Lieferengpässe zum Weihnachtsgeschäft

Veröffentlicht: 11. Dezember 2016 in Videogames

Man stelle sich folgendes Horrorszenario vor: Weihnachten steht vor der Tür und keiner kann liefern. Ausgerechnet in den umsatzstärksten Wochen vor Weihnachten, wo z.B. bei Spielwaren mehr als 25% des Jahresumsatzes entfallen, ist keine Ware im Handel vorrätig.

Glaubt man den Aussagen der Elektromärkte, so wurden bisher allerhöchstens 30% der bei Nintendo bestellen „NES Classic mini“ Konsolen ausgeliefert. Viele Händler haben sogar deutlich weniger oder gar nichts bekommen. Die Verfügbarkeit der Zusatzcontroller ist nicht der Rede wert gewesen.

Die kleineren Indie Läden, welche die Ware über einen Zwischen- bzw. Großhändler beziehen, gingen fast leer aus. Der größte „Großhandel für Videospiele“ in Deutschland hatte von 2400 bestellten Geräten bei Nintendo zum Marktstart gerade einmal 39 Stück erhalten. Das finde ich eine ungerechte Verteilung.

Nintendo hingegen gibt die Schuld der überraschend hohen Nachfrage. Man versprach zwar, nach und nach mehr Ware an den Handel auszuliefern, aber die Menge wird bei weitem nicht den Bedarf decken können. Über die Nachlieferungsmenge bekommt man bei Nintendo bisher keine richtige Auskunft darüber. Angeblich sind die Controller erst wieder ab Januar 2017 lieferbar, wo das Weihnachtsgeschäft längst gelaufen ist.

Bei Sony sieht es nicht besser aus. Die Virtual Reality Brille für die PS4 findet man kaum im freien Verkauf. Vorführgeräte gibt es zwar in jeden Media Markt, doch die Situation ist mehr als lächerlich, wenn der Kunde die groß beworbene VR-Brille nicht kaufen kann. Da werden sich einige Händler und Elektrofachmarkt-Ketten ganz schön ärgern.

Wenn ein Hersteller nicht liefern kann, dann hat es mehrere Gründe. Die Gründe können Versorgungsengpässe bei den Bauteilen sein, die Nachfrage ist größer als man sich erwartet hat oder das Kontingent wird bevorzugt auf andere Märkte z.B. Amerika verteilt. Lieferengpässe und knappe Ware gab es also schon immer, sogar bei Lego Steinen.

Die derzeit hohe Nachfrage könnte sehr schnell wieder zurückgehen wenn die Hersteller die Chance nicht nutzen, rechtzeitig genügend Ware an den Handel auszuliefern.

Das NES Classic mini ist ein schönes Weihnachtsgeschenk, dass genau zum richtigen Zeitpunkt veröffentlicht wurde. Im Frühjahr 2017, zur Markteinführung der Nintendo Switch und der großen Anzahl angekündigter Spiele Neuerscheinungen für die PlayStation 4, könnte die Retro-Konsole schnell wieder uninteressant werden.

Bei der VR-Brille mit einer zwingend notwendigen Kamera und mindestens einen Spiel kommt man auf ca. 500 Euro (ohne der PS4-Konsole für nochmals ca. 300 bis 400 Euro, je nach Modell) die zu Weihnachten eher schneller ausgegeben werden als einfach mal so unters Jahr.

Da hat sich Sony und Nintendo zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft wirklich was entgehen lassen…

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