Markteinführung von Xbox Series X und PlayStation 5

Nach 7 Jahren wurde am 12. November bzw. am 19. November 2020 die neue Konsolengeneration eingeläutet. Noch nie war es so schwierig, an einem dieser Geräte heranzukommen. Das ist sehr ärgerlich, doch dieses mal lohnt es sich wirklich abzuwarten bis die entsprechende Software auf dem Markt kommt, denn bis jetzt (inzwischen sind 2 Monate nach der Markteinführung vergangen) war es der bisher langweiligste Konsolenlaunch.

Xbox Series X und S

In der letzten Generation war Microsoft mit der Xbox One eindeutig der Verlierer. Das änderte sich auch nicht mehr, als man die ursprünglich geplanten DRM Maßnahmen sofort wieder verworfen hatte und den technischen Rückstand mit der Xbox One X (ein technisch verbessertes Modell vgl. ähnlich zur PS4 Pro) wieder aufholte.

Mit der Xbox Series X und S (die 4. Xbox Generation) hat Microsoft am 12. November gleich zwei Modelle auf dem Markt gebracht.

Die Xbox Series X ist die derzeit technisch beste Konsole und der PlayStation 5 leicht überlegen. Sie kostet 499 Euro und ist mit einem optischen Laufwerk komplett ausgestattet.

Die Series S hingegen ist ein technisch deutlich abgespecktes Modell ohne optischen Laufwerk. Dafür ist sie mit 299 Euro sogar günstiger als die 4 Jahre alte Nintendo Switch. Die schwächere Konsole ist eher für Gelegenheitsspieler gedacht, für die eine echte 4K Auflösung und bessere Grafik nicht so wichtig sind.

Beide Modelle sind übrigens zum Vorgänger, die Xbox One, zu 100% Abwärtskompatibel. Bei der Series S natürlich nur auf digitale Downloads beschränkt. Soweit die Fakten. Leider hatte man zur Markteinführung der neuen Geräte an die Spielesoftware nicht gedacht. Es gibt zum jetzigen Zeitpunkt kein einziges exklusives „Series“ Spiel, das für die neuen Konsolen zugeschnitten ist. Man stelle sich mal an einem Beispiel vor, Nintendo bringt das N64 mit einer Abwärtskompatibilität zum SNES heraus, aber zur Markteinführung sind weder Pilotwings 64 noch Mario 64 am Start. Stattdessen laufen SNES Spiele wie z.B. Super R-Type oder Gradius 3 ohne Ruckler auf der neuen Konsole ab.

Der Generationssprung wird bei Microsoft nämlich nicht mehr durch neue Konsolen komplett getrennt. Die Spiele sind derzeit noch in beide Richtungen kompatibel, also nicht nur Abwärts-, sondern auch Aufwärtskompatibel. Mit den Series-Modellen ist es vergleichbar, als kauft man sich einen neuen PC mit besserer Grafikkarte. Die neuen Spiele sind zwar auch auf älteren Konsolen kompatibel, laufen allerdings viel schlechter ab.

Damit hat sich Microsoft natürlich etwas dabei gedacht. Einerseits sind bei vielen Indie-Spielen, die nicht die Leistung der neuen Konsolen benötigen, nicht mehr zwanghaft zwei getrennte Versionen pro Konsole notwendig, andererseits sind die Entwicklungskosten von größeren Spielen sehr hoch geworden und man möchte diese möglichst vielen Kunden zugängig machen. Merke: Nicht jeder kann sich einfach mal unters Jahr für 500 Euro und mehr ein neues Spielsystem kaufen. Deshalb kann man die Microsoft exklusiven Spiele auch auf dem PC spielen. Sony sieht das ein wenig anders und gibt z.B. einen sog. „Game Pass“ vorerst eine Absage. Damit steht Microsoft nicht mehr ganz in Konkurrenz zu Sony. Das Konzept der Xbox ist ein ganz anderes als das der PlayStation 5.

Wer an einer Xbox Series S oder X interessiert ist, sollte sich den Youtube Kanal von OwnGalaxy anschauen. Julian hat einen guten und vor allem neutralen Vergleich der beiden Modelle gemacht.

PlayStation 5

Während man (zumindest hier in Deutschland) in den großen Elektromärkten rein gar nichts von der Xbox Series S/X mitbekam, lieferte Sony bereits eine Woche vor Verkaufsstart der PlayStation 5 die Spiele und das Zubehör an den stationären Handel aus. Die Konsole selbst wird derzeit ausschließlich nur Online über die großen Anbieter verkauft. Der Vorverkauf fand ohne Vorwarnung auf ein Zeitfenster statt, so dass viele Kunden, die um diese Zeit den normalen Arbeitsverpflichtungen nachgingen, das Gerät nicht bestellen konnten. Wer es aber bis dahin schaffte, eine Bestellung z.B. bei Mediamarkt oder Saturn aufzugeben, hat das Gerät auch nicht pünktlich am Erscheinungstag geliefert bekommen. Einige Kunden gingen bis heute leer aus, so dass inzwischen die Verbraucherzentrale Sachsen wegen z.B. unwirksamer AGBs oder irreführender geschäftlicher Handlungen die Elektrohandelskette Saturn abgemahnt hat.

Wegen der Pandemie ergab es durchaus einen Sinn, den Vorverkauf auf Onlinebestellungen zu beschränken um große Menschenansammlungen am Erscheinungstag zu vermeiden. Warum man die Verkaufspolitik weiterhin auf einen reinen Onlinevertrieb setzt und nicht zumindest eine Teillieferung dem stationären Handel zu Verfügung stellt, ist mir angesichts der großen Menge an Controllern (die ohne der Konsole nichts bringen und jetzt in den Regalen verstauben) mehr als schleierhaft. Zu Recht sind viele Kunden wütend, dass die Geräte nur in einer sehr kurzen Zeit überhaupt bestellbar waren und sich ein großer Teil davon sog. Scalper durch Kauf-Bots ergattern konnten. Eine persönliche Vorbestellung im Handel mit Aushändigung eines Abholscheines wäre ein guter Kompromiss gewesen. Diese Möglichkeit ist durch dem jetzigen Lockdown inzwischen eingeschränkt, aber in einigen Müller Filialen mit geöffneter Multimedia Abteilung, bei der Real Handelskette oder eine Abholung durch den Kunden („Klick and Collect“) wäre durchaus machbar gewesen. Mein guter Rat: Kaufen Sie nicht bei Wiederverkäufern.

Hardware:

Das Design der PlayStation 5 ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Im Gegensatz zur Xbox Series S/X sind beide Versionen (mit oder ohne optischen Laufwerk) technisch identisch. Der Preis beträgt 499 Euro (Standardausführung), sowie 399 Euro für die Variante ohne Laufwerk (Digital Edition)

Sony hat mit der PlayStation 5 ein gutes Gerät auf dem Markt gebracht. Die Kühlung ist mit dem großzügig dimensionierten Kühlkörper in Verbindung von flüssigen Metall zum Hauptprozessor sehr gut gelungen. Auch die Idee, dass man zum reinigen der Konsole das Gehäuse ohne Verlust der Herstellergarantie öffnen kann, ist überzeugend. Mängel wie Spulenfiepen oder unterschiedlich laute Betriebsgeräusche durch dem Lüfter (je nach verbauten Herstellertyp) müssen noch behoben werden.

Spiele:

Bei den Spielen, die es exklusiv für die neue Konsole gibt, sieht es ein wenig besser aus als bei Microsoft. Aber außer einem Remake von Demon`s Souls oder das bereits installierte Astro`s Playroom verpasst man derzeit nichts.

Kurz nach Markteinführung wurden schon die ersten 10 Spiele beim Media Markt in der „3 für 2 Aktion“ beworben. Das bestätigt meine Vermutung, dass das Interesse an PS5 Spielen schon im Vorverkauf nicht groß genug war (die Werbung musste schon viel früher in die Wege geleitet werden) und die Konsole derzeit nur wegen der guten Abwärtskompatibilität zur PS4 (z.B. schnellere Ladezeiten durch die SSD) gekauft wird. Zum Vergleich: In Japan wurden ca. 118 000 Geräte innerhalb den ersten 4 Tagen verkauft. Nur jeder dritte Käufer der Konsole hat sich ein Spiel dazu gekauft.

Fazit:

Sowohl die Xbox Series X als auch die PlayStation 5 sind technisch sehr gute Konsolen, wobei Microsoft bei der Hardware und vor allem bei den Betriebsgeräuschen die Nase leicht vorne hat

Vergleicht man die derzeit erhältlichen Launchtitel, wird man schnell feststellen, dass keines dieser Spiele grafisch nach einer nächsten Generation aussieht. Die neue Konsolengeneration wird erst aus dem Dornröschenschlaf erwachen, wenn Spiele wie z.B. Gran Turismo 7, Horizon Forbidden West oder Halo Infinite erschienen sind. Bis dahin sollte Sony mit einer überarbeiteten Baureihe nachgebessert haben.

Neuanfang für das Jahr 2021

Wer hatte jemals damit gerechnet, dass sich eine Pandemie (die auf einen Markt in China ausgebrochen ist) sich so schnell um den Globus verbreitet ? Wohl niemand.

Das Jahr 2020 war daher kein gutes Jahr. Umso mehr wünsche ich allen nachträglich einen guten Rutsch ins neue und hoffentlich bessere Jahr 2021.

Die „Bullet Soul Infinite Burst“ Geschichte

Für die Xbox 360 erschienen im Laufe der Jahre viele Shoot`em Ups. Sowohl Digital via Download als auch auf Disc im Handel. Nicht wenige davon ausschließlich in Japan, wo ich mich Anfang 2009 dazu entschieden hatte auch gleich die passende Konsole zu importieren.

Die Xbox 360 war die bisher beste Konsole von Microsoft. In der Anfangsphase sahen viele Systemübergreifende Spiele auf Microsofts Konsole besser aus als die PS3 Version, obwohl die Xbox 360 ein Jahr früher auf dem Markt kam.

Irgendwann hat mein Interesse an der Xbox 360 nachgelassen und bei Neuerscheinungen verlor man auch schnell den Überblick. Wie bei allen Konsolen, die irgendwann durch den Nachfolger abgelöst werden. Von Shoot`em Ups hatte ich jedenfalls erstmal genug und widmete mich zu anderen Genres bzw. Konsolensystemen.

Xbox 360 Must-Have Sammlung Komplett ?

Ein Xbox 360 Spiel fehlte mir durch unglückliche Umstände noch jahrelang in der Sammlung, bis diese Lücke vor kurzen endlich geschlossen werden konnte. Bullet Soul Infinite Burst von 5pb kam in Japan am 29. Mai 2014 in den Handel und erst relativ spät am 1. November 2016  in Amerika als Download. Wohlgemerkt zu einer Zeit, wo die PS4 bereits auf dem Markt war. Von dem Release bekam ich nur am Rande etwas mit. Da mein Interesse an Shmups nachgelassen hatte und ich damals nicht gewillt war, den Vollpreis (inkl. Zoll und Shipping) dafür zu zahlen, sollte man (aus eigener Erfahrung mit vergleichbaren Spielen) auch dieses  Spiel problemlos beim nächsten Trip in Tokyo zu einem guten Gebrauchtpreis bekommen. Eigentlich… Nur die Ungeschicktheit meinerseits wurde beinahe zum Verhängnis.

Zu Pfingsten 2015 (ein Jahr nach Release) standen immerhin ein paar schöne 2nd Hand Exemplare der Limited Edition im Sofmap. Doch so eine große Box wollte ich mir nach der Super Limited Edition von Dodonpachi Saidaioujou nicht mehr antun und ließ das Exemplar im Regal stehen. Das Spiel war mir dann doch nicht so wichtig und man wird die Standard Edition sicherlich beim nächsten mal bekommen.

Zwei Jahre später startete ich den zweiten Versuch. Weil ich damals Katakana Schriftzeichen noch nicht lesen konnte, orientierte ich mich in den Geschäften nach dem 5pb Logo auf der Rückenseite. Gefunden hatte ich das Spiel irgendwie dann doch nicht. Das Problem: Bei diesen Spiel ist kein 5pb Logo abgebildet, was ich auch erst im nachhinein durch ein Unboxing-Video auf Youtube festgestellt hatte.

Versuch Nummer 3 fand schließlich im Juni 2018 statt, wo ich mir vorab aus dem Internet das Cover ausdruckte, um das Spiel in den Regalen der Händler nicht übersehen zu können. Doch egal ob im Mandarake, Trader, Surugaya oder vergleichbaren Geschäften: Es war auch auf Nachfrage beim Verkaufspersonal kein einziges Exemplar zu bekommen. Im Geo in Nagoya murmelte ein Verkäufer nur was von einem „No Meikorosofuto“ und als ich mich schließlich im großen Super Potato in Osaka umschaute, merkte ich erst den Händlerboykott auf die Spiele und Konsolen von Microsoft.

In einem Videospielladen in Osaka (außerhalb Nihonbashi) stand schließlich ein gebrauchtes, aber gepflegtes Exemplar für 6000 Yen in der Vitrine. Doch wie das Schicksal so will, war die Glasscheibe der Vitrine beschädigt und mit einem Absperrband gut abgesichert. Man konnte mir das Spiel nicht verkaufen, zu hoch war das Sicherheitsrisiko einer Schnittverletzung.

Zurück in Tokyo gab es aber doch noch in den ein oder anderen Shop ein Lebenszeichen von 5pbs Shoot`em Up. Und zwar in Form von gebotenen Ankaufspreis, der immerhin im Bereich des damaligen Neupreises lag. Denn ausgerechnet dieses und kein anderes Spiel wurde auf eBay und Yahoo sehr hoch geboten und interessierte auf einmal viele Sammler.

Doch manchmal muss man eben auch Glück haben und so bekam ich völlig überraschend über die regionale Kleinanzeigen doch noch das Spiel und sogar noch Neu (ungeöffnet) für 75 Euro. Eine deutliche Ecke günstiger als auf eBay und vermutlich nochmals billiger als in Japan (wo man auch derzeit als Tourist nicht einreisen darf). Aber eben nicht mehr zu dem guten Preis wie die Limited Edition Anno 2015…

Preissteigerung bei japanischen Xbox 360 Spielen

Bullet Soul Infinite Burst ist nicht das einzige Xbox 360 Spiel, bei dem man etwas tiefer in die Tasche greifen muss. Dodonpachi Saidaioujou und Muchi Muchi Pork! & Pink Sweets sind noch teurer, obwohl z.T. die Auflagen durch eine „The Best Version“ höher sind. Falls in naher Zukunft keine Umsetzungen erscheinen, kann man für die o.g. Spiele in den kommenden Jahren mit einer deutlichen Preissteigerung rechnen.

Lohnt sich das Spiel überhaupt ?

Die Frage dürfte eher lauten, ob sich der Titel zu einem zweiten Radiant Silvergun entwickeln wird. Preislich ist das Ziel bereits fast erreicht, doch spielerisch kommt Bullet Soul Infinite Burst nicht an Treasures Meisterwerk heran. Die Entwickler haben dennoch ein gutes und solides Shoot`em Up abgeliefert.

Ich bin noch hier

Kaum Updates in den vergangenen Monaten. Das wird sich allerdings wieder ändern. Nach einer sehr langen Pause geht es in den Wintermonaten wieder Bergaufwärts. Schließlich kommen diesen Monat die neuen Konsolen auf dem Markt und durch kommende Covid19-Kurzarbeit ist auch wieder mehr Zeit fürs Hobby. Alles was so in den letzten Jahren vernachlässigt wurde wird jetzt aufgeholt.

PC Engine Mini

Als Nintendo im November 2016 erstmals das NES Classic Mini veröffentlichte, reichten die produzierten Stückzahlen der hohen Nachfrage nicht aus, so dass die Konsole in nahezu allen Geschäften vergriffen war. Ein Jahr später erschien dann das SNES Classic Mini.

Andere Konsolenhersteller sahen den großen Erfolg der Retrokonsolen und brachten ebenfalls Mini-Varianten heraus. Doch weder das Neo Geo, der C64 noch die PlayStation Classic kamen auch nur annähernd an den Verkaufszahlen der beiden Nintendo Konsolen heran. Die PlayStation Classic war ein Desaster und somit endete der große Boom der Minikonsolen nach nur 2 Jahren.

Doch zumindest Sega Japan wollte für Ihre damals erfolgreichste Konsole (die in den USA eine ernsthafte Konkurrenz zu Nintendo war) noch eine Miniaturausgabe herausbringen. Das Sega Mega Drive Mini erschien bereits letztes Jahr im Oktober für ca. 80 Euro. Obwohl an sich die Konsole von der Qualität und Auswahl der Spiele gut war, wurde sie kaum beachtet und erst kürzlich im Preis reduziert.

PC Engine Mini

Damit habe ich nun wirklich nicht mehr gerechnet: Sehr spät und nach einer langen Vorbestellzeit erschien am 19. März 2020 die PC-Engine Mini von Konami in drei Gehäusevarianten (PC Engine für Japan, Core Grafx für Europa und Turbo Grafx 16 für den amerikanischen Markt). Das ist vorerst die letzte Mini Konsole aus der 8- bzw. 16-Bit Generation gewesen.

Die PC Engine war eine Spielekonsole von NEC, die in Zusammenarbeit mit Hudson Soft am 30. Oktober 1987 in Japan erschien. Ein Jahr später folgte das CD-Rom2 als Hardwareerweiterung. NEC legte den Grundstein für das neue Speichermedium der nächsten Konsolengenerationen.

Die PC Engine zählt bis heute zu den besten Spielekonsolen und übertrifft in vielen Bereichen das Sega Mega Drive um längen. In späteren Spielen konnten bedeutend mehr Farben gleichzeitig dargestellt werden und der Chiptune Sound klingt angenehmer als die blechernen Töne beim Mega Drive. Ein Erfolg außerhalb Japans, als Turbo Grafx 16 in Amerika, war nur mäßig. In Europa wurde das Gerät nur Testweise mit einer Handvoll Spielen veröffentlicht. Nach dem gescheiterten Versuch mit der PC-FX als Nachfolger, verabschiedete sich NEC etwa Mitte bis Ende der 90er Jahre endgültig vom Konsolenmarkt.

Konami hat bei den Spielen eine gute Auswahl getroffen. Es befinden sich insgesamt 58 Spiele (darunter 34 japanische und 24 amerikanische), allerdings sind 5 davon in der jeweiligen Landesversion doppelt vorhanden. Mit insgesamt 53 verschiedenen Spielen plus 3 versteckten Bonustiteln ist die Auswahl deutlich größer als bei Sega und Nintendo.

Da die PC Engine hauptsächlich in Japan vertreten war, sind einige Spiele mit japanischen Bildschirmtext wegen der Sprachbarriere kaum spielbar. Durch die vielen unterschiedlichen Genres, meistes aus dem Bereich Shoot`em Ups, Action und Adventures, erhalten auch Nichtjapaner eine angemessene Gegenleistung. Das liegt vor allem an den Spielen Dracula X, Star Parodier, Soldier Blade, Lords of Thunder, Valkyrie oder Neutopia 1 & 2.

Liefersituation und Verfügbarkeit:
Die PC Engine Mini wird derzeit nur über Amazon Japan vertrieben. Aktuell ist hier die weiße japanische Variante sowie die Core Grafx und die amerikanische Turbo Grafx 16 bestellbar. Der Preis mit Zoll und Shipping beträgt etwa 120 Euro. Wer keine Kreditkarte besitzt, kann die Konsole über einen Zwischenhändler mit einem Aufpreis bestellen.

Ursprünglich war geplant, die Core Grafx für europäische Kunden auch in England, Frankreich und Italien zu vertreiben. Durch die aktuelle Covid-19 Situation und der geringen Nachfrage ist davon auszugehen, dass mit einer besseren Verfügbarkeit erst in den kommenden Monaten zu rechnen ist. Für Sammler im deutschsprachigen Raum ist ohnehin die japanische Variante die interessanteste.

Hardware und Zubehör

Konami hat für die Herstellung der Konsole die Firma Hori beauftragt. Die Software für die Emulation stammt von M2. Da das System in etwa dem Sega Mega Drive Mini entspricht, kann davon ausgegangen werden, dass in naher Zukunft weitere Spiele über einen inoffiziellen Hack hinzugefügt werden können. Das Gehäuse ist nur unwesentlich kleiner (ca. 2cm in Breite und Tiefe) als die Originalhardware.

Lieferumfang:
Wie bei allen anderen Mini-Konsolen befindet sich kein Netzteil im Lieferumfang. Man benötigt ein handelsübliches 5V USB Netzteil, laut Herstellerangaben allerdings mit 2 Ampere. Ansonsten ist noch jeweils ein USB- und HDMI Kabel, sowie ein Controller und die Bedienungsanleitung in der Verpackung mit dabei.

Controller:
Der Controller entspricht der ersten Version von 1987, unterscheidet sich aber optisch etwas vom Original (NEC Logo fehlt). Das Steuerkreuz empfinde ich bei dem Druckpunkten etwas härter. Die Kabellänge des Controllers ist bei 3 Meter sehr großzügig ausgefallen. Zusätzliche Controller mit Dauerfeuer bzw. Trigger Funktion sowie der Mehrspieleradapter sind ab Ende April lieferbar.

Menü:
Das Menü der PC Engine Mini finde ich als sehr gut gelungen. Da M2 bereits die Software für das Sega Mega Drive Mini entwickelt hatte, ist vieles davon identisch. Auch ist eine Menüführung in deutscher Sprache verfügbar.

Beim TG16 Umschaltpunkt (unten rechts) wechselt man zwischen beiden Ländersystemen, wo die Spiele zwischen PC Engine/Core Grafx (Japan) und Turbo Grafx 16 (USA) aufgeteilt sind. Mit Select + Run kommt man im Spiel zurück zum Menü. Hier kann u.a. der Fortschritt abgespeichert werden.

Kleiner Tipp: Hält man beim auswählen eines Spieletitels die Select-Taste gedrückt, können die Spiele Gradius und Fantasy Zone mit geänderten Farbpaletten gespielt werden. Bei Soldier Blade schaltet man hiermit die Caravan Stage frei. Außerdem können durch diesen Weg die CD Spiele mit den alten Systemkarten gebootet werden, um so die „Error“ Screens zu sehen. Setzt man den Cursor auf das Spiel Tokimeki Memorial und drückt zweimal hintereinander die Select-Taste, kann das Shmup Force Gear gespielt werden (3x Select für Twin Bee Returns).

Sehr nett gelungen ist auch die Simulation des CD Laufwerkgeräusches und wie die HuCards eingesteckt werden. Kenner der Konsole fällt dabei auf, das M2 für die HuCards das gleiche Artwork hergenommen hat wie für die Spielehülle und nicht wie im Original, wo sich die Aufdrucke der HuCard zum Cover unterscheiden (z.B. Neutopia).

Bilddarstellung:
Die PC Engine Mini gibt eine Auflösung von 720p aus. Die Spiele entsprechen der amerikanischen und japanischen Version und laufen auch bei der europäischen Core Grafx unverändert in 60 Hz ab.

Von den fünf Bilddarstellungs-Optionen bietet nur der dritte Modus (8:7) bei den meisten Spielen eine fehlerfreie Darstellung und entspricht (wie schon beim NES & SNES Mini) der Pixelgenauen Darstellung. Das Bild ist dadurch etwas schmaler, kann aber bei einigen Fernsehern wie z.B. den OLEDs von LG im Seitenverhältnis angepasst werden. Nur bei wenigen Spielen mit höherer Auflösung (Daimakaimura, Ninja Spirit und R-Type) gibt es keine Möglichkeit für besseres Scaling. Alle anderen Optionen verwenden eine einfache Pixelwiederholung, wo beim Scrolling unschöne Artefakte entstehen.

Der CRT Modus kann für alle Fernsehbildoptionen manuell dazugeschaltet werden. Leider ist der Filter mit dem Sega Mega Drive Mini identisch. Das Bild ist sehr unscharf, die Scanlines sind zu stark und treffen die Pixelzeilen nicht richtig. In der Praxis ist das Feature auch beim normalen Sitzabstand am TV unbrauchbar.

Zu guter Letzt gibt es noch als Gimmick den Turbo Express Modus, der die Qualität des damaligen Bildschirmes auf dem Handheld gut wiedergibt.

Emulation und Input-Lag:
Die Emulation der Spiele ist sehr gut gelungen. Der Input-Lag ist vergleichbar niedrig wie beim SNES Classic.

Musikausgabe:
Die Tonwiedergabe ist nahezu akkurat. Fehler wie beim NES Mini ( z.B. verzögerte Soundeffekte) oder nicht ganz gut klingende Chiptunes wie beim Mega Drive Mini sind nicht vorhanden.

Fazit:

Die PC Engine Mini gehört neben dem SNES Classic Mini zu den besten Mini-Retrokonsolen. Die Menüs und die Emulation ist gut gelungen und die Spieleauswahl ist ansprechend, auch wenn ein paar Klassiker wie z.B. Mr. Heli, Aio Blink oder Coryoon fehlen. Leider hat sich M2 bei den Bildoptionen wenig Mühe gegeben. Das SNES Classic Mini ist in diesem Punkt (1:3 Filter und Scanlines) eine deutliche Ecke besser. Ein wohlverdienter 2. Platz knapp hinter dem SNES Classic Mini.

Kaufempfehlung: 8/10

Bücher und Sammeln…

Die PC Engine ist unter den Sammlern und Liebhabern ein Geheimtipp. Die PCE Perfect Collection von Peter Wahsmuth ist das einzige deutschsprachige Buch mit vielen Informationen zu den wichtigsten Spielen, Gerätevarianten und Zubehör. Leider ist die Bibel schon seit längeren nicht mehr erhältlich. Sammler freuen sich hingegen auf den bereits seit 2 Jahren erhältlichen Katalog, bei dem jedes in Japan erschienende Spiel mit Cover und Bildschirmfotos detailliert abgebildet ist.