Japan 2010

Veröffentlicht: 13. Juni 2010 in Videogames

Nachdem inzwischen mehr als 2 Jahre vergangen ist, als ich zuletzt in Japan war, habe ich mich bereits vor einigen Monaten für einen Trip mit vollem Sightseeing Programm in den Pfingstferien entschieden. Der Umrechnungskurs von Euro zu Yen war zum Zeitraum der Buchung im Februar nicht günstig, dafür war der Flug Nonstop München – Narita mit der Lufthansa für 600 Euro geradezu ein Schnäppchen für diese Jahreszeit. Gespart hat man sich letztendlich nichts, denn zwei Wochen vor Abflug hat der Yen wegen der Griechenlandpleite nochmals kräftig zugelegt.

Hinzu kam noch, dass es JTB in München nicht mehr gibt und ich den Railpass bei Jalpak Online bestellen musste (die übrigens sehr schnell sind und keine Bearbeitungsgebühr für das Ausstellen des Gutscheines verlangen).

Insgesamt war ich zwei volle Tage in Kyoto, einen Tag in Hakone und jeweils bis Frühnachmittag in Yokohama und Nikko. Die restliche Zeit verbrachte ich in Tokyo.

In Yokohama gibt es den Seikensen Garden, der echt sehenswert ist. Dort befindet sich auch ein Haus von 1830, dass man betreten durfte. Dort waren verschiedene Handarbeiten, uralte Kimonos, Werkzeuge und Utensilien von damals ausgestellt. Am Bahnhof von Nikko wurde ich zu der riesigen Tempelanlage zu Fuß geschickt, was aber definitiv zu weit zum gehen war. Wegen der vielen Besucher nur eingeschränkt zu empfehlen. Würde ich hier etwas über Kyoto schreiben, dann könnte ich es nicht in ein paar Sätzen beschreiben, denn die vielen Sehenswürdigkeiten z.B. den Mt. Inari muss jeder selbst erlebt haben.

Für eine Japanreise ist Nikko, Yokohama und Kyoto eigentlich schon das Standardprogramm für Sightseeing, weshalb ich jetzt hier nicht so genau ins Detail eingehen werde. Dafür war der Tag in Hakone schon etwas völlig anderes.

Hakone:

Das waldige und bergige Gebiet bietet vor allem eine große Anzahl an Hot Springs. Bei gutem Wetter kann man den Mount Fuji sehen, nur leider war es an diesen Tag kühl und bewölkt. Am Vormittag bin ich mit einem Bummelzug in die Berge gefahren. Der Weg da rauf war sehr steil und es ging ziemlich weit runter in die Schluchten. Pro Strecke fährt man eine knappe Stunde und die Fahrt, welche übrigens nicht durch den Railpass genutzt werden kann, ist es das Erlebnis allemal wert. Nur der dort vielbeworbene Moos und Bambusgarten mit dem Kunstmuseum war für 900 Yen Eintrittspreis viel zu teuer und langweilig.

Wesentlich Interessanter war der Besuch eines japanischen Onsen, das sind natürliche heiße Quellen. Ich habe mich nach einen Prospekt für das YunoSato entschieden, das zu einem Hotel dazugehört. Mit dem Bus den Berg herauf gefahren, wurde man zuerst vom Hotel freundlich empfangen und der Weg zu dem Hot Springs ging zunächst mit dem Aufzug am 8. Stock. Dort wurde man wieder sehr freundlich empfangen als wäre man eine äußerst sehr wichtige Person. Anschließend ging es nach einer Rolltreppe aus dem Hotel heraus und man musste entlang der Rotmarkierten Straße (vgl. roter Teppich) bis zum Wellness Center gehen.

Bevor man den Eintritt bezahlt, zieht man zuerst die Schuhe aus. Vor dem Baden wird in einem großen Waschraum mit Waschbecken, Seife und Shampoo im Sitzen erstmal gründlich geduscht. Das eigentliche Bad wird in Japan grundsätzlich nur zur Entspannung und getrennt nackt gebadet. Im Ruheraum sind Bambusmatten ausgelegt, hier kann man pausieren oder sich für 1000 Yen pro 10 Minuten eine Massage geben lassen.

Essen und Trinken:

Für einen Gaijin ist es nicht einmal so einfach herauszufinden, um welches Gericht es sich bei den Restaurants handelt. An den Bahnhöfen gibt es für die Zugfahrten oft Essensboxen zum mitnehmen, von dem man nicht weis, was da genau drin ist. Sollte man mal eine Bäckerei finden, dann braucht man auch seine gewisse Zeit bis man etwas ausgesucht hat.

Abgesehen von relativ unkomplizierten Mc Donalds und Mr. Donut gibt es noch die Ticket-Schnell-Restaurants, wo man wie am Fahrkartenautomaten die gewünschte Mahlzeit auswählt, das Geld einwirft und das gezogene Ticket dann im Restaurant abgibt.

Für gemütliches hinsetzen und einer Speisekarte in Englisch geht man am besten bei Za-Watami essen. Eine japanische Restaurantkette wo man zuerst die Schuhe auszieht und in Fächer abschließt. Der Schlüssel ist praktisch ein Holzstück mit entsprechender Schnitzerei. Die Tischplätze sind mit Bambusvorhängen abgetrennt. Man bestellt nur so viel wie man möchte und das in einzelnen Portionen, genauer gesagt z.B. nur den Fisch oder nur die jeweilige gewünschte Beilage oder Salat und tut sich das dann auf seinen Teller, der in etwa so groß ist wie bei uns eine Untertasse. Beim Nachbestellen drückt man einfach auf die Klingel am Tisch und bezahlt wird am Ausgang.

Wesentlich mehr Geld wird man in einen der Maid Cafes los, da ist 1000 Yen Tischgebühr pro Person und Stunde keine Seltenheit. Von den Preisen der angebotenen Speisen und Getränke möchte ich erst gar nicht darüber reden. Man muss die Maid Cafes aber insgesamt als Show sehen, genauso wie man z.B. an einen Abend für das Geld in ein Kino geht.

Akihabara:

Die Retrospiele sind nach Akihabara zurückgekehrt und mit den bereits bekannten Retro Game Camp hat jetzt auch Complex Videospiele im Sortiment. In dem Gebäude wo der Sofmap früher war, hat jetzt ein neuer Trader aufgemacht – mit einer eigenen Etage für alte Videospiele. Vom Angebot und der Auswahl war ich insgesamt sehr zufrieden, obwohl ich diesmal leider nicht in Osaka war und auch sonst kaum Zeit zum Shopping gehabt hatte. Nur der Laden mit der Hausfrau, die den ganzen Tag Super Famicom Spiele mit Alkohol putzt, hat leider etwas nachgelassen.

Tetris 64 oder Bomberman 64 die es die letzten Jahre so gut wie gar nicht gab, waren dieses mal in ausreichenden Stückzahlen verfügbar. Bei vielen Spielen gab es einen Preisverfall – Dracula X für die PC-Engine und Gimmick für das Famicom sind günstiger geworden.

Im Preis gestiegen sind vor allem Rendering Ranger (SFC) und Recca für das Famicom. Auch sämtliche Rockman Teile kosteten das zwei- bis dreifache des normalen Preises, was wohl nur an der derzeitigen hohen Nachfrage bedingt durch Rockman 10 zu erklären ist. Oder auch Metroid Fusion für den Game Boy Advance, das es über lange Zeit für wenig Geld gab, lag bei 5000 Yen und da habe ich mich bei der 10er Potenz sicherlich nicht geirrt.

Verramscht wurde hingegen fast nichts. Als besonders günstig ist mir nur Zelda: Spirit Tracks für 980 Yen aufgefallen, das aber wegen den japanischen Bildschirmtext uninteressant war zu kaufen. Ketsui für die Xbox 360 gab es für 3980 Yen – kein richtiges Schnäppchen, aber wesentlich günstiger als wenn man es Online ordert.

Was besonders auffällt ist das sehr große Angebot und die nahezu unübersichtliche Auswahl an PSP Spielen. In Japan sind die Verkaufszahlen von Sonys Handheld seit dem Release von Monster Hunter 2ndG gestiegen – ein sehr großer Erfolg. Warum Sony und die Licensnehmer nicht mal einen Bruchteil des Sortiments an PSP Spielen auch in Europa anbietet ist mir ein Rätsel.

Es ist sicherlich nicht meine letzte Japan Reise gewesen. Das nächste Mal dann für 14 Tage, damit ich auch ein paar Tage auf der Insel Kyushu verbringen kann. Allerdings erst wieder, wenn der Wechselkurs 100 Yen unter 75 Cent für längere Zeit stabil sind.

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Kommentare
  1. pac sagt:

    Tolles Design!

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