Obwohl die Musikstücke größtenteils sehr gelungen sind, ist das Chiptune Album Geschmackssache und vor allem wegen den musikalischen Parallelen einiger NES Spiele für Fans und Liebhaber der alten 8-Bit Konsole gedacht.

Das Album beinhaltet u.a. auch Musikstücke von bekannten Interpreten, die bereits den Soundtrack zu dem NES Spielen Star Soldier, Milon’s Secret Castle, Robowarrior, Starship Hector, Recca – Summer Carnival ’92 und Isolated Warrior komponiert hatten.

Folgende Titel befinden sich auf dem Modul:

1 – BLACK CARTRIDGE : Hally (2:36 Minuten)
2 – PICO MY HEART : Takeaki Kunimoto (2:06 Minuten)
3 – CIRCUS GAME : Hiroaki Sano (2:16 Minuten)
4 – MASS PURPLE : Keishi Yonao (3:46 Minuten
5 – NARU YONI NARU : Prof.Sakamoto (2:04 Minuten)
6 – PHASE OUT(0.8) : Saitone 7:07
7 – ORIENTAL MYSTIQUE : Masahiro Kajihara (3:12 Minuten)
8 – EIGHT BIT JUNGLE : Yuriko Keino (3:51 Minuten)
9 – TIP-TRACK 303 : Tappy (2:53 Minuten)
10 – KIRAKIRA BUSHI : Omodaka (4:46 Minuten)
11 – TESTPATTERN : Nobuyuki Shioda (7:23 Minuten)

Für die Grafik und Visualisierungseffekte war u.a. der ehemalige Namco Mitarbeiter Hiroshi Ono am Werk. Technisch liegt das Modul auf einer Höhe der letzten offiziellen Neuerscheinungen.

Zusammenfassung:
Das „8 Bit Music Power“ Modul beinhaltet noch ein Minispiel und wird in einer schönen Originalverpackung ausgeliefert. Der Verkaufspreis beträgt etwa 4000 Yen, was bei einem Import inkl. Zoll und Shipping etwa 50 Euro ausmachen dürfte.

Neuer RGB Umbau für das NES

Veröffentlicht: 26. Januar 2014 in Retrogames

Die auf NES Technik basierenden Automatenplatinen (Playchoice 10 und Vs. Unisystem), das C1 (ein japanischer Fernseher mit eingebauten Famicom) und der Famicom Titler haben andere PPUs (z.B. RP2C03B oder RC2C05-99) die nicht den handelsüblichen PPUs im NES (RP2C02 für NTSC und RP2C07 für PAL) entsprechen und auf RGB ausgelegt sind. Mit einem Austausch der PPUs konnte man somit ein RGB Signal gewinnen und die Bildqualität erheblich verbessern.

Seit kurzen gibt es jedoch eine weitere Möglichkeit.

Durch die im Internet aufgetauchten Patentunterlagen stellte sich die bisherige Annahme – die Pins 14 – 17 der NES PPU (RP2C02 und RP2C07) wären unbelegt – als falsch heraus. Mit diesen Informationen konnte festgestellt werden, dass es sich dabei um Ausgänge handelt. Dadurch ist es erst möglich geworden, mit einen programmierten PLD, Komparatoren, S-Ram und Digital/Analogwandler das NES über eine andere Methode nachträglich mit einen RGB Signal aufzurüsten. Die genaue funktionsweise des Umbaus ist auf der Internetseite vom Tim beschrieben. Dort kann man sich auch den Umbausatz zum Selbsteinbau bestellen: http://etim.net.au/nesrgb/

Generell hat der neue Umbau einige Vorteile gegenüber dem „alten“ Umbau. Der wesentliche Vorteil besteht darin, dass man nicht mehr mühevoll nach einer entsprechenden PPU suchen muss, wo bekanntlich in den letzten 3 Jahren der Preis für dieses Bauteil auf dem Gebrauchtmarkt erheblich gestiegen ist. Ein weiterer Vorteil ist die Kompatibilität zu PAL Konsolen.

Der Umbausatz:

Zur der RGBNES Platine wird noch ein Festspannungsregler sowie weitere Bauteile und Buchsen mitgeliefert. Wer z.B. ein AV-Famicom umbauen möchte, benötigt noch eine Adapterplatine.

Die mitgelieferten Buchsen und Schalter müssen nicht zwangsweise verwendet werden. Für mein Gerät habe ich eine kleine Logic eingebaut (siehe Lochrasterplatine), um einen EIN/AUS/EIN Kippschalter verwenden zu können. Diese Zusatzschaltung ersetzt einen EIN/EIN/EIN Kippschalter, der nur sehr schwer zu bekommen ist.

Am schwierigsten ist es, den Chip von der Hauptplatine auszulöten, ohne dass er beschädigt wird oder Leiterbahnen abgerissen werden. Wer hier nicht die nötige Erfahrung hat, sollte den Umbau besser gleich von einem Fachmann durchführen lassen.

Kleiner Tipp: Für die Audio-Leitung sollte man abgeschirmte Kabel verwenden. Bei der Kabelführung ist darauf zu achten, dass sie nicht von der Lamelle des unteren Abschirmblechs beim Zusammenbau eingequetscht wird.

Nach diesen Umbau ist das NES “RGB Only”, das heißt genauer gesagt, das kein AV- und Antennenkabel mehr verwendet werden kann, da die PPU anschließend nur noch ein grau/weißes Videosignal ausgibt. Stattdessen ist es möglich, über den Video-Encoder Chip auf der Umbauplatine ein Video und S-Video Signal abzugreifen (wird aus dem RGB-Signal gewandelt). Wer weiterhin noch den seitlichen Videoanschluss nutzen will, wählt einfach keine Farbpalette aus und das NES ist in den ursprünglichen (nicht umgebauten) Zustand zurückgesetzt.

Test und Vergleiche:

Die drei im PLD gespeicherten Farbpaletten wurden von zwei NES Emulatoren entnommen und können über einen Schalter auch während des Spielens ausgewählt werden. Die Natural Palette entspricht der gleichen Farb(Bild)Qualität, wie man bisher das NES über den Composite-Video Anschluss am Fernseher benutzt hat. Die Improved Palette wurde vom FCEUX Emulator entnommen (einige Spiele sehen damit besser aus) und die Garish Farbpalette sind mit dem Farben der PC10 RGB PPU fast identisch.

Es ist nicht einfach zu beurteilen, wie gut die einzelnen Farbpaletten gewählt wurden. Als Vergleichstest habe ich eine alte Scph-1002 Playstation und die Rockman 3 Complete Works Version hergenommen, da diese (im Gegensatz zu der Mega Man Anniversary Collection) Pixelgenau in der 240p Auflösung laufen und somit gut als Referenz zum NES hergenommen werden kann.

Als Testobjekt steht eine 20 Jahre alte Grundig Röhre und eine Scart Umschaltbox. Da sich im TV keine zusätzlichen Features befinden, ist es möglich zwischen den angeschlossenen Konsolen im Betrieb schnell umzuschalten um Farbabweichungen gut feststellen zu können.

NES via Composite Video

NES via PC10 PPU RP2C03B

Playstation via RGB

New RGBNES Mod „Natural“

New RGBNES Mod „Improved“

NEW RGBNES Mod „Garish“

Sonderfall: Playchoice Farbpalettensystem

Die Farbpaletten der Playchoice 10 PPU sind mit der PPU vom C1 (ein Fernseher von Sharp mit eingebauten Famicom), dem Famicom Titler und einigen PPUs in den VS. Unisystem Spielen identisch. Die genauen Bezeichnungen der Chipnummern erspare ich mir an dieser Stelle, da ich sie zu einem späteren Zeitpunkt in einen gesonderten Artikel genauestens auflisten werde. Die o.g. PPU Chips wurden über viele Jahre für den RGB Umbau hergenommen.

Auf der RGBNES Platine ist diese Palette als „Garish“ bezeichnet (Jumper Nummer 1). Der sog. Grau/Schwarz-Fehler wurde behoben. Am Beispiel von Totally Rad wird der Hintergrund im ersten Level bei der PC10 RGB PPU fälschlicherweise in schwarz statt grau angezeigt. Nur wenige Spiele wie z.B. Magician die mit dem RGB fähigen PPUs und dem Famicom Titler inkompatibel sind, können jetzt mit dem neuen Umbau gespielt werden.

Einige Farben im Garish-Mode sind im Kontrast leider etwas zu dunkel ausgefallen. Im direkten Vergleich zur einer Scph-1002 Playstation (die ab Werk einen RGB Ausgang hat) und der PC10 RGB PPU ist z.B. der blaue Hintergrund im Levelauswahlbildschirm von Rockman 3 oder der grüne Kopf von Snake Man etwas zu dunkel geraten. Ohne direkten Vergleich wird man allerdings kaum Farbunterschiede bzw. Abweichungen feststellen können.

Inkompatibilitäten:

Duck Maze wird teilweise nur in der normalen Video Bildqualität dargestellt, obwohl nach wie vor ein RGB-Signal ausgegeben wird. Das russische Morskoy Boy kann größtenteils nur in schwarz/weiss wiedergegeben werden. Der Grund liegt an der schlampigen und abweichenden Programmierung der beiden nicht zulässigen Spiele. Weiterhin verliert man im „Garish-Mode“ Details in der Hintergrundgrafik der Napalm Man Stage (Mega Man 5). Das ist allerdings kein direkter Fehler, sondern hängt mit dem Farbpalettensystem zusammen.

Fazit:
Sollte man bereits ein NES oder Famicom auf RGB Umgebaut haben, muss man sich gut überlegen, ob sich ein „Umstieg“ überhaupt rentiert, wenn man mit der Bildqualität sonst zufrieden ist. Die paar Ausnahmen, die mit der PC10 PPU inkompatibel sind, rechtfertigen kaum die Ausgaben für den neuen Umbau.

Ganz anders sieht es bei einer Neuinvestition aus: Hier sollte man dann doch das NES bevorzugt mit der NESRGB Platine umbauen. Zusammengefasst kann man sagen, dass man den Umbausatz vom Tim bedenkenlos kaufen kann.