Regionlocked japanische Shoot`em Ups für die Xbox 360

Veröffentlicht: 25. November 2009 in Videogames

Wer bei den neumodischen Casual-Spielen für Wii und DS schon beim anschauen des großen USK Zeichens mit dem Kopf schüttelt, wünscht sich die guten alten Zeiten mit klassischen Arcade Shoot`em Ups gerne zurück. Doch leider sind Spiele dieses Genres schon längst aus dem Verkaufsregalen der Kaufhäuser und Flächenmärkte verschwunden, weil hierzulande die Vertriebe ohnehin keine gute Verkaufszahlen erwarten, wie zuletzt bei Gradius 5 oder Nanostray.

Hatte man vor nicht allzu langer Zeit noch die Möglichkeit gehabt, einfach und bequem auf die japanischen Versionen zurückzugreifen, gibt es seit dem Wechsel der neuen Konsolengeneration ein nicht zu unterschätztes Hindernis für alle westlichen Shoot`em Up Fans.

Ausgerechnet für die in Japan nun wirklich äußerst unpopuläre Xbox 360 wird zukünftig regelmäßig mit Shoot`em Ups versorgt. Die Wahl des Systems ist die einfache Programmierbarkeit und vor allem die niedrigen Entwicklungskosten und Lizensgebühren – Ideale Vorraussetzungen für dieses Genre, die schon zuvor auch auf Systemen erschienen sind, die nicht weit verbreitet waren. Wenn eine Firma damit angefangen hat, mit einen nicht gängigen Genre auf ein System zu setzen, ziehen andere Entwickler nach um die entsprechende Käuferschicht anzusprechen, die sich eine bestimmte Konsole wegen dieser Art von Spielen gekauft haben.

Soweit nachvollziehbar, nur leider gibt es zumindest für alle interessierten Spieler außerhalb Japan zwei große Probleme dass einen die Freude am Importieren schnell vergehen lässt, wie sonst bei keinem anderen System der letzten 20 Jahre.

Fast alle japanischen Xbox360 Spiele sind mit einem Regionalcode ausgestattet und somit nicht auf europäischen Geräten abspielbar. Eigentlich nichts ungewöhnliches, denn auch andere Videospielsysteme haben eine Regionsbeschränkung. Der Unterschied bei der Xbox 360 ist jedoch, dass es bis heute keine Möglichkeit gibt, japanische Xbox 360 Spiele über einen Umbau, Adapter oder anderen Hilfsmittel auf europäischen Geräten kompatibel zu machen. Einige Käufer von NTSC Importen haben schon seit vielen Jahren die Erfahrung gemacht, dass man sich gleich für etwas mehr Geld ein Importgerät kauft. Denn nur dann ist man sich wirklich sicher, dass auch alle japanischen Spiele einwandfrei funktionieren und nicht durch einen zusätzlichen Schutz blockiert werden.

Genau diese Möglichkeit, eine Konsole aus Japan zu importieren, ist der ganz entscheidende Knackpunkt: Aufgrund der allgemeinen Unzuverlässigkeit der Xbox360 schreckt der Kauf eines Importgerätes viele Interessenten davon ab. Bei einem Defekt der Konsole entstehen ganz schnell hohe Unkosten, weil die Garantie nur in Japan gültig ist. Auf Nachfrage laut Boris Schneider-Jone können importierte japanische Xbox360 Konsolen nicht direkt bei Microsoft Deutschland über der erweiterten 3-Jahres Garantie repariert werden. Das Problem ist mit der neuesten Baureihe zwischenseitlich längst beseitigt und kein Diskussionsthema mehr, dennoch kann man den Unmut der Shoot`em Up Fans durch das verlorene Vertrauen in das Produkt durchaus nachvollziehen. Wer importiert schon freiwillig eine Konsole aus dem Ausland für mehr Geld als was sie um die Ecke im Kaufhaus kostet, wenn diese nur eine kurze Haltbarkeit hat ? Auch der Fachhandel, der ohnehin kaum noch NTSC-Importe im Sortiment führt, hat längst nicht mehr die Lust darauf, das riskante Geschäft mit importierten Xbox360 Geräten einzugehen. Im Falle eines Defekts entstehen Ihm gewaltige Unkosten, die nur schwer wieder auszugleichen sind.

Doch zurück zum eigentlichen Thema: Ein Regionalcode kann bei der Xbox 360 vom Publisher festgelegt werden. Für eine mögliche Weiterlizensierung ins Ausland werden aber viele japanische Xbox 360 Spiele für europäische Konsolen vorsichtshalber gesperrt, damit sich hierzulande eine Veröffentlichung zum späteren Zeitpunkt mit der erworbenen Licensgebühr auch rentiert, denn schliesslich will man damit Geld verdienen. Hier wurden oft leider Fehlentscheidungen getroffen. Ein Release außerhalb Japan ist für die meißten Shoot`em Ups bereits im Vorfeld nicht geplant. Wäre Otomedius oder Death Smiles bereits ohne einer Regionalsperre veröffentlich worden, hätte Konami oder Cave durch den Export ins Ausland etwa 15-25% mehr verkauft.

Dass es aber auch anders geht, wird sich jetzt bei Mushihime-sama Futari zeigen. Aufgrund der Reaktionen aus dem Ausland wurde dieses Spiel ohne einer Regionalbeschränkung ausgeliefert. Was sich zuerst gut anhört, hat leider einen entscheidenden Nachteil, denn bei Futari ist es ein „Test“ seitens Cave um festzustellen, wie hoch die Nachfrage ausserhalb Japan ist. Sollten für zukünftige Spiele die Rechte an einen amerikanischen Publisher weitergegeben werden, würden sowohl die japanische Originalversion als auch die US Version mit einen Regionalcode ausgestattet werden und wiederum für europäische Konsolen gesperrt, wie es bei Raiden Fighters Aces und Raiden 4 der Fall war und der Shoot`em Up interessierte „Europäische“ Videospieler wird Fluchen…

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Kommentare
  1. Allen sagt:

    Guter Bericht, spricht genau mein Interesse an ;)

  2. Marcus sagt:

    Hast Du vielleicht eine Bezugsquelle für eine japanische XBOX360 Jasper und den 2D Shootups die ‚must have‘ sind? (Welche wären das?)

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