Xbox 360 – Eine neue Konsole

Veröffentlicht: 25. April 2009 in Videogames

25. April 2009 – Die japanische Hardware im Detail

Ich besitze inzwischen schon von fast allen gängigen Herstellern eine Konsole. Mit Nintendo angefangen und im Laufe der Jahre folgten dann die Kisten von Sega und Sony. Sogar eine PC-Engine von NEC – die erste Videospielkonsole mit Aufrüstbarkeit eines zusätzlichen CD-Rom. Ein Neo Geo konnte ich mir damals nicht leisten und 3DO und Co. die Mitte der 90er erschienen sind, waren bekanntlich nur sehr kurzlebig. Die Atari, C64 und Amigas kannte ich damals nur von anderen Mitschülern aus der Klasse und schon damals fand ich die Grafik vom Atari 2600 schlecht und Disketten unpraktisch. Nur PC-Spiele und die erste Xbox passten einfach nicht zu mir. Ich gebe es normalerweise nicht zu, da gerade ich als Besitzer von mehreren Systemen die Vor und -Nachteile vom neutralen Standpunkt aus sehe, aber für mich persönlich war die erste Xbox absolut überflüssig und unsympatisch. Von PC-Spielen, die sicherlich nicht schlecht, aber für mich bei den gebotenen Genres (Egoshooter, Wirtschafts und -Aufbausimulation, mmorpg) keine Option waren, rede ich erst gar nicht. So habe ich auch die Xbox360 nicht beachtet, denn PC und 360er hab ich bequem einfach in einen Topf geworfen, die sind für mich wie Luft.

Doch die Zeiten ändern sich. Nachdem für den Nintendo Wii trotz eines Importgerätes nichts Spannendes erscheint und die im November kurzzeitig ausgeliehene PS3 in einigen Dingen auch nicht sehr begeistert hat, kam die entscheidende Wende. Ausgerechnet die von mir geliebten Horizontal/Vertikal Arcade-STG werden alle für die Xbox360 umgesetzt und laufen wegen den Regionalcode auch nur auf japanischen Konsolen. Konami zieht nach und veröffentlicht Otomedius auch für die Xbox360. Scheinbar aus Licens und Kostengründen die für dieses Nieschengenre eine teure PS3 Version unrentabel machen.

Mit der Veröffentlichung von Streetfighter 4 und Resident Evil 5 sowie für die erwähnten STGs habe ich dann so einen Kasten aus Japan bestellt und das in Zeiten, wo der Yen im Vergleich zum Vorjahr um 30% zugelegt hatte und alleine das Porto schon fast 80 Euro ausmacht. Ende März war es dann endlich soweit. Um sicherlich die aktuelle Jasper Version zu bekommen, musste ich zuerst einen Bekannten in Japan dazu überreden, das Gerät in einen Laden zu begutachten. Das war nicht einmal so einfach, denn im Gegensatz zu den Europäischen Geräten haben die Konsolen in Japan inzwischen kein Sichtfenster in der Verpackung. Der Verkäufer in den Geschäft hat sich aber die Mühe gemacht und die Verpackung zwecks Begutachtung geöffnet. Das ist keine Selbstverständlichkeit, aber scheinbar ist der Service in Japan doch um eine Idee besser als hierzulande. Wie dem auch sei, das Gerät kam unbeschädigt an und seitdem kann der Wii einen längeren Winterschlaf über den Sommer machen.

Bei einen neuen System und vor allem noch in der sehr exotischen NTSC-Japan Version, die wirklich fast niemand besitzt, stellt sich natürlich wieder einmal die Frage wie es mit der Kompatibilität zu Amerikanischen und Europäischen Spielen ausschaut. Das Regionalsystem wurde auch nach 3 Jahren nicht geknackt, sonst hätte ich aus Bequemlichkeit halber ein Europäisches Gerät umgebaut. Glücklicherweise laufen aber größtenteils fast alle Europäischen Spiele auch auf dem japanischen Gerät und speziell bei US Versionen, die auf PAL Geräten nicht Codefree sind (z.B. Silent Hill), funktionieren trotzdem auf japanischen Geräten. Einige Spiele wie die Simpsons oder Banjo sind aber alle separat Codiert, d.h. in diesen Fall muss man sich die englischsprachige Asia Version kaufen. Mit der japanischen Xbox360 ist man einerseits schon auf bestimmte Länderversionen angewiesen (z.B. Mirrors Edge jp. & us. laufen, PAL nicht), jedoch insgesammt gesehen eine bessere Auswahlmöglichkeit als wenn man sich ein PAL Gerät kauft. Weiterhin verwendet die japanische Xbox360 über den Regionalcode eine Spracherkennung vergleichbar mit dem Mega Drive. Beispielsweise läuft die im deutschen Marktplatz angebotene Mega Man 9 Demo in japanischer Sprache ab. Das US Resident Evil 5 wird bei der Info im Dashboard (Spielstand, Score usw.) als Resident Evil erkannt, im Spiel selbst ist der Schriftzug im Titelbildschirm “Biohazard 5″ und bei der Todessequenz von den Typen mit der Kettensäge schwänkt die Kamera weg. Eine etwas ärgerliche Zensur, aber da es sich wirklich nur um diese einzige Scene handelt, ist diese Kleinigkeit gerade noch zu verschmerzen. Inwiefern sich dann die Asia Version von “Resident Evil 5″ damit unterscheidet, ist mir noch unbekannt. Im Gegensatz zur PS3 mit den Cero-System sollte es nach meinen jetzigen Informationen diesbezüglich kein Unterschied bei japanischen und asiatischen Xbox360 Geräten geben – genaueres weiss ich selbst noch nicht.

30. April 2009 – Erste Spieleindrücke

Nachdem ich nun etwas über die Hardware geschrieben hatte, kommt der wesentlich interessantere Teil meiner Spieleindrücke mit der Xbox360 in den ersten Wochen. Obwohl ich schon zuvor Spiele in moderner Grafik gesehen hatte, ist ein neutraler Vergleich zunächst einmal nicht so einfach zu beurteilen. Normalerweise macht gute Grafik noch lange kein gutes Spiel, aber bei jeder neuen Generation ist verbesserte Grafik ein Mitbestandteil vom Spielspaß.

Mit den neuen Dashboard Update können jetzt die Spiele komplett auf Festplatte installiert werden, um neben der Lautstärke des Laufwerks besonders lange Ladezeiten zu vermeiden, die man von der PS3 kennt. Hier hat die Xbox360 mit der Möglichkeit auch andere Bildschirmauflösungen zu nutzen (z.B. nativ 1360×768 an Samsung LCDs) eindeutig der Konkurrenz die Nase vorn.

Derzeit besitze ich 5 Spiele sowie einige Demos vom Marktplatz. Das erste Spiel was ich mir gleich mit dazugekauft hatte ist Otomedius von Konami. Im Vergleich zu den Alternativen Themen der klassischen Gradius-Familie mit Salamander (ernst) oder Parodius (lustig) geht es bei Otomedius recht sexy zu, wo durchaus ein zartes Stück nackte Haut gezeigt wird. Das Spiel hat aus diesem Grund in Japan eine Cero-C Altersfreigabe, die hierzulande ungefähr eine USK Einstufung ab 16 Jahren entsprechen würde. Deutschland ist diesbezüglich toleranter und bei einer Prüfung käme man schätzungsweise auf eine USK 12. Die Spielzeit ohne den im Marktplatz angebotenen Zusatzlevel ist ungefähr bei 45 Minuten. Der lange Umfang älterer Titel dieses Genres wird schon seit einigen Jahren immer mehr reduziert, da war beispielsweise Gradius 5 (PS2) eine lobenswerte Ausnahme. Als reines Arcade Spiel halte ich einen kurzen Umfang durchaus für in Ordnung, denn man will in einer kurzen Zeit möglichst viel Abwechslung geboten bekommen. Als Homeversion ist das aber keine Entschuldigung von den Entwicklern, da weiterhin ein Vollpreis dafür verlangt wird und für zusätzliche Inhalte, die man eigentlich kostenlos mit dazubekommen sollte, wird frech abgezockt Eine Homeportierung eines Arcadespiels ist immer noch preiswerter als die Platine, aber gerade aus diesen Grund sind halbe Sachen absolut nicht nachvollziehbar. Aber so lange die Zielgruppe diese Preise akzeptiert und für gebrauchte Spiele bis zu einen 3-Stelligen Euro Betrag bezahlt, gibt es auch keinen Grund für Rabatte. Spielerisch macht Otomedius trotz einiger kleine Mängel im Leveldesign mit den verschiedenen Teilnehmerinnen und Endings sehr viel Spaß. Mir persönlich hat es viel besser als Thunder Force 6 oder Karous gefallen.

Senko no Ronde ist das erste von G-Rev erschienende Spiel in Europa. Geboten wird eine Mischung aus STG und Beat`em Up im typisch japanischen Mech-Styl. Sogar die Sprachausgabe und der Bildschirmtext wurden in japanisch übernommen. Im Singleplayer Modus ist man auf niedrigster Stufe schnell durch, im 2 Player Modus mit den verschiedenen Angriffsmöglichkeiten etwas länger unterhaltsam. Aktuell zahlt man für die PAL-Version 10 Euro und da sollte man auf jeden Fall zuschlagen.

Eine vom NES abstammende Serie ist noch bis zum Jahresende Xbox360 Exclusiv, obwohl das Spiel schon seit fast einen Jahr als Import zu haben ist. Hierzulande war das Spiel den Prüfern der USK zu brutal und verweigerte eine Alterseinstufung. Inzwischen ist der Titel indiziert, weshalb ich heute (16. Mai) den Text etwas editiert habe. Im Spielverlauf werden die Feinde sprichwörtlich zu geschnetzeltes verarbeitet, dass sogar ich die Gewaltdarstellung etwas zu übertrieben fand. Hätten die Programmierer diesbezüglich etwas entschärft, wäre es mit der eigentlich sehr guten japanischen Atmosphäre auch ansehnlicher gewesen. Vom Gameplay ist es mit Genji oder Bunjingai vergleichbar, wie es inzwischen auch etliche Spiele davon gibt und ist auch nichts mehr besonderes. Im späteren Spielverlauf ist das Spiel insgesamt gesehen ein gut gelungen, jedoch fehlt der letzte Feinschliff der hoffentlich mit der angekündigten PS3 Version ergänzt wird.

Bereits der Vorgänger von Resident Evil 5 hatte mit den bisherigen RE Teilen nichts mehr zu tun gehabt, aber das Spiel hatte damals von mir eine Note 1 bekommen und war ein Ausnahmetitel wie es zuletzt bei Mario Galaxy war. Diesmal spielt sich das geschehen in Afrika ab. Die Grafik ist unglaublich detailliert und realistisch, genauso schön habe ich mir Afrika für die PS3 eigentlich vorgestellt. Ich habe das Spiel komplett im Online Coop durchgespielt und im Singleplayer ungefähr bis zur Hälfte. Man kann sich sicherlich darüber streiten, ob die Gebiete zur typischen RE Atmosphäre dazupassen oder nicht – reine Geschmackssache – ich persönlich fand eine Abwechslung gut. Auch einige Gebiete wie das Marschland haben mir gut gefallen, hingegen die letzten Chapter ab der Fabrik und auf dem Schiff leider völlig misslungen waren. Ebenfalls sind die Endgegner nicht so Abwechslung- und Ideenreich. Warum zweimal ein fast identischer Boss (mit den Würmern um den Körper) im Spiel vorkommt und zum Ende des Spieles die Kämpfe verkompliziert wurden, ist mir ein Rätsel was sich die Programmierer dabei gedacht haben (auch wenn es wegen den Coop gut gemeint war). Somit bleibt RE5 hinter den Erwartungen zurück, was sicherlich auch daran liegt, das der ursprüngliche Direktor Shini Mikami nicht mehr an diesen Titel mitgearbeitet hat. Kaufenswert ist das Spiel dennoch, wenn man sich bewusst ist das es kaum Rätsel gibt und eigentlich ein Egoshooter ist – der Online Coop ist jedenfalls sehr genial.

Zu Streetfighter 4 gibt es nicht viel zu schreiben, nur das ich nach Soul Edge (PS1) wieder ein Beat`em Up ausgiebig gespielt hatte. Das Spiel erinnert an die guten alten SNES Zeiten, spielt sich genauso gut und sieht entsprechend dem aktuellen Grafikstandard schick aus. Ärgerlich ist nur das schlechte Digipad des Xbox360 Controllers. Bei Otomedius hatte ich keine Probleme gehabt, nur bei den Special Moves ist das schon zur erforderlichen Feinmotorik wesentlich unpraktisch. Für entsprechende Digitalcontroller oder -Boards sieht es wegen den verschlüsselten USB Anschlüssen für 3rd Party Zubehör schlecht aus. Die Controller müssen von Microsoft genehmigt werden und das schlägt sich auf dem Preis negativ aus. Die Arcadeboards kosten in Japan gleich mal 3000 Yen mehr als die identischen bei den Mitbewerbern.

Auf dem ersten Blick entsteht der Eindruck, das Microsoft eine billige HD-Konsole anbietet. Mit höheren Zubehörpreisen und Gebühren für Onlinegaming wird das Geld auf anderen Wege wieder reingeholt. Die Xbox360 ist mit einer 60 GB Ausstattung und unter der Berücksichtigung eines eingebauten Blu-Ray Laufwerk der PS3 zusammenaddiert gesehen auch nicht viel günstiger. Man zahlt nur in Raten…

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Kommentare
  1. M. sagt:

    Ich bin ebenso ein PC und Xbox Hasser, bzw. , weniger aggressiv ausgedrückt, Ignorierer, aber sieht so aus als müsste ich mir doch mal eine X360 zulegen. Hauptsächlich aus dem Grund: R-Type Dimensions. An eine jap. Konsole ranzukommen dürfte schwierig werden, und dann ist RType nur per download zu haben. Was für ein Bockmist…grad ist mir die 360 wieder unsympatisch geworden….das sind alles so kleine Nickeligkeiten, die einem dem Spass an einer Konsole verderben. War das schön früher: Modul rein, Konsole an, zocken. Und das ganze innerhalb von 10 Sekunden! Heute nur noch ein schöner Traum.

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