EBAY: Es ist zum Verzweifeln und Gefahrenübergabe

Veröffentlicht: 20. Januar 2007 in Retrogames

20. Januar 2007:

Bei so etwas bleibt man am besten den ganzen Tag im Bett: Man freut sich, das man auf eBay Neue SNES Spiele ersteigert hat und bittet den Verkäufer, die Spiele gut verpackt in einen Stabilen Karton als Päckchen oder Paket zu verschicken, damit die Spieleboxen beim Transport nicht beschädigt werden. Die paar Euro Mehrkosten übernimmt man gerne und damit auch nichts schiefgeht schreibt man es nochmals im Verwendungszweck bei der Überweisung. Dreimal dürft Ihr raten, was passiert ist. Der Verkäufer hat es in einen billigen Luftpolsterumschlag verschickt. Ausgerechnet Mario Kart und Super Ghost`n Ghost sind kaputt angekommen, die anderen beiden Mülltitel (Paperboy und Robocop 3, die intelligenterweise jeweils mit einen Toptitel in der Auktion gebundelt wurden, wohlwissend das der Verkäufer es auf diesen Weg loswird, he, he…) kamen hingegen einigermaßen heil an.

Die Spiele von den Fotos in der Auktion sahen wirklich sehr gut aus. Nachdem ich mich beschwert habe, zeigte sich der Verkäufer allerdings sehr kulant und meinte, er hätte diese Spiele nochmals da und bot mir einen Austausch der OVPs aus. Also hab ich sie nach Österreich zurückgeschickt, hat zwar mehr Porto gekostet aber was solls. Nachdem sie angekommen sind, hat mir der Verkäufer noch einen Controller angeboten und gefragt ob 20 Euro dafür in Ordnung sind. Ich habe 15 Euro vorgeschlagen, da das ja der damalige Neupreis dafür war. Am nächsten Tag hat er einfach geschrieben, das Paket mit den OVPs sei schon unterwegs und er stellt den Controller jetzt auf eBay ein, da er letztens dort über 20 Euro bekommen hat. Das ist soweit richtig, es waren aber genau 20,50 Euro (nur 50 Cent mehr) und man müsste aber die eBay Verkaufsgebühren, der Zeitaufwand für eine Ebay Transaktionsabwicklung und die allgemeinen Preisschwankungen berücksichtigen. Ich hätte Ihn vielleicht für 20 Euro doch genommen wenn er gesagt hätte das Ihn es zu wenig ist. Aber ich werde Ihn sicherlich nicht ersteigern weil dann nochmals hohes Porto aus den Ausland draufkommt, nicht zuletzt weil er das Paket mit den Austausch OVPs schon verschickt hat und ein mitschicken des Controllers von den Transportkosten rentabler gewesen wäre. Es bleibt natürlich jeden selbst überlassen wieviel man für irgendwas verlangt, aber wegen 2-3 Euro Unterschied zu eBay nicht verkaufen wollen ist unverständlich. Nicht zuletzt wäre es vielleicht auch ein Entgegenkommen gewesen, schliesslich hatte ich ja auch Ausgaben mit den Porto und den Aufwand zum zurückschicken. Trotzdem kann ich froh sein, das ich diesmal mit einen blauen Auge davongekommen bin.

Meine Meinung ist aber auch die gleiche wie von einigen Fachhändlern. Viele eBay-Seller sehen nur kurzsichtig auf den jetzigen Gewinn und wollen soviel wie möglichst dafür bekommen. Andere Hingegen verkaufen es zwar etwas billiger, dafür kauft der Käufer immer wieder dort weil er beim letzten Kauf schon den besseren Preis bekommen hat.

Update vom 24.01.07: Das Paket mit den Austausch OVPs kam heute an, sehr gut Verpackt und im einwandfreien Zustand ;)

9. Februar 2008:

Jeder Sammler hat schon einmal die negative Erfahrung gemacht: Man ersteigert auf eBay ein Originalverpacktes Videospiel im Optisch Anspruchsvollen Zustand und bittet den Verkäufer, das Spiel in einer stabilen Kartonbox als Päckchen oder Paket zu verschicken. Die anfallenen Mehrkosten für Porto, Verpackungsmaterial und evtl. zusätzliches Handling bezahlt man natürlich zusätzlich mit hinzu. Leider wird diese Anweisung scheinbar nicht beachtet und das Spiel in einen Luftpolsterumschlag als Briefsendung verschickt. Beim Transportweg ist es dann leider unvermeidbar, das die Spieleverpackung eingedrückt wird, gerade NES und Super Nintendo Verpackungen sind da ziemlich empfindlich.

Bei so etwas kann man nur noch mit den Kopf schütteln und der Kauf war für die Katz, da man den Hinweis mit den Versandwunsch sogar nochmals im Verwendungszweck erwähnt hat.

Bis vor kurzen wusste ich nicht, das es sogar einen Paragraphen im Bürgerlichen Gesetzbuch gibt, das in diesen Fall der Versender dafür verantwortlich ist:

http://dejure.org/gesetze/BGB/447.html

§ 447 Gefahrübergang beim Versendungskauf : Hat der Käufer eine besondere Anweisung über die Art der Versendung erteilt und weicht der Verkäufer ohne dringenden Grund von der Anweisung ab, so ist der Verkäufer dem Käufer für den daraus entstehenden Schaden verantwortlich.

Ob man dieses Gesetz dann auch anwenden kann wenn der Verkäufer im Ausland sitzt, ist eine andere Frage. Jedenfalls würden selbst Privatverkäufer Schwierigkeiten bekommen, auch wenn diese das gerne ausschliessen möchten.

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Kommentare
  1. Yamyami sagt:

    also so schlimm find ich die Schäden jetz nicht! Schwarzen edding reausgeholt bischen rübergepinselt bischen mit spucke und finger drübergewischt sieht man garnix mehr mach ich auch immer so geht gut bei schwarzen verpackungen! dann bischen mit den Fingern glattmachen passt schon! Man kann sich auch anstellen die Spiele sind auch uralt muss man dazu sagen fast ein viertel Jahrhundert!

    • mbrandel sagt:

      Bei Gebrauchtware ist das OK, aber bei Neuware wo man auch entsprechend viel bezahlt bzw. Geboten hat ist das trotzdem sehr ärgerlich. Die SNES-Spiele waren bis Ende der 90er im Handel erhältlich, so richtig uralt sind sie nicht.

  2. MMigges sagt:

    Ich hatte mal irgend so ne Collectors-Box der GP32 mit Spiel aus Amerika erebayt – mit einem Holz-Box-Imitat aus Pappe außen. Der Zoll hat diese dann wohl geöfnet und dabei ordentlich lädiert.

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